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Krankengeld: Wann, wie viel, wie lange?

Bei Krankheit zahlt der Arbeitgeber sechs Wochen lang das Gehalt weiter. Danach haben Krankenversicherte einen Anspruch auf Krankengeld von der Krankenversicherung, wenn eine Krankheit sie arbeitsunfähig macht. Arbeitsunfähig bedeutet in der Regel, dass jemand seinen Beruf zu weniger als 50 Prozent ausüben kann.

Wie viel Krankengeld gibt es?

Hält die Arbeitsunfähigkeit länger als sechs Wochen an, hängt die Höhe des Krankengeldes vom Einkommen vor Beginn der Arbeitsunfähigkeit ab. Bei Arbeitnehmern beträgt sie 70 Prozent des Bruttogehaltes, maximal aber 90 Prozent des bisherigen Nettoeinkommens. Empfänger von Arbeitslosengeld I erhalten Krankengeld in Höhe der zuletzt bezogenen Leistungen. Selbstständige könnten beim Abschluss ihrer Versicherung wählen, ob sie Krankengeld erhalten wollen. Dieses wird dann ab der siebten Woche der Krankheit gezahlt.

Berechnung bei Selbstständigen

Privat Versicherte erhalten Krankentagegeld, das nach ähnlichen Richtlinien ausgezahlt wird. Es kann je nach Versicherungstarif bis zu 100 Prozent des Nettoverdienstes ersetzen. Die Versicherung legt dabei den Durchschnittsverdienst der vergangenen zwölf Monate vor Krankheitsbeginn zugrunde. Selbstständige können wählen, ob sie die Unterstützung wenige Tage nach der Krankschreibung erhalten wollen – und nicht erst ab der siebten Woche wie gesetzlich vorgeschrieben. Der Tarif ist dann entsprechend teurer.

Wie lange gibt es Krankengeld?

Anspruch auf Krankengeld besteht für eine Erkrankung 78 Wochen lang innerhalb von drei Jahren (§ 48 SGB V). Kommt eine weitere Erkrankung hinzu, wird die Leistungsdauer von 78 Wochen aber nicht verlängert (§ 48 Abs. 1 Satz 2 SGB V). Nach drei Jahren beginnt bei gleicher Erkrankung der Anspruch auf Krankengeld erneut.

Was für Nachweise sind für Krankengeld nötig?

Oft sind es Kleinigkeiten, die Versicherte beim Krankengeld außer Acht lassen, so die ARAG Rechtsschutzversicherung. Achten Sie z.B, immer darauf, dass die Krankschreibung lückenlos ist. Wer zum Beispiel erst einmal von Montag bis Freitag krankgeschrieben ist und verlängern muss, sollte das am letzten Tag der Krankschreibung – also Freitag – tun. Wartet man bis zum nächsten Montag, zahlt die Kasse kein Geld für das zurückliegende Wochenende. Das macht sich nicht nur direkt auf dem Konto bemerkbar. Das fällt hinterher auch bei der Rentenversicherung ins Gewicht. Denn vom Krankengeld werden auch Renten- und Arbeitslosenversicherungsbeiträge bezahlt.

Extra-Krankengeld bei Organspende

Menschen, die zu Lebzeiten ein Organ spenden, haben seit August 2012 einen Anspruch darauf, dass die Krankenkasse des Empfängers ihnen Krankengeld für die Zeit nach der Spende zahlt. Während normalerweise 70 Prozent des Bruttolohns gezahlt werden, erhalten Organspender im Spendenfall sogar bis zu 100 Prozent ihres Gehaltes ersetzt.


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