Inflation: Diese Geldanlagen bieten Schutz vor der Geldentwertung

Die Zeiten der Geldstabilität sind vorbei, die Inflation hat ein noch vor zwei Jahren kaum vorstellbares Niveau erreicht. Für immer mehr Anleger stellt sich daher die Frage, wie sie ihr Vermögen schützen können. Hilft die Flucht in „Sachwerte“?

Die Rechnung ist einfach: Wer zum Beispiel mit Fonds eine Rendite – nach Steuern – von fünf  Prozent erzielt, der erhält bei fünf  Prozent Inflation lediglich die Kaufkraft seines Vermögen. Bei einer noch höheren Inflation verliert der Anleger sogar. Es gibt Geldanlagen, die als „inflationssicher“ gelten. Sie haben Vor- und Nachteile.

Gold: Das gelbe Metall wird seit Generationen als Inflationsschutz gehandelt. Wenn das bedruckte Papier, das Geld, nur noch bedrucktes Papier ist, dann hat Gold immer noch seinen Wert als seltener und vielfach benötigter Rohstoff. So argumentieren die Goldfans, und die Geschichte zeigt: Wenn Inflationsängste zunehmen, steigt in der Regel der Goldpreis.

Wie rasant sich der Goldpreis in beide Richtungen entwickeln kann, sollte sich der Anleger stets vor Augen halten: Ende der 70-er Jahre nahm der Goldpreis eine steile Kurve von 200 auf über 800 US-Dollar – und stürzte innerhalb von drei Jahren auf knapp 300 US-Dollar ab. Außerdem: Der Barren oder die Münze bringen keine regelmäßigen Erträge wie etwa eine Zinsanlage.

Immobilien: Die selbstbewohnte oder vermietete Immobilie hat ebenfalls den Ruf, einen Schutz vor Inflation zu bieten. Der Grund: Steigt das allgemeine Preisniveau, ziehen die Mieten grundsätzlich mit. Der Selbstnutzer hat dann einen Inflationsschutz, weil er keine steigende Miete befürchten muss; der Vermieter hat den Inflationsschutz, weil er mehr Miete fordern kann. Mit dem höheren Mietertrag steigt automatisch der Wert der Immobilie, da ein Investor einen höheren Preis zahlt, wenn er einen höheren Ertrag erzielt.

Der Gesetzgeber hat in Deutschland den Mieterhöhungen aber einige Grenzen gesetzt. Das Verfahren bei einem laufenden Mietvertrag kann für den Vermieter ziemlich aufwändig sein. Bei Neuvermietungen können die Preise zwar ohne Probleme neu festgesetzt werden, aber dafür muss der bisherige Mieter erst mal ausziehen. Hinzu kommt, dass die Wertentwicklung einer Immobilie wesentlich von der Lage mitbestimmt wird. Wird eine Region z.B. unattraktiv, weil es nach Betriebsschließungen kaum Jobs gibt, lassen sich höhere Mieten kaum durchsetzen.

Der entscheidende Punkt aber: Immobilien haben sich in den vergangenen 12 Jahren (nach der Finanzkrise) so verteuert, dass trotz hoher Mieten mitunter nur noch eine geringe Mietrendite erwirtschaftet wird. Zudem steigt das Risiko, dass bei einer langfristigen Finanzierung die Raten noch oben springen, weil das Zinsniveau steigt.

Aktien: Wer in ein Unternehmen investiert, kauft wie bei Gold oder Immobilien Sachwert. Wie sehr die Investition mit der Inflation Schritt hält, hängt davon ab, wie schnell ein Unternehmen selber höhere Preise am Markt durchsetzen kann. Mit höheren Preisen würde der Umsatz erhöht und nach Abzug der gestiegenen Kosten bliebe der Gewinn zumindest unverändert.

Die größte „Preismacht“ habe jene Unternehmen und Branchen, die weitgehend unverzichtbare Waren und Dienstleistungen anbieten, also zum Beispiel Energieversorger oder Pharmahersteller. Der Verbraucher hat dann wenig Ausweichmöglichkeiten. Wenn hingegen zum Beispiel Neuwagen teurer werden, kann der Kauf hinausgeschoben oder ein Gebrauchter ins Auge gefasst werden.

Aktien haben sich wie Immobilien in den vergangenen Jahren erheblich verteuert; seit Jahresbeginn sind vor allem Tech-Werte in der Gunst gefallen. Die Börse ist keine Einbahnstrasse, man muss auch mit Verlusten leben können, zumindest eine Zeitlang.

Inflation-linked Bonds: Einige EU-Länder wie Deutschland (seit 2006) Frankreich, Italien und Griechenland haben in den vergangenen Jahren inflationsindexierte Anleihen auf den Markt gebracht. Solche auch „Inflation Linked Bonds“ genannten Anleihen (linked = verknüpft) sind kein Sachwert, aber an die Preisentwicklung gebunden. Steigt die Inflation, steigen im gleichen Umfang sowohl Nominalzins als auch Rückzahlungsbetrag.  Möglicher Nachteil: Sinkt die Inflation jedoch unerwartet, wäre der Anleger mit einer klassischen Anleihe besser gefahren, da sich bei diesem Papier Zins- und Rückzahlungen nicht verändern.

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