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Lohnzuschuss für Schwerbehinderte

Schwerbehinderte Menschen genießen im Job besonderen Kündigungsschutz. Das wurmt manchen Arbeitgeber. Allerdings besteht dafür unter Umständen auch Anspruch auf einen Lohnzuschuss.

Trotz diverser Neuregelungen zu Jahresbeginn: Der besondere Kündigungsschutz für Schwerbehinderte gilt unabhängig davon, wie viele Mitarbeiter in der Firma tätig sind. Die Grenze von fünf oder neuerdings zehn Mitarbeitern spielt keine Rolle. Einzige Voraussetzung ist eine mindestens sechsmonatige Betriebszugehörigkeit.

Will der Arbeitgeber trotzdem einen Schwerbehinderten loswerden, so ist die Kündigung nur dann zulässig, wenn zuvor das so genannte Integrationsamt, angesiedelt beim jeweiligen Landschaftsverband, der Kündigung zugestimmt hat.

Bis zu 650 Euro monatlich extra für Schwerbehinderten

Der Arbeitgeber, der einen schwerbehinderten Menschen beschäftigen muss und ihn nicht oder nur erschwert kündigen kann, hat aber das Recht für eine etwaige Minderleistung des Schwerbehinderten einen Ersatz zu fordern.

Das Verfahren ist geregelt in Paragraph 27 der „Schwerbehinderten-Ausgleichsabgabeverordnung“. Die Leistung wird gewährt, wenn der Arbeitgeber eine außergewöhnlich Belastung durch den Schwerbehinderten nachweisen kann. Dabei gilt: 30 Prozent weniger Arbeitsleistung muss der Arbeitgeber bei einem Schwerbehinderten hinnehmen.

Fällt die Einbuße größer aus, wird eine Entschädigung gewährt, über die wie bei einem Kündigungswunsch das Integrationsamt entscheidet. Die Behörde prüft zunächst, ob mit Hilfe von technischen Änderungen Abhilfe geschaffen werden kann. Besteht dann weiterhin keine Möglichkeit, die Minderleistung auszugleichen, so erhält der Arbeitgeber einen Zuschuss zum Arbeitslohn.

Der Zuschuss beläuft sich – auch für bereits bestehende Arbeitsverhältnisse – je nach Einzelfall auf 360 bis 650 Euro monatlich. Die Zuschüsse werden für zwei Jahre bezahlt. Nach Ablauf der zwei Jahre kann ein neuer Antrag gestellt werden. Nähere Auskünfte auch zum Verfahren erteilen die Landschaftsverbände, die dort geschulte Mitarbeiter vorhalten die auch bei der Antragstellung gerne Hilfestellung zu geben bereit sind.


Kommentare

Hans Schu. 21. März 2021 um 21:51

Hallo,ich Arbeite schon seit Zwei Jahre auf den Bau bin 80prozent Schwerbehindert, letztes Jahr hat er einen Neuen eingestellt.Nun will er mir Kündigen und hält mir immer vor ich sei zu langsam.Ist das Rechtens.

Antworten

Anonymous 16. April 2021 um 05:11

Das ist selbstverständlich nicht rechtens.
, weiß dein Chef von der Schwerbehinderung? Du hast besonderen Kündigungsschutz.
Er darf dich nicht ohne weiteres kündigen und muss das Integrationsamt darüber informieren


Jan-Marc Hoting 14. März 2021 um 13:00

Hallo,

ich habe eine dringende Frage. Ich hatte vor 12 Jahren (mit 25) eine äußerst schwere Gehirnblutung und mehrere hirninfarkte, Hydrozephalus, Halbseitenlähmung (immer noch), schwerste kognitive Defizite und noch so einiges mehr. Seit letztem Jahr kann ich nach langem Kampf endlich wieder arbeiten. Nach dem erfolgreichen Abschluss meiner Umschulung bin ich nun Fachkraft zur Arbeitss- und Berufsförderung und helfe Menschen mit Behinderung. Aufgrund meiner eigenen Erfahrungen kann ich in diesem Beruf voll aufgehen und den Betroffenen auf andere Art und Weise helfen. Da ich aber nicht mehr 100% belastbar bin, will mich mein Arbeitgeber nun aufgrund von etwas geringerer Leistung kündigen.
Er empfindet es als unfair den Gesunden Mitarbeitern gegenüber.
Ist das rechtens und möglich, dass das Integrationsamt da Zustimmt?
Ich bin momentan echt in Sorge, da ich danach keine Möglichkeit habe nochmals von der Rentenversicherung unterstützt zu werden.
Kann mir jemand helfen und Ratschläge geben? Ich möchte unbedingt arbeiten und nicht mehr diese mistige EU-Rente bekommen. Ich weiß, dass 450 eur dazu möglicherweise sind. Ich will aber wieder komplett für mich selbst sorgen können, ohne irgendwelche Hilfen.

