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Aktienanleihen: Riskanter als die meisten denken

Aktienanleihen, die Zinswunder. Ob Tagegeld oder Sparbrief: Die Geldanlage-Zinsen sind als Folge der Finanzkrise am Boden. Paradiesisch erscheinen die Renditen von aktuellen „Aktienanleihen“ etwa von Siemens, Daimler, BASF, die teils über 10 Prozent versprechen. Doch der typische Zinssparer sollte genau lesen  – er könnte sich sonst noch ganz schön wundern…

Deutsche Anleger investieren immer mehr Geld in Aktienanleihen, so der Deutsche Derivate Verband (DDV). Das Volumen hat sich innerhalb eines Jahres verdoppelt, die Zahl der Angebote von rund 8.500 (Dezember 2008) auf derzeit 16.000 Papiere fast verdoppelt. Doch sind sich die Sparer des Risikos bewusst? Anders als der Name vermuten lässt, handelt es sich bei „Aktienanleihen“ nicht um festverzinsliche Wertpapiere wie etwa Bundesanleihen, sondern um Börsen-Spekulation ähnlich wie bei bestimmten Zertifikaten.

Bei Aktienanleihen kann die Bank in Aktien zurückzahlen

Zwar kann sich der Anleger darauf verlassen, während der in der Regel kurzen Laufzeit von 12 bis 15 Monaten die vereinbarten Zinsen zu erhalten – Bonität des Emittenten vorausgesetzt. Der spannende Moment kommt aber am Ende, beim Rückzahlungstermin: Die Bank kann dann in bar oder in Aktien zurückzahlen. Die Tilgung mit Aktien ist möglich, wenn der Kurs der Aktie wie etwa Allianz, Daimler oder Siemens unter den festgelegten „Basispreis“ gefallen ist.

Ein gutes Geschäft für den Anleger ist die Bar-Variante: Dann erhält er den Nennwert der Anleihe, also sein eingesetztes Kapital. Er hat sein Geld wieder und in der Zwischenzeit ordentlich Zinsen kassiert. Pech hat der Anleger, wenn er die Aktien übertragen bekommt. Sein Depotwert wird dann unter dem liegen, was er investiert hat. Es bleibt die Hoffnung, dass die Aktien eines Tages wieder im Kurs zulegen und zumindest den Wert des eingesetzten Kapitals erreichen.

Theoretisches Verlustrisiko bei  Aktienanleihen: 100 Prozent

„Unerlässlich ist es deshalb, sich über die zu Grunde liegende Aktie zu informieren“, sagt Rainer Zuppe, Geld-Experte der Stiftung Warentest. „Der Anleger sollte so von der Aktie überzeugt sein, dass er sie grundsätzlich auch kaufen würde.“ Denn auch wenn vor allem mit Zinsen geworben wird: Es handelt es sich vor allem um ein spekulatives Börseninvestment – das der typische Zinssparer gerade nicht will.

Ein starker Kursverlust der Aktie ist ungünstig für den Anleger, weil er die Papiere dann im Depot hat. Da eine Aktien theoretisch wertlos werden kann, beträgt das Verlustrisiko somit 100 Prozent. Steigt der Aktien-Kurs indes deutlich an, wäre es besser gewesen, direkt die Aktie im Depot zu haben. Im Idealfall macht die Aktie eine Seitwärtsbewegung. Der Aktienanleihen-Investor profitiert dann von den hohen Zinsen und bewahrt sein Kapital.

Berücksichtigen sollte der Aktienanleihen-Anleger zudem:

  • Aktienanleihen sind Bankschuldverschreibungen. Für die Zinszahlung und die Rückzahlung ist daher die Bonität des Emittenten maßgeblich, nicht die Bonität der Aktiengesellschaft.
  • Auf die Dividenden der Aktiengesellschaft hat der Käufer einer Aktienanleihe keinen Anspruch (anders ist das natürlich, wenn ihm beim Rückzahlungstermin Aktien übertragen werden und er vollwertiger Aktionär wird).

Thema Steuern: Seit Jahresanfang 2009 fallen Aktienanleihen unter die 25-prozentige Abgeltungssteuer, wodurch sie für Anleger mit hohem Steuersatz zumindest aus steuerlicher Sicht interessanter geworden sind.


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