Skip to main content

Home-Office: Das sagt das Mietrecht

Ob für Nebenjob als Tagesmutter, Existenzgründung als Architekt oder Home-Office als Angesteller. Wenn die eigene Wohnung als Arbeitsplatz genutzt wird, spart das viel Geld. Aber sowohl Mieter als auch Eigentümer können sich mit Home-Office Ärger einhandeln, wenn Genehmigungen fehlen – mit dem Vermieter wie mit Behörden.

Englisch macht immer Eindruck. Das Büro zu Hause klingt jedenfalls mit dem Modebegriff „Home-Office“ gleich viel professioneller. Wie man es aber auch nennt: Bei einer beruflichen Nutzung von Wohnraum wollen Vermieter oder Eigentümergemeinschaft meist ein Wörtchen mitzureden, und das aus gutem Grund: Einerseits kann ein Vermieter für Büroraum üblicherweise mehr verlangen als für Wohnraum, andererseits kann die Home-Office-Firma andere Hausbewohner empfindlich stören, etwa wenn ständig Kunden vorbeikommen oder die Telefone pausenlos klingeln und Drucker rattern.

Weit verbreitetet sind deshalb in Mietverträgen Klauseln wie: „Der Mieter darf die Mieträume zu anderen als Wohnzwecken nur mit Zustimmung des Vermieters benutzen.“ Selbst die Büroecke im Schlafzimmer oder das Arbeitszimmer müsste bei solchen Mietverträgen zunächst ausdrücklich genehmigt werden. So lange es sich aber um geringfügige Tätigkeiten handelt und niemanden stört, ist das eine Formsache: Der Vermieter muss dann sein Okay geben (u.a. Landgericht Frankfurt, Az: 2/17 S 42/95).

Geringfügige Tätigkeiten: Vermieter muss Home-Office genehmigen

Komplizierter wird es, wenn sich das gesamte Berufsleben mehr oder weniger in der Wohnung abspielt, wenn draußen ein Firmenschild hängt, wenn Kunden oder Geschäftspartner häufiger zu Besuch kommen. Die Gerichte haben eine Unmenge an Urteilen gesprochen, was Vermieter hinnehmen müssen und was nicht. Wichtigstes Kriterium: die Außenwirkung, also wie viel Einfluss nimmt die Heim-Firma auf die Wohnqualität.

Home-Office eines Hellsehers

Die Arbeit eines Hellsehers mit ein bis zwei Besuchern pro Woche befand das das Landgericht Hamburg noch für hinnehmbar (Az: 11 S 22/84), die bewegungstherapeutische Praxis indes wurde vom Landgericht Stuttgart als unzulässig eingestuft (Az: 6 S 266/94).

Home-Office einer Tagesmutter

Bei Tagesmüttern kommt es vor allem auf die Zahl der Kinder an (und vielleicht auch auf das Naturell der Kleinen) sowie die Wohnungsgröße. Ein Pflegekind wurden von Gerichten abgenickt, fünf Pflegekinder waren jedenfalls dem Landgericht Berlin zu viel (Az: 61 S 56/92). Wirklich eindeutig sind die Urteile beim ältesten Gewerbe der Welt: Prostitution muss kein Vermieter dulden oder erlauben (u.a. Oberlandesgericht Frankfurt/M., Az: 20 W 59/03).

Kündigung wegen Home-Office möglich

Wer ohne Erlaubnis sein Geschäft zu Hause betreibt, muss mit einer Abmahnung rechnen, nach einem ausdrücklichen Verbot sogar mit der fristlosen Kündigung. Besser ist es daher, sich frühzeitig mit dem Vermieter oder der Eigentümergemeinschaft zu verständigen.

Ebenfalls zu beachten: Die Zweckentfremdungsverordnung, die es in den meisten Bundesländern gibt. In bestimmten Gegenden wurde daher eine amtliche Erlaubnis vom Wohnungsamt zur Pflicht gemacht, um Wohnraum als Gewerberaum zu verwenden. Verstöße können mit Bußgeldern geahndet werden.

Home-Office: Alle Ratgeber im Überblick

TitelInhalt
Home-Office: Das sagt das MietrechtOb für Nebenjob als Tagesmutter, Existenzgründung als Architekt oder Home-Office als Angesteller. Wenn die eigene Wohnung als Arbeitsplatz genutzt wird, spart das viel Geld. Aber …
Home-Office: Das sagt das ArbeitsrechtWegen der Corona-Epidemie arbeiten derzeit viele im Home-Office. Aber auch sonst gibt es gute Gründe, zu Hause den Job zu erledigen. Die tägliche Fahrt zur …
Home-Office: Das sagt die HausratversicherungDas Internet macht Home-Office, das Arbeiten von zuhause, immer einfacher und immer populärer. Und das nicht nur für Selbstständige, die so das Geld fürs Büro …
Home Office: Arbeiten von zu Hause spart jetzt mehr SteuernWer als Arbeitnehmer ganz oder teilweise von zu Hause aus arbeitet (Home-Office), ist mittlerweile besser gestellt, wie der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (NVL) berichtet. …

Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *

neLinks -->


Bewertungen & Erfahrungen: Finanzexperte Andreas Kunze » Finanzwissen » Home-Office: Das sagt das Mietrecht