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Kredito.de: Kredit-Nepp 2.0

Kredito.de ist ein neues Kredit-Portal aus der Hansestadt Hamburg, das den Kreditmarkt revolutionieren könnte: mit Kredit-Kosten, die klassische Kredit-Haie wie fade Fischstäbchen wirken lassen. Als Effektivzins gibt Kredito.de mit 0,5 Prozent an. Das macht nur ein paar Cent aus. Es gibt einen Haken: Für die Kredit-Bewilligung ist ein so genanntes „Bonitätszertifikat“ notwendig – und das kostet bis zu 49,90 Euro. Wer dann nach einrm Monat rund 450 Euro zurückzahlen muss, der hat rund 50 Euro Kosten gehabt. Als Effektizins ausgedrückt wären das 310 Prozent p.a.>

Kredito-Geschäftsmodell ähnelt Vexcash

Sollte ein Kredito.de-Kunde nach einem Monat nicht zurückzahlen können oder einen neuen Kredit benötigen, wird offenbar ein neues Bonitätszertifikat fällig. Sollte sich das dann Monat für Monat wiederholen, steigen die Gesamtkosten aufgrund der sich wiederholenden Kosten für das Bonitätszertifikat in gigantische Höhen. Das Geschäftsmodell ist in England bereits bestens bekannt – und berüchtigt. Die FAZ hat über die so genannten „Payday Lender“ Anfang des Jahres einen ausführlichen Bericht geschrieben. In Deutschland gibt es bereits ein ähnliches Angebot mit vexcash.

Ob das allerdings dauerhaft im etwas stärker regulierten Deutschland funktioniert, wird sich zeigen. Nach der Preisangabenverordnung müssen sämtliche zwingende Kosten eines Kredites im Effektivzins ausgewiesen werden (*). Im Interview mit monero.de hat der Bankrechts-Experte Professor Julius Reiter deshalb die Meinung geäußert, dass es rechtswidrig sein dürfte, die Kosten für ein „Bonitätszertifikat“ beim Effektivzins auszuklammern.

Außerdem haben mehrere Oberlandesgerichte in jüngster Zeit geurteilt, dass Bearbeitungsgebühren etwa für die Bonitätsprüfung nicht auf Kredit-Kunden abgewälzt werden dürfen, u.a. Oberlandesgericht Zweibrücken (4 U 174/10), OLG Bamberg vom 04.08.2010 (3 U 78/10), OLG Dresden vom 02.12.2010 (8 U 1461/10), OLG Düsseldorf vom 24.02.2011 (I-6 U 162/10), OLG Hamm vom 11.04.2011 (31 U 192/10), OLG Karlsruhe vom 03.05.2011 (17 U 102/10), OLG Frankfurt/Main vom 27.07.2011 (17 U 59/11) OLG Dresden vom 29.09.2011 (8 U 562/11), OLG Celle vom 13.10.2011 (3 W 86/11).Für Kunden von Kredito.de könnten somit Chancen bestehen, das Geld zurückzufordern. Dann wäre Kredito.de sogar ausgesprochen günstig!

* Auszug Wikipedia:
http://de.wikipedia.org/wiki/Effektiver_Jahreszins#Preisangabenverordnung

Bei Verbraucherdarlehen gehört die Angabe des effektiven Jahreszinssatzes gemäß § 492 Abs. 2 BGB iVm Art. 247 § 3 Abs. 1 Nr. 3 EGBGB zwingend zum Inhalt des Vertrages, um dem Verbraucher Zinsvergleiche zu ermöglichen. Zum Schutz des Verbrauchers ist in § 494 Abs. 3 BGB zusätzlich festgelegt:Ist der effektive Jahreszins zu niedrig angegeben, so vermindert sich der dem Verbraucherdarlehensvertrag zugrunde gelegte Sollzinssatz um den Prozentsatz, um den der effektive Jahreszins zu niedrig angegeben ist.


Kommentare

P 29. Mai 2014 um 19:57

Gute Sache, taggleiche Überweisung. Aber für 100€ einen Kleinkrediteintrag in der Schufa? Kann man nicht eher erfahren, dass Vexcash so kleinkariert ist? Dann hätt ich mir nix geliehen….;) :/

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Siggi 21. Mai 2012 um 16:07

Also die Werbespots auf den britischen Sendern hier im NATO-Gym werben mit 1710% p.a., ganz klein, natuerlich.

