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Kapitalanlage: 7 Tipps für den Immobilienkauf

Niedrige Kapitalmarktzinsen und steigende Preise lassen Immobilien als Kapitalanlage interessant erscheinen. Private Anleger, die auf Wertsteigerungen und sichere Mietzahlungen hoffen, sollten ihr Wunschobjekt aber genau unter die Lupe nehmen. Eva Grunwald, Leiterin Baufinanzierung der Deutschen Bank, erklärt, was beim Kauf einer Immobilie zur Kapitalanlage zu beachten ist.

Private Anleger, die sichere langfristige Einnahmen aus ihrer Kapitalanlage erzielen wollen, haben es zurzeit nicht leicht. Das liegt vor allem an den niedrigen Kapitalmarktzinsen: Zehnjährige Bundesanleihen rentieren deutlich unter 2,0 Prozent, was nach Inflation und Steuern zu realen Wertverlusten führen kann. Kein Wunder also, dass Immobilienbesitz in Deutschland immer populärer wird. Die günstige Finanzierung und die immer noch moderaten Preise in den meisten Regionen sind gute Argumente für Investitionen in Immobilien als Kapitalanlage.

Mit Immobilien als Kapitalanlage durchschnittlich 4 Prozent Rendite

Neben den eigenen vier Wänden denken viele private Anleger deshalb auch darüber nach, in Wohnungen zur Kapitalanlage mit anschließender Vermietung zu investieren. „Die durchschnittlichen Mietrenditen in Deutschland für Bestandsimmobilien bewegen sich über vier Prozent und liegen damit deutlich über der Rendite von Bundesanleihen“, sagt Eva Grunwald von der Deutschen Bank. Vor dem Kauf sollte das Wunschobjekt jedoch genau unter die Lupe genommen werden – dies steigert die Chancen, dass die Wohnung die Renditeerwartungen auch langfristig erfüllt. Sie empfiehlt, auf folgende Aspekte besonders zu achten:

  1. Kosten des Objekts: Ist der Kaufpreis für das Objekt angemessen und marktüblich? Welche Renovierungskosten fallen in der Wohnung an?
  2. Lage des Objekts: Sind öffentliche Verkehrsmittel, Kindergärten, Schulen, Ärzte, Einkaufsmöglichkeiten gut zu erreichen? Stimmt die Nachbarschaft? Stören Straßenverkehr oder Fluglärm die Ruhe der Mieter? Im Zweifelsfall sollten sich Käufer die Frage stellen: Wäre es mir angenehm, selbst hier zu wohnen?
  3. Qualität des Objekts: Ist die Wohnung günstig geschnitten und ausreichend hell? Sind ausreichend Kellerräume und Parkplätze vorhanden? Wie viele Wohneinheiten hat das Haus? Machen das Treppenhaus und andere Gemeinschaftsflächen einen guten Eindruck? Stehen Wohnungen leer? Ist das Objekt alters- und behindertengerecht? Gibt es eine moderne Heizungsanlage, ist ein Energieausweis vorhanden?
  4. Hausverwaltung: Besteht eine Hausverwaltung? Wurden für Instandhaltung und Modernisierung der Immobilie Rücklagen gebildet?
  5. Mietvertrag: Ist die Wohnung bereits vermietet? Wie hoch ist die vereinbarte oder zu erzielende Miete?
  6. Mietpool: Bei einem Mietpool werden alle erzielten Mieten des Objekts zusammengerechnet und auf die Wohnungseigentümer verteilt. Steht eine Wohnung leer, verringern sich die Mieterträge für alle Eigentümer, selbst wenn deren Wohnungen komplett vermietet sind. Sofern ein Mietpool vorhanden ist, sollte seine konkrete Ausgestaltung mit allen Rechten und Pflichten genau geprüft werden.
  7. Mietgarantie: Der Verkäufer einer Wohnung kann dem Käufer eine Mietgarantie anbieten. Der Mietgarant sichert damit Mieteinnahmen in bestimmter Höhe über einen bestimmten Zeitraum zu. Wichtig ist, dass die Zahlungen im Zweifelsfall rechtlich sicher eingefordert werden können. Auch sollte geklärt werden, ob die laut Mietspiegel zu erzielende Miete deutlich von der garantierten Miete abweicht.

Immobilie ist eine sehr langfristige Kapitalanlage

„Der Kauf einer Wohnimmobilie stellt in der Regel eine langfristige Investition dar. Das Objekt und die dazugehörigen Verträge sollten deshalb mit Unterstützung sachkundiger Berater genau geprüft werden. Steuerliche Aspekte sollten vorab mit dem Steuerberater besprochen werden. Nicht zuletzt ist bei einer Finanzierung darauf zu achten, dass das Darlehen auch dann zurückgezahlt werden kann, wenn die Miete zwischenzeitlich ganz oder teilweise ausfällt“, sagt Eva Grunwald als Fazit zu Immobilien als Kapitalanlage.

[box type=“info“]PS: Ich persönlich halte Mietgarantien für eine trügerische Sicherheit. Mietgarantien werden oft von kleineren GmbHs ausgestellt. Wenn die Gesellschaft dann pleite geht, ist die Mietgarantie nichts mehr wert.[/box]


Kommentare

Manuel Löhrmann 13. November 2019 um 10:20

Gut zu wissen, dass sich die Investition in Immobilien lohnt. Mir gefällt auch Ihr Tipp auf die Hausverwaltung zu achten. Ich bin nun dabei meine erste Immobilie zu verkaufen und hoffe alles läuft gut.

Antworten

Bernd 21. März 2019 um 10:59

Meine Freundin denkt über eine Pflegeimmobilie nach. Sie meinte, dass es keine bessere Möglichkeit gibt Geld anzulegen. Allerdings berücksichtigt sie dabei auch die Lage des Objektes, manch anderer macht das ja nicht. Ich hätte darauf zum Beispiel nicht geachtet.

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