Allianz-Sparschatz von der Allianz-Bank: Was taugt der?

Vom Allianz-Vertreter gibt es nun auch einen Sparbrief: Die Allianz Bank hat einen so genanten Sparschatz aufgelegt. Der „Allianz Bank Sparschatz“ richte sich sowohl an Bestandskunden als auch an Neukunden. Besonders interessant sei das neue Produkt vor allem für Versicherungskunden der Allianz, denn sie profitieren von einem speziellen Zinsbonus: Kunden, die zum Jahresende mindestens zwei Versicherungsverträge der Allianz besitzen, würden automatisch einen Bonuszins von jährlich 0,5 Prozent erhalten. Lohnt sich das?

Solche Geldanlagen mit jährlich steigendem Zins („Zinstreppe“) sind nicht neu. Der Klassiker dafür ist der Bundesschatzbrief. Bei der Allianz Bank werden folgende Prozent-Sätze genannt:

  • 1,5
  • 1,9
  • 2,1
  • 2,3
  • 3,3

Bonus-Zins bei Allianz-Sparschatz für Versicherungskunden

Die Allianz schreibt dazu noch Folgendes:

Damit beträgt die Verzinsung im ersten Jahr 2 Prozent und erreicht bei jährlich steigenden Zinsen im fünften Jahr 3,8 Prozent. „Das überdurchschnittlich verzinste Anlagekonto ist eine attraktive Anlage für Kunden, die völlig unabhängig von Kursschwankungen und Marktgegebenheiten sein wollen und stattdessen auf fest kalkulierbare Erträge Wert legen. Mit dem Allianz Bank Sparschatz hat der Kunde jederzeit Gewissheit über sein Guthaben am Ende der Laufzeit“, sagt Oliver Klink, Leiter Allianz Bank.

Fair wäre es, zumindest den Effektzins anzugeben, wenn der Sparer die volle Laufzeit mitmacht. Leider konnte ich eine solche Angabe nicht finden. Nach meinen Berechnungen sind es 2,2 Prozent effektiver Zins p.a. Das bringen derzeit bereits sogar einige Tagesgeld-Angebote oder 3-Monats-Festgelder. Bei fünfjährigen Sparanlagen sind bei anderen Banken etwa 3 Prozent p.a. möglich. Andererseits liegt der Allianz-Bank-Effektivzins nach fünf Jahren noch über dem eines aktuellen Bundesschatzbriefes nach fünf Jahren (1,97 Prozent, Typ A), so dass ich sagen würde: weder wirklich gut noch wirklich schlecht.

Versicherungskunden mit mindestens zwei Allianz-Verträgen erhalten einen Bonus von 0,5 Prozentpunkte. Das würde dann einen Effektivzins von 2,7 Prozent p.a. ergebem. Von einer solchen Koppelung rate ich ab: Die Allianz zählt nach meiner Beobachtung generell zu den teuren Versicherungen. Ein Zinsvorteil geht mögicherweise um ein Vielfaches drauf z.B. wegen einer zu teuren Unfallversicherung.

Nachtrag 10. 2. Allianz-Sprecher Dr. Michael Lehner legt Wert auf den Hinweis, dass Allianz-Sparschatz-Kunden jeweils nach einem Jahr über ihr Geld verfügen können.

Das handhaben andere Anbieter ähnlich. Bei Bundesschatzbriefen kann man nach einem Jahr Laufzeit z.B. über bis zu 5.000 Euro monatlich verfügen, beim Wachstumssparen der PSD Rhein-Ruhr kann z.B. nach einer 9monatigen Sperrfrist ganz oder teilweise über das Guthaben verfügt werden: „Pro Kalendermonat haben Sie die Möglichkeit, bis zu 2.000 Euro ganz ohne Zinsverlust abzuheben. Höhere Beträge können mit einer Kündigungsfrist von 3 Monaten abgefordert werden. Diese Verfügungen haben keine Auswirkung auf die Verzinsung des Restguthabens.“

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von ghb am 11. März 2013 um 16:27

    Leider kann ich kein Datum zu diesem Artikel finden.
    Interessant ist aber, dass der Autor konkrete Angaben zur Verzinsung gemacht hat.
    Ich habe versucht diese Daten selbst zu ermitteln, aber bei der Allianz endet alles in ein Beratungsgespräch.
    Ich halte das nicht für seriös, Konditionen eher zu verheimlichen als zu veröffentlichen.
    Ich möchte nicht einem geschulten Berater (besser Verkäufer – beraten kann ich ihn sicherlich besser!) gegenübersitzen, der mir zunächst verbal alles verspricht, was dann in unendlich vielen Seiten Kleingedruckten negiert wird.
    11.3.2013