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Sparkassen-Kapitalbriefe: Nachrangabrede beachten

N-TV hat kürzlich einen Artikel über „Kapitalbriefe“ veröffentlicht. Reißerisch heißt es da in der Überschrift:

Zehn Jahre sicher
Bis zu 5% Rendite ohne Risiko

Der Zinssatz der angesprochen Ostsächsischen Sparkasse lässt sich locker toppen – die Bank „Von Essen“ kommt zum Beispiel bei zehn Jahren auf 5,5 Prozent Rendite. Mutig wird N-TV bei der Aussage, es sei eine Anlage ohne Risiko. „Kapitalbriefe“, besonders gerne von Sparkassen angeboten, bieten nur deshalb höheren Zins, weil sie ein höheres Risiko haben. Gäbe es kein höheres Risiko, würde keine Bank dieser Welt freiwillig mehr Zinsen zahlen.

„Kapitalbriefe“ sind nachrangig. Das heißt, als Gläubiger steht man im Insolvenzfall ganz hinten und darf davon ausgehen, keine Cent wiederzusehen. Die für private Banken übliche Einlagensicherung greift nicht.m N-TV hat sich zu seiner Null-Risiko-Aussage offenbar auf Grund des Zitates eines Sparkassen-Mannes hinreißen lassen.

Wenn Sparkassen und Genossenschaftsbanken derartige Papiere herausgeben, wird dieses Risiko durch die Institutssicherung kompensiert, weil eine Insolvenz so gut wie ausgeschlossen ist“, erklärt Hartmut Frings aus der Rechtsabteilung des Deutschen Sparkassen- und Giroverbandes (DSGV) gegenüber n-tv.de. „Das Risiko für den Anleger geht gegen null.“

Dem ist Folgendes entgegen zu halten:

1) Der Institutsschutz ist schön und gut – ob er allerdings auch noch bei einigen gleichzeitigen Großpleiten funktionieren würde, ist unklar (wie N-TV ebenfalls erwähnt).

2) Viele Zinssätze bei zehnjährigen Kapitalbriefen liegen nur knapp über vier Prozent – das schafft auch eine sichere zehnjährige Bundesanleihe.

3)Im Kleingedruckten können einige Überraschungen lauern. Bei der Sparkasse Forchheim habe ich z.B. Folgendes gefunden:

Die Sparkasse ist nicht verpflichtet, auf die Verbindlichkeiten aus diesem Sparkassenkapitalbrief weder Tilgungs- noch Zinszahlungen zu leisten, wenn dies zur Folge hätte, dass die Eigenmittel der Sparkasse die gesetzlichen Anforderungen nicht mehr erfüllen.

Das verstehe ich so, dass der Kapitalbrief-Kunde auch bei einer nur drohenden Insolvenz leer ausgehen kann.


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