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Nachrangdarlehen (Mezzanine-Kapital): Darum sind die Zinsen so gut

Immer öfter werden Geldanlegern derzeit so genannte Nachrangdarlehen etwa für Photovoltaik-Anlagen angeboten, berichtet die Verbraucherzentrale Bayern. Der mutmaßliche Grund dafür: Es besteht keine Prospektpflicht des Anbieters dieser Darlehen, die auch Mezzanine-Kapital oder Partiarische Darlehen genannt werden. Schutzvorschriften können so umgangenen werden. 

Das Angebot der Finanzvermittler klingt stets verlockend: Der Privatanleger gibt einer Firma eine Geldsumme als Kredit und erhält dafür einen festen Zinssatz und eine Gewinnbeteiligung. Die Firmen sind meist im Bereich der erneuerbaren Energien tätig und geben beispielsweise an, in Photovoltaik-Anlagen oder in sonstige Energieanlagen zu investieren.

Für Mezzanine-Kapital  bedarf es keines Prospekts

„Für Anleger ist das ein riskantes Spiel“, warnt Sibylle Miller-Trach von der Verbraucherzentrale Bayern. Die Finanzjuristin erläutert, dass solche Kredite, die wie der Name sagt, nachrangig sind. Das bedeutet, dass sie nur dann an den Anleger von Mezzanine-Kapital zurückbezahlt werden müssen, wenn das die Firma nicht in finanzielle Bedrängnis bringt.

Im Falle der Insolvenz der Firma steht der Anleger in der Gläubigerliste ganz hinten. „Eine solche Geldanlage ist also nur empfehlenswert, wenn man sich des Risikos bewusst ist und eine Firma kennt und gezielt fördern will“, so Frau Sibylle Miller-Trach.

Keine Prospektpflicht für nachrangige Darlehen

Die Verbraucherzentrale Bayern beobachtet, dass sich solche Angebote derzeit häufen. „Vermutlich liegt es daran, dass es dafür keine Prospektpflicht des Anbieters gibt, anders als bei Unternehmensbeteiligungen“, sagt Miller-Trach. So besteht zum Beispiel bei stillen unternehmerischen Beteiligungen seit 1. Juli 2005 eine Prospektpflicht. 

Wikipedia definiert Mezzanine-Kapital  bzw. Nachrangdarlehen wie folgt:

Mezzanine Finanzierungsformen sind eine Mischung aus Eigenkapital- und Fremdkapitalfunktionen. Mezzanine-Kapital kann demnach eigenkapitalähnlich (sog. Equity Mezzanine) in Form von Genussrechten, wertpapierverbrieften Genussscheinen oder stillen Beteiligungen gegeben werden. Möglich sind darüber hinaus Wandel- und Optionsanleihen. Mezzanine-Kapital, das in Form von nachrangigen, partiarischen Darlehen oder Gesellschafterdarlehen gewährt wird, besitzt hingegen Fremdkapitalcharakter und ist in der Regel bilanziell als Verbindlichkeit zu erfassen (sog. Debt Mezzanine).

Um Nachrangdarlehen handelt es sich auch, wenn Geldanleger in Immobilien-Crowdinvesting investieren. Das Geld ist also sehr riskant investiert, auch wenn feste Zinsen versprochen werden. Es hängt alles von der Bonität des Darlehensnehmers ab, in diesem Fall des Bauunternehmens.


Kommentare

Carolin 30. Juni 2017 um 07:55

Ich habe neulich gesen, dass Crowdinvesting ganz Allgemein eine Form der Mezzanine-Finanzierung darstellt, also nicht nur das Crowdinvesting in Immobilien. Beispielsweise auch das Crowdinvesting in Start-ups, wo sich dann auch Kleinanleger an der Finanzierung mit betreiligen können. Ich denke, dass auch dies ein Grund für die hohe Beliebtheit dieser Finanzierungsform ist und ziehe in Erwähnung, selbst diese Art von Geldanlage zu wählen. Trotz der vielen Nachteile bringt sie wohl auch einige Vorteile mit sich, wie hier hier neulich mal bei Unternehmerich gelesen habe – können Sie dies so bestätigen und was halten sie von dieser Art von Finanzierung für Kleinanleger (wie ich es bin)? Ich bin da lieber immer etwas vorsichtiger und hole verschiedene Meinungen ein und würde mich über Ihre Tipps diesbezüglich freuen.

Vielen Dank und Viele Grüße,
Carloin

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