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ING-Diba, Stefanie Laag und die Verbraucherzentrale NRW

Erinnern wir uns: Im November 2006 hatte der „Spiegel“ einer breiten Öffentlichkeit mitgeteilt, dass die Verbraucherzentrale NRW sich ihre Zeitung „Verbraucher Aktuell“ von einer Bank bezahlen lässt, und zwar von der niederländischen ING-Diba. Das Ganze läuft als „Spende“ deklariert klammheimlich seit mehreren Jahren.  Laut „Spiegel“ erklärte der Vorstand der Verbraucherzentrale NRW im Zuge der „Spiegel“-Recherchen, man wolle die Geldspritze der Bank ( neben rund 20 Millionen Euro vom Steuerzahler p.a.) jetzt ganz schnell öffentlich machen. Damit würde die Verbraucherzentrale NRW wenigstens das tun, wonach sie durch das NRW-Anti-Korruptionsgesetz ohnehin verpflichtet ist. In dieser Woche habe ich mal nachgeguckt, was sich getan hat.

Vielleicht habe ich ja was übersehen. Aber auf der gesamten Internetpräsenz konnte ich nichts entdecken, was auf die finanzielle Abhängigkeit von der Bank hinweist. Erwähnt wird der Spender ING-Diba allerdings durchaus, und zwar in der aktuellen (November-)Ausgabe von „Verbraucher Aktuell“. Da beklagt die „Finanzexpertin Stefanie Laag von der Verbraucherzentrale NRW“ die unterschiedlich hohen Zinssätze bei Dispokrediten. „Da kann es durchaus vorkommen, dass bei gleichem Kreditbedarf eine teure Bank doppelt so hohe Zinsen kassiert wie das günstigste Konkurrenzinstitut“, wird Frau Stefanie Laag von der hauseigenen, Diba-bezahlten Zeitung zitiert. Besonders teuer sind laut „Verbraucher Aktuell“ ofmals die Filialbanken. So, so. Und wer ist günstig? Na?

Weitaus günstiger sind hingegen einige Direktbanken, bei denen die Kunden das Girokonto per Telefon oder
nternet führen können. Die Deutsche Kreditbank (DKB begnügt sich beim Dispokredit mit günstigen 7,9 Prozent, knapp dahinter liegt die ING DiBa mit 8,0 Prozent.

Dass das Girokonto der ING-Diba, anders als bei vielen anderen Banken, monatlich 4 Euro Grundgebühr kostet, im Jahr also mindestens 48 Euro, lässt die Verbraucherzentralen-Diba-Zeitung locker unter den Tisch fallen. Stattdessen präsentiert die Verbraucherzentrale NRW zum Artikel eine Collage mit Banken-Logos, bei der das Logo des Spenders auffällig groß ins Zentrum gerückt wurde. Ein Hinweis, dass die gesamte Zeitung und damit auch dieser Artikel von der ING-Diba bezahlt wurde? Fehlanzeige.
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Im weiteren Verlauf macht dann Finanzexpertin Stefanie Laag noch tüchtig Werbung für Rahmenkredite, auch Abrufkredite genannt. Das ist zufälligerweise das Kreditangebot der ING-Diba, was als „Privatkredit“ auch offiziell sehr intensiv beworben wird.


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