„Cash Trapping“: Und die Bank sieht nix?

Mit „Cash Trapping“ bei Geldautomaten, so schreibt die Arag, werden immer öfter Bankkunden geneppt. Und zwar so:

Die Täter manipulieren Geldautomaten, indem sie vor den Geldausgabeschacht eine baugleiche Vorsatzleiste ankleben. Diese verhindert, dass der Kunde das ausgezahlte Geld aus dem Automaten entnehmen kann. Auch kann der Automat das Bargeld nicht wieder einziehen. Der Kunde vermutet, dass sich der Schacht durch einen technischen Defekt nicht geöffnet hat. Der Automat sendet dann ein Fehlersignal und der Kunde verlässt frustriert den Vorraum. Anschließend entfernen die Täter, die den Vorgang aus der Nähe beobachten, die vorgeklebte Leiste mit dem Bargeld und verlassen die Filiale.

Die Kunden merken dann erst mit dem Kontoauszug, dass doch Geld abgebucht wurde. Die Frage dürfte sein: Bleibt der Kunde auf dem Schaden sitzen? M.E. müssten solche Gaunereien zu Lasten der Bank gehen. Zum einen weil es offenbar sehr einfach ist, Geldautomaten zu manipulieren. Zum anderen weil die Überwachung seitens der Bank offenbar mangelhaft ist, etwa mit Kameras.

Rechtlich spannend könnte dabei sein, dass seit Januar Gebühren für die Geldautomaten-Nutzung direkt dem (Fremd-)Kunden berechnet werden (und nicht mehr seiner Bank). Damit besteht m.E. ein Vertragsverhältnis direkt mit der jeweiligen Bank. Damit geht einher die Pflicht, für einen sicheren Geldautomaten zu sorgen. Wird diese Pflicht verletzt, macht sich m.E. der Geldautomaten-Betreiber schadenersatzpflichtig. Wird ein Geldautomat der Hausbank benutzt, besteht sowieso ein Vertragsverhältnis mit Haupt- und Nebenpflichten.

Chancen auf Schadenersatz hat aber vermutlich nur, wer sofort nach verdächtigen Vorfällen bei der Polizei Anzeige erstattet. Ansonsten kann die Banken einwenden, dass Geld sei ordnungsgemäß ausgezahlt worden, ein Trapping Aufsatz nicht zu finden.

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