Günstiger Bauen: 9 Tipps, wie Sie beim Hausbau sparen können

Im Herbst und Winter tut sich auf den Baustellen wenig – umso mehr aber in den Wohnzimmern, wo der Familienrat an den Plänen für den Baustart im nächsten Frühjahr feilt. Gerade in Zeiten hoher Inflation muss auf die Kosten geachtet werden. Wer dabei gründlich vorgeht, kann beim Bauen leicht 20 bis 30 Prozent einsparen. Wir haben für Sie sieben Tipps zusammengestellt, wie Sie das Eigenheim günstiger bauen können.

#1 Reihenhaus

Schon mit der Entscheidung für ein Doppel- oder Reihenhaus können Bauherren viel Geld sparen. Denn ein Quadratmeter Einfamilienhaus ist teurer als ein Quadratmeter Reihenhaus: Außer bei den Endhäusern werden teure Außenwände durch deutlich kostengünstigere Trennwände ersetzt.

#2 Grundriss

Einfache, quaderförmige Baukörper sind deutlich billiger als Häuser mit Gebäudevor- und Rücksprüngen oder versetzten Ebenen. Zudem treiben große Außenwandflächen die Heizkosten in die Höhe. Erker und Gauben gehen ins Geld. Einsparung: bis zu 30.000 Euro bei einfachen Baukörpern; rund 5.000 Euro bei Verzicht auf einen Erker, rund 5.000 Euro bei Verzicht auf eine Dachgaube.

#3 Keller

Immer öfter werden Eigenheime ohne Keller gebaut – meist aus Kostengründen, aber auch wenn die Grundwasserverhältnisse aufwendige Baumaßnahmen verlangen. Denn die Gründe, die früher einen Keller notwendig machten, sind entfallen. Heizanlage oder Brennstoffvorrat lassen sich in der Küche, im Hauswirtschaftsraum oder im Erdtank unterbringen. Für Waschmaschine und Gartenmöbel ist billiger Platz z.B. in einem separaten Gerätehaus. Einsparung: Etwa 25.000 bis 30.000 Euro bei 100 Quadratmeter Grundfläche.

#4 Dachform

Ein einfaches Sattel- oder Pultdach kann die Kosten um bis zu 15.000 Euro senken. „Je mehr Dachgauben, desto teurer. Um trotzdem Helligkeit im Dachgeschoss sicherzustellen, lassen sich Gauben leicht durch Dachfenster ersetzen“, rät Stefan Speicher. Auch die Dachdeckung birgt Sparpotenzial: Wer sich für Falzziegel statt Schiefer entscheidet, kann die Kosten halbieren. Dachsteine aus Beton sind im Vergleich zu Schiefer sogar um ein weiteres Drittel günstiger.

#5 Innenwände

Die Wahl der Materialien richtet sich danach, ob es sich um tragende oder nicht tragende Wände handelt. Für tragende Wände ist Kalksandstein billiger als Ziegel. Für nicht tragende Wände sind Holzständerkonstruktionen, die mit Gipskarton beplankt und innen mit Zellulose gedämmt werden, die preiswerteste Lösung. „Sie bieten außerdem den Vorteil, dass der Bauherr sie selbst aufstellen und später leicht wieder verändern kann“, so die Düsseldorfer Diplom-Ingenieurin Doreen Kruschina. Einsparung: Rund fünf Euro je Quadratmeter für Kalksandsteinwände, rund zehn Euro je Quadratmeter für Holzständerwände statt Ziegelwänden.

#6 Bad und WC

Die Anordnung von Bad und WC im Erdgeschoss ist wesentlich billiger als im Obergeschoss, weil die Steigleitungen entfallen. Üblich ist jedoch ein Gäste-WC im Erdgeschoss und Bad/WC im Obergeschoss. Die Räume sollten jedoch unbedingt übereinander liegen, um die Leitungen so kurz wie möglich zu halten. Ins Geld gehen auch Raum hohe Verfliesungen. Günstiger ist es, nur die Spritzbereiche von Bad, Dusche und Wanne zu fliesen. Einsparung: Rund 50 Euro je Quadratmeter für wischfesten Dispersionsanstrich statt Fliesen. Befinden sich die Bäder übereinander, sind weniger Leitungen notwendig – das spart Material und Aufwand.

#7 Heizung

Heizungsanlagen sollen energiesparend sein. Deshalb kommen nur Brennwertkessel in Frage. Ob Gas- oder Ölheizung hängt von der Versorgung vor Ort ab. Wer die Wahl hat, spart mit Gasheizungen, bei denen die Therme unter dem Dach eingebaut wird, so dass der Schornstein überflüssig wird. Einsparung: Rund 5.000 Euro bei Wegfall des Schornsteins.

#8 Elektroinstallation

Meist kommen Sie mit weniger Stromkreisen, Steckdosen und Schaltern aus als das Projekt vorsieht. Farbige oder verzierte Schalter und Dosen gehen mächtig ins Geld, einfache, aber solide aus Kunststoff tun es auch. Einsparung: Bis 3.000 Euro.

#9 Carport statt Garage

Ein befestigter Stellplatz unter freiem Himmel, eine Fertiggarage oder der Bau eines überdachten, nach den Seiten offenen Carports ist billiger als ein individuelle Garagenanbau. Einsparung: beim Stellplatz rund 6.000 Euro, beim Carport rund 5.000 Euro, bei der Fertiggarage rund 3.000 Euro.

 

Hinterlassen Sie einen Kommentar