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Mieser Kundendienst: o2 (Telefonica) zahlt zum ersten Mal „Schmerzensgeld“

Zuletzt aktualisiert: 10. Dezember 2017

Der Kundendienst von O2 (Telefonica) hat schon viele gequält – zum vermutlich ersten Mal muss der Telekommunikationskonzern nun eine Art Schmerzensgeld an einen Mobilfunk-Kunden zahlen, und zwar an den Autor dieses Blogs: 250 Euro als Gebührengutschschrift, damit ein Prozess vor dem Düsseldorfer Amtsgericht (Az: 42 C/104/17) beendet wird. Insgesamt wurde der Streit um eine angebliche Datenpaket-Buchung noch viel teurer für O2.

Passiert ist in Kurzform das: Der Kunde, also ich, erhielt an einem Sonntag von O2 die SMS-Nachricht, er habe ein größeres Datenpaket zu seinem Mobilfunkvertrag gebucht. Die monatlichen Gebühren hätten sich dadurch von 10 auf rund 30 Euro verdreifacht. Noch am gleichen Tag widersprach er per Mail an den Kundendienst: Er habe nichts extra gebucht und untersagte eine Vertragsänderung. Reaktion: keine. Zwei Wochen später erhielt O2 (Telefonica) das Ganze noch als Anwaltsschreiben. Reaktion: keine. Ohne auf die Proteste einzugehen, wurden kurze Zeit später die höheren Gebühren abgebucht.

Nachdem die Kanzlei Genkin Anwälte, Düsseldorf, Klage eingereicht hatte, ging alles ganz schnell: 

  • Der bisherige Vertrag wurde wieder hergestellt.
  • Die erhöhten Gebühren wurden ebenso erstattet.
  • Die bis dahin entstandenen Anwaltskosten wurden bezahlt.

Nur in einem Punkt zeigte O2 (Telefonica) keine Einsicht: Man wollte keine Erklärung abgeben, dass sich so etwas nicht wiederholt. O2 (Telefonica)  behauptete, der Kunde habe per Smartphone-App das höhere Datenvolumen bestellt. Beweisen konnte der Telekommunikationskonzern das allerdings nicht, verwickelte sich beim Datum der angeblichen Bestellung sogar in Widersprüche.

Zwei Jahre O2-Vertrag umsonst als Entschädigung

Im Prozess in Düsseldorf wurde der Richter deutlich: Der Kläger sei förmlich in den Prozess getrieben worden, weil der O2-Kundendienst nicht reagiert hatte. Er schlug einen Vergleich vor: Als Entschädigung solle O2 eine Gutschrift über 250 Euro leisten, was über 25 Monate der vertraglichen Monatsgebühren entspricht. O2 willigte schließlich ein, der Kunde auch.

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Rechtsanwältin Katia Genkin, die den Kläger vertreten hat: „Es gibt leider Unternehmen, die erst dann reagieren, wenn sie verklagt werden. Viele Kunden machen in ähnlichen Fällen den Fehler, dass sie 

Abbuchungen einfach widersprechen, ohne den Rechtsweg zu beschreiten. Das hat mitunter zur Folge, dass ihnen Inkassodienste auf den Hals gehetzt werden, die teilweise mit Terrormethoden an der Grenze der Legalität arbeiten. Das einzige Mitte der Wahl ist die kompromisslose Klage.“

Die Chronik des Prozesses gegen O2 (Telefonica) ist hier nachzulesen. Es bleibt bei meinem Fazit: Wer Kunde bei o2 wird, sollte einen guten Anwalt oder eine gute Anwältin haben sowie eine Rechtsschutzversicherung.

 



Kommentare

Nik 11. Dezember 2017 um 08:25

Kann ich bestätigen. Ich habe einfach nicht bezahlt weil das Thema eindeutig war. Ich dachte mir, lass doch O2 klagen. Machen Sie ja im Endeffekt doch nicht. Dafür bin ich jetzt auf einer schwarzen Liste bei o2 und bekomme keinen neuen Vertrag mehr ( gut, ist jetzt nicht wirklich schlimm ).

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