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Arbeitskleidung absetzen – so geht es das heute

Wann und wie lässt sich Arbeitskleidung absetzen? Wenn wieder Steuererklärung ansteht, ist das häufig gefragt, ob 2012, 2013 oder 2014. Der Bundesverband der Bilanzbuchhalter und Controller e.V. (BVBC) erläutert, was bei Blaumann, Kittel oder Anzug als Arbeitskleidung beachtet werden muss, damit das Absetzen gelingt.

Viele Kleidungsstücke können beruflich und privat getragen werden. Deshalb ziehen die Finanzbehörden eine enge Grenze: Es muss immer ein konkreter objektiver Bezug zur Berufstätigkeit vorliegen. „Allein die Möglichkeit einer privaten Nutzung macht den Steuerabzug häufig zunichte“, betont Uta-Martina Jüssen, Fachexpertin des BVBC.

In der Regel ist allgemeine Straßen- und Alltagskleidung nicht abzugsfähig. Doch in Ausnahmefällen erkennt das Finanzamt auch zivile Kleidung als „typische Berufskleidung“ an. Laut bisheriger Rechtsprechung zählen dazu:

  • Sportkleidung für Sportlehrer,
  • weiße Kleidung für Personen in Heilberufen (z.B. Arzthelferin),
  • schwarze Hosen oder Röcke für Servicekräfte in der Gastronomie.

Abgelehnt hingegen werden etwa Anzüge für Manager oder Blusen für Empfangsdamen. Der Fiskus geht davon aus, dass viele Business-Outfits auch privat zum Einsatz kommen. Einen schwarzen Anzug erkennen die Finanzbehörden nur bei Leichenbestattern und Geistlichen als Arbeitskleidung an.

Bei Arbeitskleidung lässt sich auch Reinigung absetzen

Eine Sonderstellung nimmt Kleidung mit Firmenemblem ein, das dauerhaft angebracht ist. Wenn eine private Nutzung so gut wie ausgeschlossen ist, erfüllen Kleidungsstücke objektiv eine berufliche Funktion und gelten als absetzbare Arbeitskleidung. Hierunter fallen etwa eine Jacke oder ein Blazer in Firmenfarbe mit aufgenähtem Logo. Für die Finanzbehörden ist maßgeblich, wie prominent das Logo angebracht ist.

Handelt es sich um typische Berufskleidung, beteiligt sich der Fiskus nicht nur an den Anschaffungs-, sondern auch an den Reinigungskosten. Dabei ist es unerheblich, ob etwa der Blaumann in der Textilreinigung oder zuhause gewaschen wird. Lässt man professionell reinigen, sollte das Kleidungsstück auf dem Quittungsbeleg vermerkt sein. „Wird die Berufsbekleidung privat gewaschen, getrocknet und gebügelt, lassen sich die Kosten gemäß den Erfahrungswerten von Berufs- und Verbraucherverbänden ansetzen“, betont BVBC-Expertin Jüssen. „Auch der Anschaffungspreis für die hauseigene Waschmaschine lässt sich anteilig ansetzen und über die Nutzungsdauer abschreiben.“

Wird Berufskleidung beschädigt oder geht verloren, erkennen die Finanzbehörden auch die Kosten für eine Ersatzbeschaffung an. Auch bei Alltagskleidung können Steuerzahler im Schadensfall auf die Mithilfe des Fiskus hoffen. Wird Kleidung während der Arbeit beschädigt und der Arbeitgeber leistet dafür keinen Schadenersatz, können Steuerzahler den Restwert der zerstörten Kleidung als Werbungskostenabzug ansetzen.

Unter 100 Euro keine Belege für Arbeitskleidung notwendig

Tipps des BVBC: Die Anschaffungskosten sollten nach Möglichkeit unter 100 Euro liegen. In diesen Fällen verzichten die Finanzbehörden oft auf die Anforderungen von Belegen. Aus Kaufbelegen muss eindeutig hervorgehen, um welches Kleidungsstück es sich handelt. Bei nicht-typischer Berufskleidung sollten Steuerzahler die berufliche Notwendigkeit auf einem Beiblatt erläutern und ggf. auch ein Foto anfügen.


Kommentare

Luise Hanson 23. April 2019 um 08:04

Gut zu wissen, dass man Arbeitskleidung und die Kosten für Sicherheitsschuhe sogar von der Steuer absetzen kann. Ich hatte den Beleg für die Schuhe nicht aufbewahrt und freue mich gerade, dass ich diesen gar nicht benötige. Die Schuhe haben knapp 100 Euro gekostet.

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Tom Vogt 15. Januar 2019 um 09:46

Guten Tag, also kann ich meine schöne neue Kochbekleidung auch absetzen lassen sowie die Reinigung dafür. Das freut mich auf jeden fall. Ich versuche ja schon zu sparen wo ich kann, in dem ich sie Online kaufe. Das wird sich sicher auf meiner nächsten Steuererklärung bemerkbar machen.

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Ferdinand Schneider 5. Dezember 2018 um 15:15

Es freut mich, dass mann die Arbeitskleidung absetzen kann. Mein Onkel braucht für seine Arbeit spezielle Arbeitskleidung und möchte gerne, dass die Kosten übernommen werden. Klar, dass man dafür ein konkreter objektiver Bezug zur Berufstätigkeit braucht.

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Mia 4. Dezember 2018 um 08:25

Danke für die guten Tipps zum Arbeitsbekleidung absetzen. Wir dachten immer die Reinigung gehöre nicht dazu, jetzt wurden wir zum Glück eines besseren belehrt. Wenn die Arbeitskleidung sehr dreckig wird kann die Reinigung schon recht aufwendig und kostspielig werden.

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