Versicherung jährlich oder monatlich zahlen? Die Antwort ist einfach

Das wissen die wenigsten: Der Zuschlag für monatliche Zahlung kostet bei Versicherungen bis zu 11,3 Prozent effektiv. Wer kann, sollte die Versicherung daher jährlich statt monatlich zahlen.

Fünf Prozent kostet es normalerweise extra, wenn der Kunde monatlich zahlen will. Drei Prozent sind es bei vierteljährlichen, zwei Prozent bei halbjährlichen Raten. Die Begründung dafür lautet: Es handele sich zum Beispiel bei der Lebensversicherung um eine Jahresprämie, die jeweils im Voraus zu zahlen sei. Zahlt der Kunde indes in Raten, bekomme er von der Lebensversicherung eine Art Kredit und verursacht zudem mehr Verwaltungsaufwand für den monatlichen Beitragseinzug.

Genannt werden dabei nur die nominellen Zinsen, effektiv1Der effektive Jahreszinssatz beziffert die jährlichen und auf die nominale Kredithöhe bezogenen Kosten von Krediten. Er wird in Prozent der Auszahlung angegeben. Der Effektivzinssatz wird im Wesentlichen vom Nominalzinssatz, dem Auszahlungskurs (Disagio), der Tilgung und der Zinsfestschreibungsdauer bestimmt.  Quelle: Wikipedia sind es deutlich mehr. Die beliebte monatliche Zahlweise mit fünf Prozent Aufschlag kostet beispielsweise effektiv 11,3 Prozent. Es wäre sogar günstiger, einen Bankkredit aufzunehmen, um die Versicherungsprämien zu zahlen.

Monatliche Zahlweise Versicherungsprämie als Effektivzins:

Warum die effektiven Zinsen der Versicherungen im Vergleich zu den nominellen Zinsen so viel höher sind, lässt sich besten am Beispiel der halbjährlichen Zahlweise erklären: Der Zins von zumeist zwei Prozent wird auf die volle Jahresprämie berechnet, obwohl der Kunde die erste Hälfte sofort zahlt und nur die andere Hälfte gestundet bekommt. Folglich ist der Effektivzins viel höher als der Nominalzins.

Banken sind schon seit Jahren gesetzlich verpflichtet, den Effektivzins bei Krediten anzugeben. Vor dem Bundesgerichtshof verpflichtete sich ein Lebensversicherer, bei Riester-Renten den Effektivzinses anzugeben. Das Verfahren (Az: I ZR 22/07) betrifft nach Ansicht von Verbraucherschützern alle Versicherungen, die nach Jahresprämien abrechnen – nicht jedoch private Krankenversicherungen, die generell Monatsprämien ausweisen.

Monatliche Zahlungsweise kostet über 25 Jahre Tausende Euro bei der Lebensversicherung

Bei Abschluss eines Vertrages wie einer Lebens- und Rentenversicherungen erfuhr bislang kaum ein Kunde, wie hoch der Effektivzins ist und wie sich das auf seine späteren Leistungen auswirkt. Gerade bei den typischen langlaufenden Verträgen ist der Verlust groß. Bei einer Jahresprämie von 1.800 Euro und einer Laufzeit von 35 Jahren kostet die monatliche Zahlungsweise leicht mehrere Tausend Euro.

Ein dickes Plus erzielt der Versicherungskunde also, wenn er die Prämie jährlich zahlt. Eine andere Zahlungsweise kann auch bei laufenden Verträgen neu vereinbart werden. 

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