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Fourmore von der Allianz: Erste Experten-Bewertung

Zuletzt aktualisiert: 6. August 2018

Die Allianz hat eine digitale Lebensversicherung gestartet, und zwar „Fourmore“. Das berichten die Kollegen des Anlegermagazins „Börse online“. Die Allianz Lebensversicherung hatte Ende Juni 2018 erste Rahmenbedingungen der Versicherung genannt. Damals hieß es, eine für junge Kunden entwickelte Police solle eine ähnliche Flexibilität bieten wie ein Sparbuch. Was bietet Fourmore, wie lässt sich das Angebot bewerten, was ist die Kritik?

Details sind auf der Internetseite www.fourmore.de ersichtlich. Den Angaben zufolge fließt das Anlagegeld in ein Portfolio mit höheren Risiken und Chancen als bei konventionellen Rentenversicherungen. Im Musterfall eines 32-Jährigen beträgt der Anteil von festverzinslichen Papieren, also beispielsweise Staats- und Unternehmensanleihen, rund 60 Prozent, und der Aktienanteil 36 Prozent. Zum Vergleich: Eine konventionelle Allianz-Rentenversicherung mit gesetzlichem Garantiezins ist zu etwa 80 Prozent in Festverzinsliche und zu rund zehn Prozent in Aktien investiert.

Garantie des eingezahlten Geldes ab dem 67. Geburtstag

Bei „Fourmore“ ist jede einzelne Einzahlung zum 67. Geburtstag des Kunden als Stichtag garantiert. Bei einem „hohen Wachstum“ werde das Garantiekapital erhöht. Konventionelle Policen bieten hier einen jährlichen Garantiezins von 0,9 Prozent vor Kosten plus eine Überschussbeteiligung in unbestimmter Höhe.

4 Prozent Abschlusskosten pro Einzahlung in Fourmore

Es sind einmalige oder regelmäßige monatliche Einzahlungen möglich. Der Mindestbetrag für jede einzelne Einzahlung liegt bei 25 Euro. Kunden können sich kostenlos Geld auszahlen lassen, und jeden entnommenen Euro kostenlos wieder einzahlen. Als Abschlussprovision werden einmalig vier Prozent pro Einzahlung einbehalten. Zudem werden pro Jahr 0,8 Prozent der „Zukunftsvorsorge“ – gemeint ist offensichtlich das dahinterliegende Kundenguthaben – abgezogen, außerdem aktuell 0,18 Prozent pro Jahr für das Management der Kapitalanlage.

Finanzexperte Andreas Kunze in einer ersten Bewertung:

Fourmore soll eine Rentenversicherung sein, sagt Börse Online. Welche Rentenzahlungen man erwarten kann, ist aber nicht ersichtlich. Ohne festgelegte Rentenwerte bei Vertragsbeginn hat das Angebot mit einer privaten Rentenversicherung aber wenig zu tun. Es entspricht dann eher einem Fondssparplan, bei dem das Geld ebenfalls jederzeit beliebig entnommen werden und später in eine beliebige Rentenversicherung eingezahlt werden kann.

Insgesamt wirkt Fourmore eher wie ein Fondssparplan mit einem gemischten Fonds. Dafür sind die regelmäßigen Abschlusskosten von 4 Prozent aber sehr hoch, auch die laufenden Verwaltungskosten. Wozu überhaupt Abschlusskosten bei einer Versicherung, die rein online abgeschlossen wird und keine persönliche Beratung bietet?

Gute Fonds gibt es auch ganz ohne Abschlusskosten und mit geringeren laufenden Kosten. Da kommt viel mehr bei raus. Die Garantie des eingezahlten Geldes mit 67 ist für mich der typische Garantie-Bluff von Lebensversicherungen. Wer 30 Jahre einzahlt und dann nur sein eingezahltes Geld herausbekommt, als Einmalzahlung, der hat nichts gewonnen – sondern bei einer durchschnittlichen Inflation von 2 Prozent fast die Hälfte des Geldes bis dahin verloren.

Soweit meine erste Bewertung anhand der online verfügbaren Infos. For more Information about Fourmore lesen Sie demnächst wieder hier, denn mit weiteren Informationen der Allianz und anderen Meinungen und Erfahrungen wird diese Bewertung von Fourmore fortlaufend ergänzt.

Fouremore – das schreiben die anderen Medien:

Versicherungsjournal

  • Bei vorzeitigen Entnahmen gilt die Garantie nicht; dann wird maximal der erreichte Stand des Deckungskapitals ausgezahlt.
  • Im Alter von 67 Jahren müssen sich die Versicherungsnehmer zwischen Kapitalabfindung und Rente entscheiden.
  • Weniger transparent geht die Allianz mit den Versicherungs-Bedingungen um. Sie sind erst während der Antragstellung nach der Eingabe und Verifizierung persönlicher Daten abrufbar.

Süddeutsche

  • Die Allianz will in der Lebensversicherung zunehmend junge Kunden anlocken und erfindet ein neues Produkt, das digital, flexibler und hipper sein soll. 
  • Eigentlich sollte ein digitaler Vertrag günstiger sein, schließlich erledigt der Kunde dabei zahlreiche Verwaltungsvorgänge kostenlos für den Versicherer. Mit den hohen Kosten verliert das neue Angebot viel von seinem digitalen Charme.
  • In vielem ähnelt das Ganze einem Sparkonto. Ein ähnlich flexibles Angebot hat die Berliner Ideal 2015 auf den Markt gebracht.

 

 



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