Kann man Arbeitslosengeld online beantragen?

Manche Menschen stehen irgendwann in ihrem Leben vor der Situation, arbeitslos zu sein. Die Frage, die sich dann stellt ist, wie man Arbeitslosengeld beantragen kann. Kann man das Arbeitslosengeld online beantragen oder muss man persönlich zur Arbeitsagentur gehen?

Online-Arbeitslosengeld: Das Wichtigste auf einen Blick

Die Arbeitslosenversicherung ist ein wichtiger Baustein der sozialen Sicherheit in Deutschland. Als Arbeitnehmer haben Sie Anspruch auf Leistungen, wenn Sie Ihren Job verlieren und arbeitslos werden. In der Regel können Sie das Arbeitslosengeld bei Ihrer zuständigen Agentur für Arbeit beantragen. Seit Kurzem ist es aber auch möglich, das Arbeitslosengeld online zu beantragen.

Wenn Sie online einen Antrag auf Arbeitslosengeld stellen, wird dieser an die zuständige Agentur für Arbeit weitergeleitet. Dort prüft ein Sachbearbeiter den Antrag und entscheidet, ob Sie Anspruch auf Leistungen haben oder nicht. In der Regel erhalten Sie innerhalb weniger Tage eine Rückmeldung über die Entscheidung.

Beachten Sie jedoch, dass es in manchen Fällen notwendig sein kann, dass Sie persönlich bei der Agentur für Arbeit vorsprechen oder Unterlagen einreichen müssen. Wenn Sie sich unsicher sind, ob Sie den Antrag online stellen können oder nicht, sollten Sie sich am besten an die zuständige Agentur wenden und nachfragen.

Technische Voraussetzungen für die Online-Arbeitslosengeldbeantragung

Um die Online-Arbeitslosengeldbeantragung nutzen zu können, müssen Sie über einen Computer mit Internetzugang verfügen. Zudem müssen Sie die folgenden technischen Voraussetzungen erfüllen:

Sie benötigen einen aktuellen Webbrowser, z.B. Microsoft Edge, Google Chrome oder Mozilla Firefox.

  • Ihr Computer muss über eine aktive Internetverbindung verfügen.
  • Die Verbindung zwischen Ihrem Computer und dem Arbeitsamt muss verschlüsselt sein (https://… Dies erkennen Sie an dem Schloss-Symbol in der Adresszeile Ihres Webbrowsers.
  • Um sich ausweisen zu können, brauchen Sie für ihren Personalausweis ein geeignetes Lesegerät oder ein Handy mit NFC Schnittstelle und die sechsstellige PIN für den Ausweis.

Tipp: Der Bund hat eine Ausweis-App, die die Nutzung des Personalausweises als elektronisches Dokument ganz einfach macht.

Kurz zusammengefasst

1. Ja, man kann Arbeitslosengeld online beantragen

2. Man muss sich allerdings zunächst registrieren

3. Die Registrierung ist kostenlos und dauert nur wenige Minuten

4. Nach der Registrierung erhält man einen Benutzernamen und ein Passwort

5. Mit diesem Benutzerkonto kann man sich dann arbeitslos melden, Leistungen beantragen und seine Daten verwalten

Das Benutzerkonto der Arbeitsagentur

Die Arbeitsagentur bietet ein kostenloses Benutzerkonto an, das viele Vorteile hat. So kann man sich beispielsweise online für Leistungen anmelden und Anträge verwalten. Das gilt seit neuestem sogar für Anträge auf Fortbildungen. Auch die Suche nach einem Job oder einer Ausbildungsstelle ist so einfacher und übersichtlicher. Man erhält außerdem auf Wunsch regelmäßig E-Mails mit Jobangeboten, die zu den eigenen Qualifikationen passen. Das Bewerben ist über dieses Benutzerkonto sehr einfach, vor allem, wenn alle Bewerbungsunterlagen bereits im Profil hinterlegt sind. Falls die Arbeitsvermittler einen Nachweis über die Bewerbungsaktivitäten sehen möchten, kann das Protokoll kopiert und eingereicht werden oder der Sachbearbeiter kann selbst auf Ihren Account zugreifen.

