EC-Karten im Ausland: So schützen Sie sich

Urlauber zahlen im Ausland gerne mit Plastikgeld, alsovor allem  EC-Karten oder Kreditkarten. Allerdings haben sich einige Gauner darauf spezialisiert, Kunden beim Karteneinsatz auszunehmen. Wer die Tricks der kennt, kann sich schützen.

EC-Karten-Trick 1: In Geschäften mit Kartelese-Geräten sind unsichtbare Minikameras installiert, die die Eingabe der Geheimnummer verfolgen. Kurz darauf wird dem Opfer im Einkaufsgewühl die Karte gestohlen – der Weg zum Konto ist frei.

EC-Karten-Trick 2: An Geldautomaten bringen die Gauner mitunter falsche Tastaturen oder täuschend echt aussehende Vorbauten an, mit denen sich Geheimnummer (PIN) und sowie die Daten des Magnetstreifens ausspionieren lassen.

EC-Karten-Trick 3: Bei der so genannten „Marseiller Schlinge“ wird der Eingabeschlitz des Geldautomaten so manipuliert, dass die Karte stecken bleibt. Vermeintliche Helfer erfragen beim Opfer die PIN, ohne tatsächlich die Karte herauszuholen. Das tun sie erst, wenn der Kartenbesitzer entnervt weitergeht.

Haftung bsi Sperrung der EC-Karte

Da bis zur Sperrung der EC-Karte zunächst der Kunde haftet, sollte der Urlauber regelmäßig prüfen, ob alle Karten noch vorhanden sind. Bei Verlust muss schnellstmöglich telefonisch die Kartensperrung veranlasst werden, zum Beweis sollte am besten ein Zeuge dabei sein.

Die Nummern sind je nach Kartentyp unterschiedlich. Wer sich als Urlauber im Ausland befindet, kann die meisten nationalen Dienste über Deutschland-Vorwahl 0049 erreichen, darüber hinaus gibt es internationale Dienste, die aber teilweise Englisch-Kenntnisse voraussetzen. Die Call-Center wollen üblicherweise die Kartennummer wissen – zumindest mit der Kontonummer müssen Anrufer dienen können. Kunden sollten deshalb insbesondere im Urlaub Infos zur Karte sowie Sperr-Nummer bei sich haben.

Musterprozesse um PIN-Missbrauch bei EC-Karten

Wurde eine Kreditkarte bereits missbraucht, ist der Kunde noch gut dran. Denn im Zweifel hat der Händler nachzuweisen, dass der Kauf vom Kartenbesitzer getätigt wurde. Gab es Verfügungen mit einer EC/Maestro-Karte, bei denen die PIN dem Betrüger bekannt war, sind Kunden meist die Verlierer. Die Banken stellen sich dann auf den Standpunkt, der Kunde habe fahrlässig gehandelt, weil er seine PIN nicht genügend geschützt habe.

Verbraucherschützer monieren, selbst der vorsichtigste Kunde sei inzwischen machtlos gegen die ausgefeilten Tricks. Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen holte sich aber eine Abfuhr bei Musterprozessen gegen Kreditinstitute. Der Bundesgerichtshof entschied in 2004, der Verbraucher müsse beweisen, dass er die PIN nicht fahrlässig, etwa durch eine Notiz, dem Gauner verraten habe (Az: XI ZR 210/03).

EC-Karte sperren