Privat ist alles besser

Wer sein Leben veredeln will, der braucht „privat“. Denken wir nur an den Privatpatienten (vulgo: Selbstzahler): Kriegt sofort einen Termin, die Arzthelferinnen umschweben ihn feengleich und der Doc zeigt gerne, was er sich in letzter Zeit alles an neuen Geräten gekauft hat. Oder die Privatrente für glückliche Greise, die vergnügt über die Weltmeere kreuzen und Privat-Kaffee schlürfen, während zu Hause der Privat-Sekretär die Post erledigt, vielleicht auch die Privat-Audienz beim Papst in den Kalender einträgt.

Reicht das Geld der Privatrente doch nicht, gib es – logisch – einen Privatkredit, unter Umständen gar von einem Privat-Bankhaus mit dicken Teppichen seit 1799. Was einen gewöhnlichen Verbraucherkredit zum Privatkredit veredelt, erschließt sich nicht sofort. Einen gemeinen Volkskredit als Kontrastangebot gibt es bestenfalls in der BILD-Reklame. Vielleicht wollen die Privatkredit-Banker einfach nur andeuten, dass so ein Kredit ganz individuell errechnet wird und garantiert nichts mit Konditionen im Schaufenster zu tun hat, den so genannten Schaufenster-Konditionen.

Der zufriedene Kunde wird aber sicher für seinen Privatkredit gerne etwas mehr zahlen, immerhin grenzt er sich so vom gewöhnlichen Schuldenmob ab.Blogger sollten davon lernen. Blogger – wie hört sich das denn an? Bagger, Blogwart usw. sind doch die ersten Assoziationen. Du publizierst für eine kleine, exklusive Leserschaft? Na, also: Dann sollte „Privat-Journalist“ auf der Visitenkarte stehen!

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