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Gesetzlicher Urlaubsanspruch 2017: Das sollten Arbeitnehmer wissen, die jetzt den Urlaub planen

Zuletzt aktualisiert: 18. Januar 2017

Wie ist mein gesetzlicher Urlaubsanspruch? Eine typische Frage von Arbeitnehmern gerade jetzt zu Jahresbeginn, weil sie ihren Jahresurlaub planen wollen und vielleicht von Frühbucher-Rabatten profitieren wollen. Ich beantworte hier die wichtigsten Fragen zum Urlaubsanspruch laut Gesetz und Rechtsprechung,

Nach dem Bundesurlaubsgesetz muss der Arbeitgeber derzeit mindestens 24 Werktage bezahlten Urlaub geben. Sonnabende zählen als Werktage mit, eine Woche hat also 6 Werktage. Daraus ergibt sich ein gesetzlicher Urlaubsanspruch von mindestens vier Wochen im Jahr.

Üblich sind aber im Schnitt sechs Wochen im Jahr, da viele Tarifverträge einen höheren Urlaubsanspruch vorsehen, meist gestaffelt nach Alter und Dauer und Betriebszugehörigkeit. Ohne dass der Gesetzgeber eingreift, könnten die Tarifvertragsparteien also die Urlaubsansprüche reduzieren. Darum gibt es nicht selten Streit, so dass man mit einer Rechtsschutzversicherung im Vorteil. Eine Rechtsschutzversicherung lässt sich auf Arbeitsrecht begrenzen und ist dann besonders günstig, siehe Vergleich hier im Finblog.


Der Urlaubsanspruch bei Teilzeit

Wenn eine Teilzeitkraft wie eine Vollzeitkraft jeden Tag in den Betrieb kommt (aber z.B. nur vier Stunden arbeitet), dann ist Zahl der Urlaubstage gleich. Unterschiede sind nur etwa wegen anderer Altersklasse möglich. Macht der Arbeitnehmer indes z.B. nur eine 4-Tage-Woche, so verringert sich sein Anspruch anteilig. Angenommen, dem Vollzeit-Arbeitnehmer stehen 30Tage/6 Wochen zu, dann sind es bei einer 4-Tage-Woche nur 24 Tage. Die Berechnungsformel: (30/ 6)*4 .

Ab wann ein voller Urlaubanspruch besteht

Einen vollen Urlaubsanspruch hat ein Arbeitnehmer erstmalig nach sechsmonatigem Bestehen des Arbeitsverhältnisses erworben. Das bedeutet: Nach einem halben Jahr könnte er grundsätzlich z.B. schon für volle sechs Wochen eine Auszeit nehmen, wenn das sein Jahresanspruch ist. Vor oder nach Ablauf der Wartezeit ist „Teilurlaub“ möglich: Für den anteiligen Anspruch sind dann die vollen Monate der Betriebszugehörigkeit zu Grunde zu legen. Aber Achtung: Ein Anspruch auf Urlaub besteht nicht, wenn einem Arbeitnehmer für das laufende Kalenderjahr bereits von einem früheren Arbeitgeber voll Urlaub gewährt worden war. Ein Arbeitgeber ist deshalb verpflichtet, beim Ende des Arbeitsverhältnisses eine Urlaubsbescheinigung auszuhändigen.

Wie wird Urlaub richtig beantragt?

Üblicherweise haben Betriebe dafür Formulare, die im Personalbüro oder beim Betriebsrat erhältlich sind, Wenn nicht gesondert vereinbart, kann der Urlaub formlos beantragt werden. Ein Muster für einen Urlaubsantrag können Sie hier downloaden.

Muster Urlaubantrag

 

Wann verfällt der Urlaub z.B. wegen Krankheit?

Der Urlaubsanspruch muss generell im Laufe des Jahres genommen werden. Nur bei dringenden Gründen, betrieblichen wie privaten, ist es möglich, einige Tage ins nächste Jahr mit rüberzuretten. Dieser Resturlaub muss dann bis zum 31. März abgefeiert werden. Manche Tarifverträge oder Betriebsvereinbarungen haben die Frist allerdings verlängert.  Ist ein Arbeitnehmer aus gesundheitlichen Gründen an seiner Arbeitsleistung gehindert, verfallen seine gesetzlichen Urlaubsansprüche  des § 7 Abs. 3 Satz 3 BUrlG 15 Monate nach Ablauf des Urlaubsjahres (Bundesarbeitsgericht,Urteil vom 7. 8. 2012 – 9 AZR 353/10).

Mein Finanztip: In ers­ter In­stanz beim Arbeitsgericht hat man auch dann, wenn man per Urteil den Pro­zess ge­winnt, kei­nen An­spruch auf Er­stat­tung sei­ner An­walts­kos­ten (§ 12a Abs.1 Satz 1 Ar­beits­ge­richts­ge­setz). Ziehen Sie deshalb eine Rechtsschutzversicherung in Erwägung und vergleichen Sie die Angebote,

Der Urlaubanspruch bei Krankheit

Wenn ein während des Urlaubs krank wird, darf er nicht die ausgefallenen Tage einfach anhängen. Das könnte sonst ebenfalls Grund für eine Abmahnung oder eine Kündigung sein. Professor Gahlen: „Wird die Krankheit durch ein Attest nachgewiesen, dürfen die Urlaubstage, an denen ein Arbeitnehmer krank war, nicht auf den Jahresurlaub angerechnet werden.“

Darf der Chef Urlaub einfach anordnen?

