Studie Wohneigentum: So viel haben die Deutschen

Mieten oder kaufen ist genauso ein beliebtes Thema wie die Frage, wie viele Deutsche denn nun Wohneigentum haben. Dazu gibt es natürlich Zahlen. Für mich erstaunlich: Trotz des Booms auf dem Immobilienmarkt Deutschland hat sich an den Verhältnissen nicht viel geändert.

Insgesamt verfügen rund 19 Millionen Haushalte (48 Prozent) über Haus- und Grundbesitz, also nur etwa jeder Zweiter. Damit bleibt Deutschland beim Immobilien-Eigentum ziemlich am Ende in Europa. In Ostdeutschland liegt die Quote mit 39 Prozent deutlich niedriger als im Westen (50 Prozent), ergab die Studie  „Kompetenzfelds Immobilienökonomik“ beim Institut der deutschen Wirtschaft Köln.

Wer wie viele Häuser und Grundstücke hat, hängt demnach dabei vom Einkommen ab. So verfügen gut 80 Prozent der Haushalte mit mehr als 4.500 Euro netto im Monat über Immobilienbesitz; bei Haushalten mit weniger als 1.300 Euro netto monatlich sind es hingegen nur 20 Prozent.

Ein weiteres wichtiges Kriterium ist die Haushaltsgröße: Je mehr Personen in einem Haushalt leben, desto größer ist sowohl der Anteil als auch die Höhe des Immobilienvermögens. Insgesamt sei rund die Hälfte des materiellen privaten Vermögens in Deutschland in Immobilien investiert.

In den westeuropäischen Ländern sowie in Skandinavien haben viele Länder lange Zeit politisch bewusst auf den Mietwohnungsbau gesetzt. Manche dieser Staaten verfügen noch heute über erhebliche Bestände im sozialen Wohnungsbau, wie etwa Frankreich und Großbritannien, wo rund 18 Prozent der Bevölkerung in Wohnungen mit entsprechend ermäßigten Mieten leben. Auch in Österreich, Frankreich und Irland wohnen rund 15 Prozent der Menschen in solchen Beständen, die teils deutlich weniger als Marktmieten „kosten“.

In Deutschland, das nach dem zweiten Weltkrieg sehr stark auf den sozialen Wohnungsbau gesetzt hatte, sind es mittlerweile nur noch 7 Prozent der Bevölkerung, die in Sozialwohnungsbeständen leben. Der freifinanzierte Mietwohnungsbau liegt dagegen hierzulande an der europäischen Spitze. 40 Prozent der Menschen wohnen hier zu „Marktmieten“. Weitere Länder mit einem nennenswerten privaten Mietwohnungsbauanteil (um die 30 Prozent-Marke) sind etwa die Niederlande, Dänemark und Schweden.

Andreas Kunze meint: Allerdings sollte das m.E. gar nicht negativ gesehen werden: Weniger Immobilien-Eigentum in Deutschland bedeutet auch mehr Flexibilität. Ein Mieter kann für einen neuen Job schneller mal die Stadt wechseln.

2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Wolfgang Schels am 18. April 2020 um 16:02

    Wieviel Prozent der Deutschen haben Mehrfachimmobilienbesitz? Denn dann muss die Anzahl der 48% revidiert werden. Von den 27 EU Ländern war die BRD an vorletzter Stelle, aber ich hatte bereits einmal die Zahl 52, gelesen. Woher könnte dieser andere Prozentsatz stammen?

  2. Veröffentlich von Alexander am 15. Oktober 2019 um 19:44

    Hallo, eure Angaben unter „https://www.finblog.de/studie-wohneigentum-deutschland/“ sowie die dazu gehörige Grafik sind unpraktisch. Wieviel Haushalte mit wieviel Personen im Schnitt gibt es, die in einem eigenen Haus mit Garten leben? Wir reden z. Zt. über 82.79 Millionen Personen. Wieviel Personen leben in den 19 Millionen Haushalten mit Haus- und Grundbesitz?

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