Finanzjournalist Andreas Kunze:

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16. Mai 2012
Kredito.de: Kredit-Nepp 2.0

Kredito.de ist ein neues Kredit-Portal aus der Hansestadt Hamburg, das den Kreditmarkt revolutionieren könnte: mit Kredit-Kosten, die klassische Kredit-Haie wie fade Fischstäbchen wirken lassen.

Bei Kredito.de gibt es das Geld ganz fix: bis 400 Euro werden bis zu 30 Tage lang ohne größere Umstände ausgezahlt. Den Effektivzins gibt Kredito.de mit 0,5 Prozent an. Das macht nur ein paar Cent aus. Es gibt einen Haken: Für die Kredit-Bewilligung ist ein so genanntes “Bonitätszertifikat” notwendig – und das kostet bis zu 49,90 Euro. Wer dann nach einrm Monat rund 450 Euro zurückzahlen muss, der hat rund 50 Euro Kosten gehabt. Als Effektizins ausgedrückt wären das 310 Prozent p.a.

Kredito-Geschäftsmodell in England bereits bestens bekannt

Sollte ein Kredito.de-Kunde nach einem Monat nicht zurückzahlen können oder einen neuen Kredit benötigen, wird offenbar ein neues Bonitätszertifikat fällig. Sollte sich das dann Monat für Monat wiederholen, steigen die Gesamtkosten aufgrund der sich wiederholenden Kosten für das Bonitätszertifikat in gigantische Höhen.

Das Geschäftsmodell ist in England bereits bestens bekannt – und berüchtigt. Die FAZ hat über die so genannten “Payday Lender” Anfang des Jahres einen ausführlichen Bericht geschrieben.

Kosten für Kredito-Bonitätszertifikat nicht im Effektivzins enthalten

Ob das allerdings im etwas stärker regulierten Deutschland funktioniert, wird sich zeigen. Nach der Preisangabenverordnung müssen sämtliche zwingende Kosten eines Kredites im Effektivzins ausgewiesen werden (*). Im Interview mit monero.de hat der renommierte Bankrechts-Experte Professor Julius Reiter deshalb die Meinung geäußert, dass es rechtswidrig sein dürfte, die Kosten für ein “Bonitätszertifikat” beim Effektivzins auszuklammern.

Außerdem haben mehrere Oberlandesgerichte in jüngster Zeit geurteilt, dass Bearbeitungsgebühren etwa für die Bonitätsprüfung nicht auf Kredit-Kunden abgewälzt werden dürfen, u.a. Oberlandesgericht Zweibrücken (4 U 174/10), OLG Bamberg vom 04.08.2010 (3 U 78/10), OLG Dresden vom 02.12.2010 (8 U 1461/10), OLG Düsseldorf vom 24.02.2011 (I-6 U 162/10), OLG Hamm vom 11.04.2011 (31 U 192/10), OLG Karlsruhe vom 03.05.2011 (17 U 102/10), OLG Frankfurt/Main vom 27.07.2011 (17 U 59/11) OLG Dresden vom 29.09.2011 (8 U 562/11), OLG Celle vom 13.10.2011 (3 W 86/11).

Für Kunden von Kredito.de könnten somit Chancen bestehen, das Geld zurückzufordern. Dann wäre Kredito.de sogar ausgesprochen günstig!

Kredito.de fordert ein Bonitätszertifikat

* Auszug Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Effektiver_Jahreszins#Preisangabenverordnung

Bei Verbraucherdarlehen gehört die Angabe des effektiven Jahreszinssatzes gemäß § 492 Abs. 2 BGB iVm Art. 247 § 3 Abs. 1 Nr. 3 EGBGB zwingend zum Inhalt des Vertrages, um dem Verbraucher Zinsvergleiche zu ermöglichen. Zum Schutz des Verbrauchers ist in § 494 Abs. 3 BGB zusätzlich festgelegt:Ist der effektive Jahreszins zu niedrig angegeben, so vermindert sich der dem Verbraucherdarlehensvertrag zugrunde gelegte Sollzinssatz um den Prozentsatz, um den der effektive Jahreszins zu niedrig angegeben ist.