Ja, das ist in einigen Betrieben und Branchen sogar üblich: Das Unternehmen legt Betriebsferien fest. Ansonsten soll der Chef die Urlaubswünsche seiner Arbeitnehmer berücksichtigen. Er kann sich jedoch dagegen entscheiden, wenn wichtige betriebliche Belange das erfordern (z.B. absehbarer Auftragsdruck) oder Wünsche von Kollegen als vorrangig zu betrachten sind. Dabei spielen soziale Aspekte eine Rolle (Paragraph 7 Bundesurlaubsgesetz). Ein Familienvater mit schulpflichtigen Kindern kann z.B. eher auf die typische Ferienzeit pochen als ein Alleinstehender.

Wer bei Urlaubs-Streitigkeiten entscheidet

Das letzte Wort hat der Chef. Falls vorhanden, hat der Betriebsrat oder Personalrecht ein Mitspracherecht. Meint ein Arbeitnehmer, sein Urlaubswunsch werde willkürlich missachtet, kann er vors Arbeitsgericht ziehen, in eiligen Fällen auch eine Einstweilige Verfügung erwirken. Wird eigenmächtig Urlaub genommen, ist das ein Kündigungsgrund – selbst bei langjährigen Mitarbeitern (Landesarbeitgericht Frankfurt, Az: 6Sa 380/04).



Kommentare


helmut 12. Mai 2016 um 09:25

Sehr geehrte Damen und Herren,

Ich benötige dieses Jahr aus privaten Gründen (Weiterbildung) mehr Urlaub, als mir zusteht. Da ich jetzt vier Wochen unbezahlten Urlaub erhalte, will mir die Firma zwei bezahlte Urlaubstage streichen. (Regulär habe ich 24 Werktage Urlaub). Ist das rechtens? Wenn nicht, wo finde ich die Rechtsgrundlage.
Vielen Dank im voraus für Eure Antworten.
Helmut

Antworten

siedentopf 28. Januar 2016 um 14:43

Werte Damen und Herren, Seit 2011 arbeite ich in einem Fitnissstudio und arbeite eine Woche 6Tg. und die andere Woche 5Tg. Bekomme 24Tg Urlaub. Meine Frage besteht darin ist dies rechtens.
MFG Siedentopf

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sergej 26. März 2015 um 06:17

Bei uns wurde das Geschäft seit dem 1 Februar 2015 von einem neuen Chef übernommen samt der Mitarbeiter. Wir haben auch extra was unterschrieben dass sich für uns nichts ändert. Sozusagen eine vertragsübernamme. Ich habe jetzt zum ende des monats gekündigt. Und bin der Meinung dass ich noch Urlaub habe der mir zusteht. Zwei tage pro Monat insgesamt sind es sechs mit April. Mein Chef meinte jedoch daa wäre in dem fall nicht richtig. Man müsse erst vier Monate in einem Betrieb sein.. aber dafür hatten wir ja extra was unterschrieben… habe ich jetzt Anspruch auf den Urlaub oder nicht??
Vielen Dank im voraus 🙂

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Dieter Kegel 19. März 2015 um 15:47

Ich möchte mit 63 (mit Abschlägen) am 01.07.2015 in Rente gehen.
Steht mir der volle Urlaubsanspruch zu ? Ich arbeite zur Zeit in
Vollbeschäftigung, Urlaubsanspruch 30 Tage.

Antworten

Teresa kuhn 20. Januar 2017 um 09:50

Ich arbeite 4 Tage in der Woche das sind im Monat 100 Stunden ,bin 58 Jahre alt. Und seit 16 Jahre in der gleichen Firma. Wieviel Urlaub steht mir zu,


Christine 1. März 2015 um 15:03

Wer kann mir helfen?Arbeite in Vollzeit 37,5Std.Woche im Einzelhandel und habe 37 Tage Urlaub im Jahr. Urlaub zählt als 6 Tage in der Woche,arbeiten 5 Tage in der Woche.Nun habe ich eine Woche die so aussieht: Montag arbeiten 7,5 Std.,Dienstag freier Tag, Rest von 4 Tagen Urlaub.Mit wie vielen Std. Wird diese Woche gerechnet?Laut meinem Chef hätte ich Minusstunden!Das kann doch nicht sein?

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h. Rongen 18. September 2014 um 10:56

wollte fragen ob mir jemand helfen kann…darf der Arbeitgeber meinen Resturlaub einfach verplanen da mal zwei tage und da mal drei tage ohne vorher absprache zu halten…ist das erlaubt

Antworten

kerstin 31. März 2014 um 06:48

Ich heirate am 2.5 2014. Steht mir da bezahlter sonderurlaub zu.ist das abhã gig vom chef.oder bekommen das alle

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Christine Hof 13. Mai 2013 um 15:49

Suche ein Gesetzt, dass aussagt, das der Arbeitgeber 3/5 des Urlaubs als Betriebsferien festlegt, der Rest aber zur freien Verfügung steht. Wo finde Ich das? Danke wer immer mir weiter helfen kann.

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Michael Lidke 10. April 2014 um 09:42

Kein Betriebsurlaub ohne Grenzen

Auf jeden Fall muss sichergestellt werden, dass Ihnen ausreichend Urlaub zur freien Planung übrig bleibt. Die Gerichte haben sich dafür bis jetzt aber nicht auf einen einheitlichen Prozentsatz verständigen können. Das BAG hat entschieden, dass eine Betriebsvereinbarung, die 3/5 des Erholungsurlaubes als Betriebsurlaub definiert, zulässig ist (BAG, Urteil vom 28.07.81, Az: 1 ABR 79/92).


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