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Riester-Verträge: Steuer-Gutschrift optimieren

Das Sparen in Riester-Verträgen bei einer Bank, Versicherung oder Fondgesellschaft fördert der Staat seit 2008 mit bis zu 154 Euro jährlicher Grundzulage. Pro Kind mit Kindergeldanspruch kommen bis zu 185 Euro jährlich hinzu, bei ab 2008 geborenen Kindern sogar bis zu 300 Euro. Die Zulagen fließen direkt auf das Konto der jeweiligen Riester-Verträge.

Unterschätzt wird mitunter der Sonderausgabenauszug von bis zu 2.100 Euro, durch den sich eine zusätzliche Steuererstattung ergeben kann – die der Riester-Sparer behalten darf, also nicht aufs Sparkonto einzahlen muss. Wer Geld vom Finanzamt bekommt und wer nicht, hängt von der persönlichen Situation ab. Als Faustformel lässt sich sagen: Besserverdiener ohne Kinder können sich die meisten Hoffnungen machen, Geringverdiener mit Kindern die geringsten.

Der Grund: Das Finanzamt führt eine so genannte „Günstigerprüfung“ durch. Das funktioniert so: Angenommen, jemand kann 1.600 Euro als Sonderabgaben ansetzen, weil er so viel 2009 an eigenen Beiträgen und Zulagen in einen Riester-Vertrag eingezahlt hat und im Vorjahr 40.000 Euro zu versteuerndes Einkommen hatte. Bei einem Steuersatz von 36 Prozent würde sich eine Gutschrift von 576 Euro ergeben. Wurden eine Erwachsenen-Zulage (154 Euro) sowie zwei Kinder-Zulagen (370 Euro) gutgeschrieben, insgesamt 524 Euro, ergibt sich nur eine Differenz von 54 Euro zur Steuergutschrift wegen des Sonderausgabenauszuges. Dieser Betrag würde ausgezahlt.

Sonderausgaben-Abzug bei Ledigen am größten

Viel größer wäre der Geldregen vom Finanzamt, wenn der Riester-Sparer keine Kinder hätte und folglich keine Kinderzulagen angerechnet würden. In diesem Fall würde die Differenz zwischen 154 Euro und 576 Euro ausgezahlt, also 422 Euro. Dieses Geld hat der Riester-Sparer zu freien Verfügung. Es muss nicht an die Bank, Versicherung oder Fondsgesellschaft überwiesen werden.

Wichtig jedoch zu wissen: Die besondere Steuerermäßigung wegen des Riester-Sparens wird vom Finanzamt im Steuerbescheid ausgewiesen und zudem der Zulagenstelle für Altersvermögen (ZfA) mitgeteilt. Mit Fall einer schädlichen Verwendung des Riester-Vertrages, etwa bei einer vorzeitigen Kündigung, werden alle Förderungen zurückgefordert – nicht nur die Zulagen, sondern auch Steuerermäßigungen (Paragraph 10a Abs. 4 EStG).

Ein häufiger Irrtum ist es, der Riester-Sparer könne sich den Zulagenantrag beim Finanzinstitut sparen und nur Sonderausgaben geltend machen. Wäre das so, hätte es den Reiz, über viel mehr Geld frei verfügen zu können. Funktioniert aber nicht: Das Finanzamt zieht von der maximalen Steuergutschrift fiktive Zulagen ab. Das heißt: Es wird so gerechnet, als habe der Riester-Sparer die Zulagen in jedem Fall schon bekommen – selbst wenn sie nicht beantragt wurden.

So wird der Sonderausgaben-Abzug beantragt: Anlage AV auszufüllen und der Steuererklärung schließlich noch die Bescheinigung über Riester-Beiträge beifügen, die jährlich vom Finanzinstitut an die Kunden verschickt wird.


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