3. Mai 2012
Triodos Bank: Naturbelassene Zinsen

Triodos Bank? Was, wer ist dann denn? Auf diversen Websiten erscheint zur Zeit die Werbung der Triodos Bank, von der ich zuvor nie gehört hatte. Wegen der phonetischen Nähe zu Gyros, Rhodos oder Dionysos dachte ich zunächst an ein griechisches Institut – weit gefehlt. Oder besser: Die Heimat der Triodos Bank ist ganz nah, nämlich in den Niederlanden. In Frankfurt hat sie eine deutsche Niederlassung. Und was machen die? Aus einer Selbstdarstelluung:

Die Triodos Bank N.V. ist Europas führende Nachhaltigkeitsbank. Gegründet 1980, hat sie mittlerweile rund 360.000 Kunden, die sich darauf verlassen können, dass die Triodos Bank ausschließlich Unternehmen, Institutionen und Projekte finanziert, die zum Wohl von Mensch und Umwelt beitragen. (…) Heute weist die Triodos Bank-Gruppe, bestehend aus Triodos Bank, Triodos Investment Management und Triodos Private Banking, ein Geschäftsvolumen von rund 7 Milliarden Euro aus. Die Triodos Bank beschäftigt mehr als 700 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in fünf Niederlassungen in Europa: in den Niederlanden, Belgien, Großbritannien, Spanien und Deutschland.

Die Einlagen bei der Triodos Bank N.V. Deutschland sind den Angaben zufolge durch das niederländische Einlagensicherungssystem geschützt, und zwar entsprechend den EU-Vorgaben bis 100.000 Euro.
Besonders auffällig sind die Konditionen etwa bei Tagesgeld nicht gerade: zur Zeit 1,5 Prozent. Origineller ist da schon der Spruch dazu:

“TriodosTagesgeld Zinsen, einfach naturbelassen”.

2. Mai 2012
Öko-Test testet Vergleichsportale für Hausratversicherungen: “Unsäglich”

Das Magazin Öko-Test hat 17 Vergleichsportale für Hausratversicherungen getestet und nennt das Ergebnis “unsäglich”. Die 17 Vergleichsportale haben insgesmt acht verschiedene “Testsieger” ermittelt. Dabei waren die Vorgaben bei jedem Vergleichsportal eindeutig und klar.

Nach Meinung von Öko-Test werden die Verbraucher von den Vergleichsportalen teilweise bewusst in die Irre geführt, etwa wenn Anbieter fehlen, weil sie keine Provisionen an das Vergleichsportal abführen wollen. Möglicherweise würden manche Prämien sogar bewusst heruntergerechnet – es werde dann darauf spekuliert, dass der Kunde das später beim konkreten, teureren Angebot gar nicht merkt oder nicht reklamiert.

Das Fazit von Öko-Test:

Im November vergangenen Jahres haben wir Autoversicherungsportale getestet, im Januar 2012 Baufinanzierungsrechner, im Februar Portale für Wohngebäudeversicherungen. Die Ergebnisse waren jedes Mal ähnlich schlecht wie im aktuellen Test. Teilweise werden die Verbraucher gezielt getäuscht – es wird Zeit, dass der Gesetzgeber hier einen Riegel vorschiebt.

Zu einem ähnlichen Ergebnis war monero.de gekommen bei einem Vergleich von Autoversicherungs-Portalen (s. Finblog vom 5.10.2011).

1. Mai 2012
75 Euro für einen neuen Fernseher

Die Elektromärkte in Düsseldorf dürfen sich in den nächsten zwei Wochen auf prächtige Geschäfte freuen: Bei einem Kauf eines Fernsehers oder Geschirrspülers mit hoher Energie-Effizienzklasse zahlen die Stadtwerke Düsseldorf bis zu 75 Euro Förderung. Im E-Journal der Stadtwerke Düsseldorf ist folgendes nachzulesen:

 Gefördert werden:

  • Geschirrspülmaschinen der Effizienzklasse A+++ mit 75 Euro
  • Fernsehgeräte der Effizienzklasse A mit 50 Euro
  • Fernsehgeräte der Effizienzklasse A+ oder höher mit 75 Euro
  • Pro Kunde wird maximal eine Geschirrspülmaschine und ein Fernsehgerät gefördert
  • Kaufzeitraum: 30.04.12 bis 14.05.12

 
Genau genommen steht da noch nicht mal, dass die Aktion auf das Geschäftsgebiet der Stadtwerke Düsseldorf oder auf Kunden der Stadtwerke Düsseldorf beschränkt ist. Vermutlich ist es irgendwoanders geregelt, denn sonst könnten sich selbst Kölner, Hamburger oder Berliner die neue Glotze bezuschussen lassen.

