Test: So kassieren Taxi-Fahrer ab

Wenn ich das Taxi benutze und das Ziel nenne, kommt häufig eine Frage diesen Typs:

„Soll ich über die A-Strasse oder die B-Strasse fahren?“

Mit der Zeit habe ich den Eindruck bekommen, dass das so ein Art Test ist. Der Taxi-Fahrer will wissen, ob der Fahrgast aus der Stadt ist und sich auskennt oder ob es sich um einen Fremden handelt. Wenn ich geantwortet habe „Keine Ahnung, ich kenne mich hier nicht aus“, kam mir die Strecke irgendwie länger als nötig vor. Inzwischen bin ich dazu übergegangen, egal wo, mit Bestimmtheit Sachen zu sagen wie: „Normalerweise geht es doch über die B-Strasse am schnellsten. Ist da heute Stau?“ Egal, welcher Straße der Taxi-Fahrer dann wirklich nimmt – es geht gefühlt recht fix.

Soweit ist das aber alles rein subjektiv. Wissenschaftler aus Innsbruck haben nun einen Test daraus gemacht, wie Pressetext.com vermeldet.

Sie schickten drei Versuchspersonen auf insgesamt 174 Testfahrten im Stadtgebiet von Athen. Die Testkunden verbrachten rund 63 Stunden in Taxis und legten dabei 2.236 Kilometer zurück. Um die tatsächlich gefahrene Strecke mit der optimalen Route vergleichen zu können, war jede der drei Testperson mit einem GPS-Gerät ausgestattet.

Einer der Fahrgäste sprach nur Englisch, ein weiterer stellte sich als ortsfremder Grieche vor, der dritte als einheimischer Athener. Darüber hinaus kleideten sich die Versuchspersonen mal ärmlich und mal edel. Das Ergebnis: Fast jeden zweiten Passagier brachten die Taxifahrer über einen Umweg zum Ziel.

Erwartungsgemäß fiel die Fahrt bei ortsfremden Kunden deutlich weiter und länger aus als beim einheimischen Athener. Durchschnittlich bezahlten einheimische Athener nur etwa vier Prozent mehr als für eine optimale Fahrt. Für ortsfremde Griechen lag der Aufschlag bei neun Prozent, während Ausländer mit 19 Prozent zusätzlich zur Kasse gebeten wurden.

Und:

Tendenziell mussten Fahrgäste mit teurer Kleidung und exklusivem Fahrtziel einen höheren Preis entrichten.

Vorausgesetzt, das Experiment lässt sich von Athen auf Berlin, Köln, Mainz oder München übertragen, könnte ein weiterer Spar-Tipp lauten: Möglichst unrasiert, mit Jeans und fleckigem T-Shirt ins Taxi setzen. Dann wird man möglicherweise sogar mit einem Taxi-Fahrer verwechselt und kriegt einen Kollegen-Preis.

7 Kommentare

  1. Veröffentlich von Beobachter am 18. Mai 2011 um 10:05

    Die Bemerkung mit dem "unrasierten", "fleckigem T-Shirt" und "Kollegenrabatt" fand ich jetzt nicht sooo schlimm und man kann sich das Augenzwinkern denken.

    Da das offenbar nicht jeder versteht oder verstehen will, sollte der Autor in Zukunft wohl besser von Smileys Gebrauch machen 😉

    Bei einigen Taxifahrern trifft die Aussage ja auch zu. Da

  2. Veröffentlich von ManM am 13. Mai 2011 um 11:50

    Nach meiner Erfahrung wollen Taxifahrer (zumindest in D) mit der Frage nach A- oder B-Stra

  3. Veröffentlich von ednong am 13. Mai 2011 um 00:20

    Hm,

    also ich denke auch, Athen l

    • Veröffentlich von Andreas Kunze am 13. Mai 2011 um 11:22

      Wenn das mit dem Aussuchen so einfach waere: Immer wieder passiert es mir vor Bahnhöfen oder Flughäfen, dass ich genoetigt werde, das erste Taxi in der Schlange zu nehmen. Das ist eine Übereinkunft unter den Taxifahrern. Der Taxigast hat zwar im Prinzip die freie Wahl, aber es kommt durchaus, dass die Taxis hinter dem Erstplatzierten die Fahrt ablehnen und auf das erste Taxi in der Schlange verweisen.



  4. Veröffentlich von Jomo am 12. Mai 2011 um 21:51

    Ich denke, Athen l

  5. Veröffentlich von Andreas Kunze am 12. Mai 2011 um 20:43

    Wenn das so ankommt, bedaure ich das. Allerdngs erlebe ich es h

  6. Veröffentlich von falky am 12. Mai 2011 um 19:54

    "Dann wird man m

Hinterlassen Sie einen Kommentar