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Kunst-Diebstahl: Wie ist das versichert?

Aus der Kunsthalle Rotterdam sind sieben Meisterwerke u.a. von Picasso, Matisse, Monet und Gauguin gestohlen worden. Der  Schaden des „Kunstraubes“ (so nennen ihn verschiedene Medien) beträgt mehrere Hundert Millionen Euro. Private Kunstsammler und Kunstliebhaber stellen sich bei solchen Ereignissen die gleichen Fragen wie Museen, Stiftungen und Galerien: Gegen welche Risiken sollen sie sich absichern und welche Versicherungen bieten Schutz? Die Gothaer Versicherung gibt Tipps.

Rund 1.300 Fälle von entwendeten Kunstgegenständen, Antiquitäten und sakralen Gegenständen in Deutschland wurden der Polizei 2011 bekannt – aufgeklärt wurden nur etwa 20 Prozent der Delikte. Kunstdiebe steigen auf der Suche nach wertvollen Gemälden oder Skulpturen häufig in Privatwohnungen ein, um die Kunstwerke später auf dem Schwarzmarkt zu verkaufen oder Lösegelder zu erpressen, das sogenannte Artnapping.

Fast die Häfte aller Kunst-Diebstähle bei Privatsammlern

43 Prozent aller gestohlenen Kunstgegenstände wurden nach Angaben des Bundesverbandes öffentlich bestellter und vereidigter sowie qualifizierter Sachverständiger im vergangenen Jahr aus Privatbesitz entwendet. Auch die beste Alarmanlage bietet keinen 100-prozentigen Schutz vor Einbrechern.

[box type=“info“ size=“large“ style=“rounded“]Diebstahl ist für einen deutschen Juristen, wenn eine fremde, bewegliche Sache weggenommen wird. Und zwar in der Absicht, sich diese rechtswidrig zuzueignen. Raub ist so ähnlich, setzt aber Gewalt gegen eine Person voraus oder zumindest die Androhung von Gewalt. In Rotterdam war es daher kein Kunst-Raub, sondern ein Kunst-Diebstahl.[/box]

Damit zu dem Verlust oder der Beschädigung eines Unikats nicht noch ein finanzieller Schaden hinzukommt, sollten die Besitzer ihre Kunstgegenstände gemäß ihrer Nutzung, der möglichen Risiken einer Schädigung oder eines Verlusts und ihrem Werts entsprechend versichern, meint die Gothaer.

Kunst-Diebstahl in der Hausrat-Versicherung

In der einfachen Hausratversicherung sind Kunstgegenstände grundsätzlich mitversichert. Es gelten jedoch meist besondere Entschädigungsgrenzen, die je nach Versicherung variieren. Kunstbesitzer sollten daher prüfen, ob die Entschädigungsgrenzen in der Hausratversicherung ausreichend sind. Außerdem wird der Versicherungswert des Hausrats meist ohne detaillierte Wertbestimmung einzelner Gegenstände ermittelt. Besonders wertvolle Objekte sollten daher bei der Festlegung der Versicherungssumme berücksichtigt und der Versicherung gesondert angegeben werden.

Einige Versicherer bieten eine spezielle Kunstversicherung für Privatkunden an. Sie lohnt sich laut Gothaer bei teuren Gemälden, Zeichnungen, Fotos, Skulpturen und multimedialen Kunstwerken vor allem dann, wenn besondere Risiken bestehen, die eine Hausratversicherung nicht abdeckt. Beispielsweise besteht Versicherungsschutz, wenn etwa Fotografien beschädigt oder gestohlen werden. Aber auch der Diebstahl oder die Beschädigung während des Transports zu Ausstellungen ist grundsätzlich versichert.

Kunst-Versicherungsschutz an mehreren Wohnsitzen

Eine so genannte All-Gefahren-Hausratversicherung versichert den gesamten mobile Besitz wie Kunst, Schmuck, sonstiger Hausrat sowie einige Gebäudebestandteile – sowohl am Erstwohnsitz als auch an weiteren Wohnsitzen im In- und Ausland. Sie schützt gegen die meisten Schäden durch Zerstörung, Beschädigung oder Abhandenkommen. Galerien können ihren Kunstbesitz über eine Kunst-Galerieversicherung, Museen über eine Kunst-Ausstellungsversicherung versichern.


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