Auf den ersten Blick erscheint es zwar unsinnig, dass ausgerechnet ein Energieversorger Geld dafür zahlt, wenn die Leute Energie sparende Geräte kaufen. Eine höhere Energie-Effizienzklasse aber verpufft als Stromsparmaßnahme, wenn der neue Fernseher gleich zwei Nummern größer gekauft wird – dann ist der Jahresverbrauch trotz A+ am Ende möglicherweise sogar noch höher als vorher.

8. April 2012
Ostern 2012: Bilder aus dem Hausflur

Es ist Ostern 2012, und meine Nachbarn haben wieder nach Herzenslust das Treppenhaus dekoriert. “Werden Sie das etwa wieder ins Internet stellen”, fragte gestern Frau R. besorgt. Sie ahnte die Antwort natürlich, dennoch hatte sie das nicht davon abgehalten, für sündhaft viel Geld die schöne Oster-Dekoration einzukaufen. Sehr pragmatisch fiel indes die Oster-Dekoration im Erdgeschoß aus:

Ostern 2012 Bilder Bilder Bilder

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1. April 2012
DB-Online-Ticket: Ausdruck nicht mehr immer nötig

Tickets für die Bahn online zu buchen ist für mich selbstverständlich geworden. Nur der Ausdruck ist immer mal wieder eine Hürde und Bürde, denn ich muss nicht nur den Ausdruck des Online-Tickets per Knopfdruck erledigen – ich muss den Ausdruck des PDF auch mitnehmen und in der Bahn dabei haben!

Es ist mir, Anhänger des möglichst papierlosen Büros, schon ein paar Mal passiert, dass ich erst im letzten Moment das Online-Ticket in die Tasche gepackt habe. Bei der letzten Reise mit der DB trieb mich daher die journalistische Neugier dazu, eine sympathisch wirkende Schaffnerin zu fragen: “Was passiert eigentlich, wenn ich mal den Ausdruck vergessen sollte? Würde es reichen, wenn ich Ihnen das PDF auf dem Laptop oder im Handy zeige?”
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22. März 2012
Softmaker Office im Härtetest – das war es mit Microsoft

Die Zeit von Microsoft Office auf meinen Rechnern ist vorbei.
Stattdessen verwende ich nun Softmaker Office aus deutschen Landen – und bin sehr zufrieden damit.
Softmaker Office, in der Version 2012, ist schnell, übersichtlich, kann alle Formate und bietet einige elektronische Schreibhilfen wie den eingebauten Duden-Korrektor. Sehr praktisch sind zudem die Reiter, wenn mehrere Texte gleichzeitig geöffnet sind. Das vereinfacht den Wechsel zwischen den Texten.

Viele Jahre lang hatte ich immer wieder Microsoft Office 2003 installiert, denn die neueren Versionen 2007 und 2010 sind schon wegen der neuen Menüs für mich vollkommen unübersichtlich. Außerdem reagieren Versionen 2007 und 2010, wie ich finde, schwerfällig. Einen Großteil der gut gemeinten Funktionen brauche ich nicht, einen anderen Teil der Funktionen finde ich nicht.

Vor Kurzem starb mein Dell Notebook den Festplatten-Tod. Das Problem ist dann: Eine Deinstallation von Microsoft Office ist logischerweise nicht mehr möglich. Um die Lizenz weiternutzen zu können, müsste ich in München anrufen und eine Deaktivierung anfordern. Schon der Gedanke daran, möglicherweise eine halbe Stunde lang Hotline-Spaß zu haben, hielt mich zurück.

Nach gut zwei Wochen intensiver Arbeit mit Softmaker 2012 habe ich immer noch nichts zu meckern. Die Version 2012 liest wirklich alle üblichen Formate und speichert auf Wunsch als Standard die üblichen Formate von Microsoft Office. Gerade hatte ich wegen eines gemeinsamen Vortrages ein Powerpoint-Ping-Pong zwischen Softmaker 2012 und Microsoft Office 2010 – es lief vollkommen problemlos.

Für den Preis bietet die Nürnberger Firma eine sehr gute Leistung. In der Professional-Version kostet Softmaker 2012 99,95 Euro – drei Lizenzen inklusive. Eine Art Outlook ist auch noch dabei, dessen Sinn sich mir aber etwa wegen bewährter Alternativen wie Thunderbird mir nicht ganz erschließt.

