Ausbildungsversicherung: Sinnvoll oder nicht?

Zum Schulbeginn empfehlen Vertreter gerne die Ausbildungsversicherung, wenn es darum geht, frühzeitig Geld für die Ausbildung oder sogar für die Rente zu sparen. Praktisch alle großen Versicherungen wie Allianz oder Debeka bieten sie an. Aber ist eine Ausbildungsversicherung sinnvoll? Lesen Sie hier Vorteile und Nachteile und welche Alternativen es zu dieser Versicherung gibt.

  • Die Vorteile einer Ausbildungsversicherung: Eine Mindestauszahlung etwa zum 18. oder 25. Geburtstag ist dabei garantiert, selbst wenn der Prämienzahler vorher sterben sollte. Das Kind wird dann in jedem Fall über einen bestimmten Betrag Geld verfügen können.
  • Die Nachteil der Ausbildungsversicherung: Es handelt es sich um eine spezielle Kapital-Lebensversicherung oder Rentenversicherung, so dass die vollen Kapitalerträge bei Ablauf auf einen Schlag zu versteuern sind, bei Ablauf ab dem 62. Lebensjahr des Versicherungsnehmers noch die Hälfte der Kapitalerträge. Außerdem ist die Vorsteuer-Rendite oft noch schlechter als bei sonstigen Lebensversicherungen, haben Tests von Ausbildungsversicherungen gezeigt.

Alternative zur Ausbildungsversicherung: Sparen + Risikolebensversicherung

Ein Grund: Versichert ist bei einer Ausbildungsversicherung nicht etwa das Kind, sondern in der Regel das Leben des Vaters oder auch der Großmutter. Wenn die „versicherte Person“ stirbt, werden die restlichen Prämien erlassen. Der Haken: Je älter die „versicherte Person“ ist, desto mehr wird anteilig als Risikokosten von der Prämie abgezogen.

Mitunter werden diese Versicherungen sogar schon als Vorsorge für die spätere Rente verkauft, dann hat das aber mit Ausbildung nichts zu tun. Das stößt auf Kritik.  Die Stiftung Warentest/ Finanztest schreibt auf test.de:

Der Versicherungsombudsmann hat Anbieter von Ausbildungsversicherungen gleich in zwei Punkten kritisiert. Wenn es erst bei Rentenbeginn der versicherten Kinder oder Enkel eine Auszahlung gebe, liege eine Falschberatung des Versicherers nahe, schreibt der Ombudsmann in seinem jüngsten Jahresbericht.

Die Alternative: Die Idee dieser Versicherung lässt sich auf jede andere Geldanlage übertragen: Angenommen, der Vater will in den nächsten 20 Jahren monatlich 50 Euro für die Ausbildung seines Sohnes ansparen. Das sind insgesamt 12.000 Euro. Über diese Summe kann der Vater eine so genannte „Risikolebensversicherung“ abschließen. Das kostet günstigen Anbietern wenige Euro im Jahr. Kommt der Vater frühzeitig ums Leben, kann mit dem Geld der Sparplan aufgefüllt werden.

Für regelmäßiges Sparen mit kleinen Beträgen kommen unter anderem festverzinsliche Banksparpläne so in Frage. Es gibt Laufzeiten von bis zu 18 Jahre. Sparpläne mit Investmentfonds sind spekulativer, jedenfalls dann, wenn sie einen höheren Aktienanteil haben.

Über eine Laufzeit von 10 und mehr Jahren sinkt das Verlustrisiko deutlich, wie Studien gezeigt haben. Vielmehr stehen die Chancen dann gut, eine überdurchschnittliche Rendite zu erwirtschaften. Einen Überblick zu erfolgreichen Fonds liefert zum Beispiel regelmäßig das Magazin „Finanztest“ von der Stiftung Warentest. Dann steht einer „selbst gemachten“ und sinnvollen Ausbildungsversicherung nichts im Wege.

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