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Sternberger-Frey 21. Mai 2012 um 15:57

Die Masche ist nicht neu. Schon vor einem Jahr hat ein ähnliches Portal mit dem Namen Vexcash in Berlin seine Pforten geöffnet – das war meines Erachtens der erste Anbieter so genannter Payday Loans. (siehe Website von ÖKO-TEST). Kredito macht sich genau wie Vexcash zunutze, dass "sonstige Kosten" nicht unbedingt in den Effektivzins eingerechnet werden müssen – und Juristen sich trefflich streiten können, ob denn ein Bonitätszertifikat, das man womöglich auch noch weiter einsetzen kann, nicht unter diesen Begriff in der PAngV fällt. Konnte der Geldanlage-Masche von vex-cash zwar mit Hilfe der BaFin einen Riegel vorschieben. Der vzbv hat zudem mit Unterlassungserklärungen für eine Verbesserung der AGB gesorgt. Ansonsten ist solchen Angeboten – wie auch im Ausland – mit herrschenden Gesetzen leider nur schwer beizukommen….

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Grosser Bruder 20. Mai 2012 um 22:16

@ Paul Neuhaus:

Der Zwang zum jeweils neuem Erwerb des "Bonitätszertifikats" ergibt sich aus den Geschäftsbedingungen und der Art der angebotenen Kredite, was man auf der Seite von kredito.de einsehen kann: 1. Ein Kredit wird nur für max. 30 Tage gewährt. Wer das Geld für länger braucht muß dann einen neuen Kreditvertrag abschließen. 2. Ein "Bonitätszertifikat" gilt nur für 30 Tage. Also jedesmal zum neuen Kredit auch ein neues Zertifikat.

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Geier 17. Mai 2012 um 17:17

Der Link zur FAZ führt ins Leere… Gemeint ist wohl dieser hier: http://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/kredithaie-

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Paul Neuhaus 17. Mai 2012 um 01:08

Ich will das Geschäftsmodell ebenfalls nicht per se gutheißen, aber worauf stützen Sie die Aussage, dass das Bonitätszertifikat monatlich verlängert werden muss, wenn der Kredit zu dem Zeitpunkt noch läuft?

So wie ich das verstehe, ist das Bonitätszertifikat zum Zeitpunkt des Kreditabschlusses erforderlich. Bei nicht fristgerechter Rückzahlung, also bei Verzug, reden die AGB (lediglich) von der in der Branche wohl üblichen Vorgehensweise bei Verzug: Forderungsmanagement, Verzugkosten, etc.

Lediglich bei einem erneuten Kredit wäre dann wieder ein neues Bonitätszertifikat erforderlich, was man natürlich zu Recht als Kosteneintreibung durch die Hintertür kritisieren kann.

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Andreas Kunze 17. Mai 2012 um 08:46

Ich denke da weniger an den Verzug, sondern mehr an den Wunsch des Kunden, den Kredit zu "verlängern", was dann einem Neuabschluss gleichkommt. Die maximale Kreditlaufzeit sind ebenso wie die Gültigkeit des Bonitätszertifikates 30 Tage.


Ries 16. Mai 2012 um 20:52

"Sollte sich das dann Monat für Monat wiederholen, steigt der Effektivzins aufgrund der sich wiederholenden Kosten für das Bonitätszertifikat in gigantische Höhen."

Ich will das Geschäftsmodell ja nicht gutheißen, aber wenn man jeden Monat 50 Euro bezahlen muss, steigt der Effektivzins gar nicht. Denn die oben genannten 310 Prozent p.a. sind ja schon auf das Jahr hochgerechnet. Wenn man zwölf mal die 49 Euro bezahlen muss, muss man natürlich gerechterweise auch die zwölf Monate in die Zinsformel einsetzen.

310 Prozent sind schon gigantisch genug. Gigantischer wird's nicht.

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Andreas Kunze 16. Mai 2012 um 21:16

Klingt logisch. Ich habe das geändert.


-0815- 16. Mai 2012 um 20:10

Wenn ich also das Geld auf mein Tagesgeldkonto mit 2,x% bringe, werde ich dann reich, ohne einen Finger krumm gemacht zu haben?

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Andreas Kunze 16. Mai 2012 um 20:37

Nein.


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