Wer sich das inzwischen kostenlose Softmaker 2008 besorgt hat, zahlt als Upgrade nur noch 59,95 Euro. Einen Aktivierungszwang wie bei Microsoft gibt es nicht.
Softmaker Office - so sieht die Software aus

19. März 2012
Strom sparen lohnt sich einfach nicht

Was kostet 1kWh, also eine Kilowattstunde Strom? Diese Frage stellte ich mir vor kurzem, weil die 13 Jahre alte Bosch-Waschmaschine zuhause möglicherweise bald ersetzt werden muss. Also schaute ich schon mal, was es so an Geräten im Elektronikmarkt um die Ecke gibt. Erste Erkenntnis: Moderne Waschmaschinen haben auf jeden Fall mehr Programme als das US-Privatfernsehen. Von Wolle-Kuschelkomfort-Perfekt über Pet-Hair-Removal bis Eco-Turbospeed-Schaummaximator ist alles dabei.

Außerdem gibt es Energieklassen wie bei den Rating-Agenturen. A+ ist zwar schon gut, aber A+++ ist so sparsam, da reicht eigentlich schon ein Windrad auf dem Dach. So ähnlich wollte mir das ein Verkäufer weismachen. Genannt werden auch Jahresverbrauchswerte. A+ liegt bei etwa 200 Kilowattstunden, A++ nur bei 170 (bei 6 Kilo-Trommeln). Lohnt es sich, deshalb 50 oder 100 Euro mehr auszugeben für A++?

1kWh kostet etwa 25 Cent, habe ich herausgefunden. 30 gesparte Kilowattstunden bringen also eine Ersparnis von sage und schreibe 7,5 Euro – im Jahr. Bei den Jahresverbrauchswerten gehen die Hersteller von 220 Waschvorgängen aus, also 4 pro Woche. Das mag bei einer Großfamilie zutreffen, in einem 2-Personen-Haushalt ist vielleicht die Hälfte realistisch. Das halbiert aber wiederum die Ersparnis auf etwa 3,80 Euro im Jahr.
Selbst wenn eine Stromspar-Waschmaschine mit A++ nur 50 Euro mehr kostet, dauert es über 10 Jahre, bis sich das amortisiert.
Also achte ich lieber auf das Pet-Hair-Removal-Programm.

2. März 2012
Wulff-Rente: In 600 Jahren hat das auch ein Durchschnittsverdiener

Der lebenslange Ehrensold für Ex-Bundespräsident Christian Wulff ist beschlossene Sache. 199.000 Euro jährlich bzw. rund 16.500 Euro monatlich gibt es für 20 Monate Amtszeit als Bundespräsident. Bei monero.de haben wir dazu ein wenig gerechnet.

- Rund 5 Millionen Euro wird das den Steuerzahler insgesamt kosten, mögliche Erhöhungen des Ehrensoldes unberücksichtigt. Zu Grunde gelegt wurde eine Lebenserwartung von 25 Jahren. Nach der aktuellen Sterbetafel hat ein 52-jährigen Mann zwar 27,76 Jahr Lebenserwartung. Wegen der Scheidung von seiner ersten Frau könnte es bei Christian Wulff aber etwas weniger sein. Solche Vorkommnisese verringern die Lebenserwartung (s. Graphik vom Rostocker Zentrum für demografische Forschung).

- Rund 3,4 Millionen Euro beträgt der Barwert der künftigen Rentenzahlungen (abgezinst mit 3,5 Prozent). So viel wären die Rentenansprüche wert, wenn sie einer Summe sofort ausgezahlt würden. Um so eine Summe in 20 Monaten anzusparen, müsste man bei 3,5 Prozent Zins monatlich 165.000 Euro auf die hohe Kante legen.

- Rund 600 Jahre müsste ein Durchschnittsverdiener in die gesetzliche Rente einzahlen, um 16.500 Euro Monatsrente zu bekommen. Bei den üblichen 45 Jahren sind es nur 1.200 Euro im Monat.

Der vollständige Text mit den Berechnungen ist hier bei monero.de zu finden.
Lebenserwartung bei Scheidung kürzer
Quelle: Rostocker Zentrum für demografische Forschung

29. Februar 2012
Was ist Provision? Ab sofort viel Geld für Kunden

Die Frage Was ist Provision wird bei Google jeden Monat rund 250.000 Mal gestellt. Sind es wirklich so viele Leute, die nicht wissen, was eine Provision ist? Sollten Sie aber jetzt unbedingt, denn zu Provisionen zumindest bei Versicherungen bahnt sich eine Zeitenwende an. Ganzes Posting lesen »