Was sind ETF, für wen sind sie sinnvoll?

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Über 1.000 Exchange Traded Funds (ETFs) sind inzwischen in Deutschland handelbar, heißt es. ETFs werden demnach immer bliebter. Aber was sind ETF eigentlich? Ich erkläre hier mal die drei Buchstaben.

Geringe Gebühren, einfach und verständlich: Das sind die Stichwörter, die ETF in den vergangenen Jahren populär gemacht haben. Solche an der Börse gehandelten Fonds bilden Aktien- oder Rentenindizes nach – der Anleger geht bei weniger Kosten immer mit dem jeweiligen Börsenbarometer. Steht der Dax z.B. bei 7.500 Punkten, kostet ein ETF-Anteil 75 Euro. Steigt der Index auf 8.000 Punkte, ergibt sich für den Anteil ein Wert von 80 Euro.

Was ETF anders macht: Der klassische Investmentfonds schröpft den Anleger, selbst wenn kein Euro verdient wurde. Beim Anteilskauf fallen bei Rentenfonds meist drei, bei Aktienfonds fünf Prozent der Einzahlung als Ausgabeaufschlag an. Dazu kommen die Verwaltungs- und weitere Kosten. Insgesamt beträgt die Summe der laufenden Kosten, auch TER genannt („Total Expense Ratio“), oft ein bis zwei Prozent des verwalteten Vermögens, manchmal sogar mehr. Die hohen Verwaltungskosten der klassischen Investmentfonds werden vor allem mit dem aktiven Management begründet, also dem Kauf und Verkauf von Wertpapieren. Außerdem werden aus den Verwaltungskosten laufende Provisionen für die Vermittler gezahlt.

Verwaltungskosten der ETF viel geringer

Anders die ETF: Da bei ETF-Indexfonds nur Indizes wie der Dax oder der Dow Jones EuroStoxx nachgebildet werden, sind die Verwaltungskosten generell gering. Da der Anleger zudem in der Regel direkt über die Börse kauft, fallen keine Vermittlerprovisionen an. Das sind die Vorteile. Aber gibt es bei ETF auch Nachteile? Durchaus.

Verwaltungskosten: Einige ETF sind mit 0,2 bis 0,3 Prozent Verwaltungskosten ausgesprochen günstig – es gibt auch Ausreißer nach oben, die mit bis zu einem Prozent fast so viel wie ein klassischer Investmentfonds kassieren. „Ein genauer Blick in die Unterlagen ist daher Pflicht“, sagt Rainer Zuppe, Fondsexperte der Stiftung Warentest in Berlin.

Kauf- und Verkaufskosten: Zwar fällt kein Ausgabeaufschlag an, sowohl beim Kauf als auch beim Verkauf über die Börse sind jedoch wie bei Aktien Gebühren zu zahlen (meist ein Prozent). Hinzu kommt der so genannte „Spread“, die Differenz zwischen An- und Verkaufskurs ein (meist nur um 0,05 Prozent, bei geringen Umsätzen auch mehr). Diese Kosten fallen beim Verkauf über die Börse noch mal an. Tipp: Die Anteile können aber auch wie bei jedem Fonds kostenlos an die Investmentgesellschaft zurückgegeben werden.

ETF sind Sondervermögen

Transparenz: Eine Vielzahl ETF betreibt Geschäfte, die der Anleger vermutlich so nicht erwartet. Bei einem ETF auf den Dax zum Beispiel kann es passieren, dass der Fonds überwiegend japanische Aktien enthält und die Wertentwicklung des Dax mit komplizierten Leih- und Tauschgeschäften („Swaps“) nachgebildet wird. Bei solchen „Künstlichen Indexfonds“ besteht laut Stiftung Warentest zwar kein Grund, an der Sicherheit zu zweifeln, der Anleger sollte jedoch vor dem Kauf über die Praktiken informieren – damit er weiß, was er kauft.

Generell gilt:  ETFs sind wie Investmentfonds Sondervermögen.Die zum Investmentvermögen gehörenden Guthaben werden auf Sperrkonten geführt, sind im Fall einer Pleite also geschützt. Für wen sind ETF geeignet? Nach meiner Meinung sind ETF für jene Anleger geeignet, die sich bei der Geldanlage nach einem bekannten Index richten wollen und nicht Chancen in Spezialmärkten suchen. Außerdem sollte man wissen, dass ETF überwiegend über Direktbanken angeboten werden, weniger von klassischen Filialbanken.

2 Kommentare

  1. Veröffentlich von Nils Meyer am 4. Januar 2013 um 12:05

    Gab es nicht bei den Swap basierten ETF noch bestimmte Steuervorteile bei den Dividenden gegenüber solchen die den Index größtenteils mit Aktien abbilden? 

    • Veröffentlich von Andreas Kunze am 8. Januar 2013 um 14:14

      Ja, bis zur Einführung der Abgeltungsteuer gab es einen Steuervorteil bei diesen ETF, da Dividenden wie Kursgewinne behandelt und daher nicht besteuert wurden. Mit Einführung der Abgeltungsteuer besteht hingegen nur noch ein Steuerstundungseffekt.



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