Die Kontaktdaten des aktuellen Sachbearbeiters können über das Profil eingesehen werden. Gelegentlich verschickt die Arbeitsagentur sogenannte Vermittlungsvorschläge per Post. Denen liegt dann ein Antwortschreiben bei, auf dem dokumentiert werden soll, ob man sich beworben hat und wie der Stand der Bewerbung ist. Diese Vorschläge sind ebenfalls im Benutzerkonto einsehbar und der Bewerbungsstatus kann digital erfasst und jederzeit geändert werden, so dass sich der postalische Schriftverkehr erübrigt. Das Konto ist also ideal für alle, die auf der Suche nach Arbeit sind oder bald auf der Suche sein werden.

Die Registrierung ist auch möglich, wenn man gar keine Leistungen bei der Arbeitsagentur bezieht. Statt arbeitslos lautet Ihr Status dann, arbeitsuchend. Eine Kundennummer der zuständigen Arbeitsagentur wird Ihnen automatisch zugewiesen und in der Regel behalten Sie die auch ein Leben lang.

Das Benutzerkonto kann weiter aktiv bleiben, wenn SIe wieder eine Arbeit aufgenommen haben. Der Vorteil ist, dass bei erneuter Arbeitslosigkeit nicht alle Daten neu angelegt werden müssen. Außerdem ist es ganz leicht möglich, in diesem Profil eine erneute Meldung der Arbeitsuche vorzunehmen oder erneut Arbeitslosengeld zu beantragen. Auch Termine mit einem Sachbearbeiter lassen sich so ganz leicht abstimmen.

Übrigens: Auch die Arbeitsagentur greift auf Ihr Benutzerkonto zu und verwaltet dort Ihre Daten. Das ist auch nötig, damit Sie Ihr Arbeitslosengeld bekommen. Für die Dauer des Leistungsbezugs ist es Ihnen nicht möglich, den Account selbst zu löschen.

Nachteil des Benutzerkontos

Ein wesentlicher Nachteil ist die Datenbegrenzung der Uploads. Dies gilt sowohl für einzelne Dokumente, die 1 MB nicht überschreiten dürfen, wie auch für die Gesamtdatenmenge, die mit 3 MB nahezu lächerlich ist. Wer viele Zeugnisse und Referenzen besitzt, muss diese in schlechter Qualität scannen, um das Datenvolumen nicht schon mit einem Dokument auszuschöpfen.

Wer sein Benutzerprofil nicht selbst anlegt und pflegt, besitzt trotzdem eines. Es wird dann anhand der eingereichten Formulare erstellt. Da dies sehr zeitaufwändig ist, wird hier nur der Lebenslauf erfasst und die Kenntnisse werden nur grob ausgewählt. Dies ist der Hauptgrund, warum so viele Vermittlungsvorschläge verschickt werden, die überhaupt nicht als passend empfunden werden. Dieser Nachteil lässt sich leicht ausgleichen, indem Sie Ihr Benutzerkonto selbst konfigurieren und Ihre Kenntnisse so gut wie möglich auswählen und einstufen.

Hinweis: Alle Bearbeitungen müssen durch den Sachbearbeiter bestätigt werden, damit sie nach außen hin sichtbar sind, also wenn Sie beispielsweise anonym auch von Arbeitgebern gefunden werden wollen.

Arbeitslosengeld, was sonst noch wichtig ist

Wer hat Anspruch auf Arbeitslosengeld? Jeder, der seinen Lebensunterhalt nicht mehr oder nur noch teilweise verdienen kann, weil er seine bisherige Tätigkeit aufgrund einer Entlassung oder einer Kündigung verloren hat. In Deutschland gibt es drei Systeme für die finanzielle Absicherung von Arbeitnehmern: das allgemeine Arbeitslosengeld, das Insolvenzgeld und das Kurzarbeitergeld, wenn Unternehmen Kurzarbeit angemeldet haben.

In Deutschland wird das Arbeitslosengeld als Einkommensersatzleistung gewertet. Ob es versteuert werden muss, hängt von der Höhe ab. In jedem Fall muss es aber bei der Steuererklärung angegeben werden.

Viele denken, dass man, wenn man selbst gekündigt hat, nicht zu einem Anspruch auf Arbeitslosengeld I gelangen kann. Das stimmt jedoch nicht. Selbst wenn Sie sich freiwillig entscheiden, Ihren Job zu verlassen oder aus anderen Gründen, die in Ihrer Person liegen, den Job verlieren, können Sie Anspruch auf ALG I haben. Allerdings gibt es in diesen Fällen in der Regel eine Sperre von 12 Wochen.

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