Hoffentlich kann mir jemand helfen.

Mit besten Grüßen,

Jan-Marc Hoting

Antworten

Jan-Marc Hoting 14. März 2021 um 13:01

Achso, was noch anzumerken wäre. Habe einen GdB von 60 ohne Merkzeichen.


Wladimir Podhaniuk 4. März 2021 um 20:21

Ich bin 42Jahre im Öffentlichen Dienst bin 70 Prozent Schwerbehinder mit Merkzeichen G kann mein Vorgesetzter mir vorschreiben wie viel Stück ich in 8.5 Stunden erzielen muss und mich Körperlich unter Druck setzt ich empfinde es als Diskrimierent.Den ich bin schon 63 Jahre alt

Antworten

Norbert K. 25. Februar 2021 um 15:25

Ich bin 60% Schwerbehinderten mit Kennzeichen G, Arbeite bei einem Baustoffhandel und kann nach meiner Rückkehr keine schweren Sachen mehr tragen. Bekommt mein Arbeitgeber einen Lohnzuschuss, und was ist bei Kündigung. N.

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Barbara 29. September 2020 um 05:10

Hallo,
Bin 70 % Schwerbehindert, mein Arbeitgeber verlangt, 100 Prozent Power im Verkauf.
Was nicht so ganz funktioniert!!!!!
Wie kann ich Gerichtlich vorgehen???

Antworten

Burkhard Sambeth 21. August 2020 um 14:53

Ich bin 100% Schwer behindert seit 9 Jahren und als Aushilfe angestellt.Nun bin ich wegen Corona abgemeldet worden d.h. ohne Job. Ist das so okay?
Mit freundlichen Grüßen
Burkhard Sambeth

Antworten

Schlick 16. August 2020 um 12:42

Ich habe eine Frage
Ich bin 50% behindert,gehe aber gut ein Jahr,
Arbeiten 190 bis 200 Stunden. Bei einer Eingliederungs festgelegt. Jetzt schiebt mein
Arbeitgeber hin und her, mit weniger Geld und weit schlechteren Arbeitsbedingungen. Darf der das, und wo kann ich mich Beschweren

Antworten

Franzi 28. Juni 2020 um 12:23

Kann mich mein arbeitgeber in einem andere filiale zwingen, nur weil ich nucht an die kasse gehe, und dafur ne bescheinigung vom arzt habe

Antworten

Holger Möhn 25. Juni 2020 um 10:07

Guten Tag, ich habe einen ICD implantiert, Tachykardie, 50% Schwerbehinderung und bin nicht mehr voll Leistungsfähig und zur Zeit in Krankenstand. Nach meiner Rückkehr ins Büro (ich bin kfm. Angestellter) möchten wir eine Arbeitsplatzanpassung durchführen. Mein Arbeitgeber sagt, dass ich bei voller Stundenzahl weniger Arbeitsvolumen bewältigen kann und er dafür einen 30% Zuschuss beantragen kann und ich dadurch auch meinen vollen Lohn weiter bekomme. Besteht diese Möglichkeit? Hat das Auswirkungen auf die Höhe der Beiträge zur gesetzl Rentenversicherung? Welche Auswirkungen hat das auf die Einkommensteuererklärung? Viele Grüsse. Möhn

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Simone Buchholtz 20. März 2020 um 07:22

Wie sieht es aus wenn jemand mit 100% Bhondering eingestellt wird aber kein zuschuss beantragt hat mit der Kündigung aus.??

Antworten

Nadja 18. März 2020 um 04:49

Frage: wie sieht es bei der derzeitigen Situation mit Corona aus, wenn der Arbeitgeber Kurzarbeit beantragt und kurz vor der Insolvenz ist, wie sieht der Schutz bei 100% Behinderten aus und kann er einen höheren Zuschuss beantragen?

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