Bank Run: Was ist das und wie schützt man sich?

In Zeiten wirtschaftlicher Unsicherheit rückt ein Begriff wieder in den Fokus: der Bank Run. Was steckt hinter diesem Phänomen, das Banken in die Krise stürzen kann? Wir analysieren die Ursachen, beleuchten aktuelle Beispiele und zeigen, wie sich Anleger schützen können.

Ein Bank Run, auch als Bankansturm oder Bankenpanik bekannt, entsteht, wenn eine große Anzahl von Kunden einer Bank gleichzeitig ihre Einlagen abheben möchte, weil sie um die Zahlungsfähigkeit der Bank fürchten. Da Banken nur einen Teil ihres Vermögens als Bargeld vorhalten und der Rest in langfristigen Anlagen gebunden ist, kann ein solcher Ansturm schnell zur Insolvenz der Bank führen.

Jüngste Beispiele für Bank Runs

Jüngere Beispiele für Bank Runs sind der Fall der Northern Rock Bank im Jahr 2007, die Silicon Valley Bank (SVB) im März 2023, Washington Mutual (WaMu) im Jahr 2008 und die Wachovia Bank. Bei der Silicon Valley Bank zogen Kunden innerhalb eines Tages etwa 42 Milliarden US-Dollar ab. Die SVB musste Konkurs anmelden, da sie hohe Einlagen von Start-ups und Risikokapitalfirmen aus der Tech-Branche besaß und diese Gelder in langfristige Anleihen investiert hatte. Als die Kredit- und Finanzierungskosten stiegen, benötigten die Unternehmen ihre Einlagen, aber die SVB konnte nicht schnell genug Liquidität bereitstellen.

Verheerende Folgen eines Bank Runs

Die Folgen eines Bank Runs sind verheerend. Nicht nur die betroffene Bank kann in die Pleite schlittern, sondern auch Firmen- und Privatkunden sowie weitere Banken können in den Strudel geraten. Im schlimmsten Fall kann ein Bank Run das gesamte Finanzsystem in Schieflage bringen.

Maßnahmen zur Verhinderung von Bank Runs

Um Bank Runs zu verhindern, gibt es verschiedene Maßnahmen:

  • Einlagensicherungssysteme: Diese Systeme garantieren den Sparern die Rückzahlung ihrer Einlagen bis zu einer bestimmten Höhe, unabhängig davon, ob andere Sparer ihre Einlagen abziehen oder nicht. In Deutschland sind beispielsweise Guthaben bis zu 100.000 Euro pro Kunde und Bank abgesichert.
  • Erhöhte Kapitalanforderungen: Banken werden verpflichtet, mehr Eigenkapital vorzuhalten, um Verluste besser auffangen zu können.
  • Stresstests: Regelmäßige Stresstests sollen die Widerstandsfähigkeit von Banken gegenüber Krisen prüfen.
  • Aussetzung der Zahlungen: Banken können ankündigen, ab einer bestimmten Sperrschwelle die Zahlungen auszusetzen.
  • Zentralbanken als Kreditgeber: Zentralbanken können den Geschäftsbanken im Notfall Kredite gewähren.
  • Kommunikation und Transparenz: Eine offene Kommunikation der Banken über ihre finanzielle Situation kann das Vertrauen der Kunden stärken.

Bankkunden sollten ihr Vermögen auf mehrere Kreditinstitute und Anlageklassen verteilen.

NEU: Bewerten Sie den Beitrag

Klicke auf die Sterne um zu bewerten!

Durchschnittliche Bewertung: 0 / 5. Anzahl Bewertungen: 0

Bisher keine Bewertungen! Sei der Erste, der diesen Beitrag bewertet.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert