Bausparvertrag verkaufen oder kündigen? Das sollten Sie wissen

Viele Bausparer würden gerne ihren Baussparvertrag kündigen. Die Kündigungsfrist beträgt bei den meisten Bausparkassen drei bis sechs Monate. Man kann aber auch einen Bausparvertrag verkaufen. Solche Angebote gibt es immer öfter. Was ist davon zu halten?

Auf Bausparverträge haben es auch diverse Aufkäufer im Internet abgesehen, etwa die Pacta-Invest. Sie betreibt laut Verbraucherzentrale NRW gleich mehrere Ankaufseiten mit Namen wie Cash-LV oder Policencash.

Die letztere buhlt beispielsweise: „Nutzen Sie die policencash-Bausparer-Ankauf-Garantie“, um Altverträge in „ca. 20 Tagen“ in bare Münze umzuwandeln. Das Guthaben sollte „mindestens 1.000 Euro betragen“. Das hört sich schnell und einfach an. Bei einem Guthaben, bzw. Rückkaufswert von 10.000 Euro lockt – abzüglich einer Pauschale von 5,5 Prozent – eine Auszahlung von 9.450 Euro. Bei kleineren Bauspar-Guthaben bis fast 4.000 Euro erhöht sich die Pauschale auf 7,5 Prozent, darunter sind pauschal 295 Euro fällig.

Noch forscher tritt Konkurrent Hypoxx auf, so die Verbraucherzentrale NRW. Hypoxx verspreche eine „attraktive Extraprämie von bis zu 12 Prozent“. Aber: „In den Fällen, bei denen aufgrund des Vertragskonditionen, bzw. dem Vertragsstatus keine Weitervermittlung in Betracht kommt, berechnen wir fünf Prozent, mindestens 275 Euro pro Vertrag“, zitiert die Verbraucherzentrale NRW den Hypoxx-Vorstand Markus König.

Kündigung Bausparvertrag teilweise auch ohne Gebühren möglich

Ein Risiko, das bei der eigenen Bausparkasse entfällt. Die wandelt ebenfalls Spar-Guthaben vor Ende der Kündigungsfrist in frei verfügbare Euros – und das in der Regel weitaus billiger. Einlagen bis zu 1.500 Euro beispielsweise zahlt die BHW ohne Abzüge auf Wunsch unverzüglich aus. Wer mehr hat, muss 0,5 Prozent pro Monat berappen, um vor der sechsmonatigen Kündigungsfrist ans Geld zu kommen.

Bei der LBS ist eine kostenfreie Auszahlung drei Monate nach der Kündigung möglich. Jeder Tag früher schlägt mit einem Abzug von 0,025 Prozent zu Buche. Bei 10.000 Euro macht das 2,50 Euro pro Tag. Die Debeka (drei Monate Kündigungsfrist) wiederum kassiert 0,5 Prozent des Guthabens – und damit weniger als ein Zehntel gegenüber Policencash. Obendrein droht Ungemach, wenn ein Aufkäufer in der Phase zwischen Abtretung des Vertrages und der Auszahlung insolvent wird. In diesem Fall kann das ganze Geld verloren sein.

Erlaubt ist eigentlich nur die Abtretung

Ist die es überhaupt erlaubt, einen Bausparvertrag zu verkaufen? Die Bausparkassen verweisen auf ihre strengen Regeln. Nach denen können Bausparverträge (Guthaben samt Darlehenszusage) zwar grundsätzlich übertragen werden, allerdings nur an enge Angehörige wie etwa Eltern und Kinder. Möglich sei, laut BHW-Pressestelle, allein die Abtretung des Guthabens an Dritte. Ein Geschäft, das Bausparkassen allerdings nur widerwillig abwickeln. Deshalb auch weist die Branche jegliche Kooperation mit den Aufkäufern von sich. Die Geschäfte verbieten können die Bausparkassen aber nicht.

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