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Zinswende: Forward-Darlehen jetzt sinnvoll? Die Antwort ist eindeutig

Zuletzt aktualisiert: 20. März 2018

Die Zinsen ziehen an, immer mehr Finanzexperten sprechen von einer Zinswende. Für Baufinanzierer könnten die paradiesischen Zeiten dann bald vorbei sein. Mit Forward-Darlehen lassen sich die noch sehr günstigen Konditionen für Jahre vorab festschreiben. Für wen lohnt sich das?

Immobilien-Finanzierungen mit 10 Jahren Zinsfestschreibung sind derzeit bei günstigen Anbietern ab etwa 1,6 Prozent Effektivzins zu bekommen. Vor Beginn der Finanzkrise vor fast 10 Jahren waren gut 5,5 Prozent Effektivzins zu zahlen. Wer jetzt aktuell einen Immobilienkredit abschließt, der erwischt daher zweifellos einen guten Zeitpunkt.

Wenn aber z.B. erst in zwei oder drei Jahren frisches Geld benötigt wird, weil dann die alte Bau-Finanzierung ausläuft, könnte es vorbei sein mit dem günstigen Baugeld. Und schon ein Prozentpunkt mehr Kreditzins verteuert die durchschnittliche Hausfinanzierung um Zehntausende Euro.

Wie lange im voraus ist ein Forward-Darlehen möglich?

Mit einem Forward-Darlehen lassen sich Zinsen, Monatsrate und sonstige Konditionen bis zu fünf Jahre im Voraus verbindlich festgelegen. Dafür ist ein Aufschlag zu zahlen. Die genaue Höhe hängt vor allem davon ab, wie viel Zeit bis zum Ende der Zinsbindung noch überbrückt werden muss.

Wie Aufschlag kostet ein Forward-Darlehen?

Bei einer Wartezeit von drei Jahren beträgt der Aufschlag für ein Anschlussdarlehen mit 10-jähriger Zinsbindung derzeit etwa bei 0,02 Prozent je Monat. Das Darlehen würde somit bei 2,3 Prozent (1,6 + 0,7) effektiv liegen. Dieser Aufschlag ist für die gesamte Dauer des Darlehens zu zahlen.

Wann macht das Sinn?

Lohnt sich das? Es lohnt sich dann, wenn in drei Jahren Baugeld eben jene 0,7 Prozentpunkt und mehr teurer geworden sein sollte. Meine Progrnose: Angesichts der anstehenden Zins-Erhöhungen in den USA wird es mehr als das teurer. Allerdings sollte der Kunde auch wissen: Er ist an diesen Vertrag gebunden. Sollte das Zinsniveau doch nicht steigen oder gar wieder sinken, kann der Kunde nicht einfach aussteigen und etwas Billigeres abschließen. Nimmt er das Forward-Darlehen nicht, berechnet ihm die Bank eine „Nichtabnahmeentschädigung“.

Wie komme ich aus einem Forward-Darlehen wieder raus?

Ein Ausweg wäre, das Forward-Darlehen mit einer Kündigungsoption zu vereinbaren. Auch das gibt es mittlerweile. Einige Banken bieten gegen einen weiteren Aufschlag die Möglichkeit an, dass der Kunde das Forward-Darlehen vorzeitig kündigt, je nach Kreditinstitut ist das mal nach einem Monat, mal nach zwei Jahren möglich. Die mögliche Ersparnis bei einem Zinsanstieg wird dadurch natürlich geringer – die Flexibilität, auf günstigere Angebote reagieren zu können, steigt indes.

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