Diese Handwerker-Tricks sollten Sie kennen

Die Steuervorteile bei „Haushaltsnahen Dienstleistungen“ machen es reizvoller, die eine oder andere Arbeit nun von einem Handwerker erledigen zu lassen, anstatt selber in die Werkzeugkiste zu greifen. Allerdings gibt es immer wieder böse Überraschungen mit unseriösen Vertretern der Branche.

Stunden-Schinderei: Beim Aufrunden der Arbeitszeit sind Handwerker mitunter großzügig. Statt drei Stunden und 25 Minuten soll der Kunde volle vier Stunden bezahlen – gerne wird dabei zum Beispiel das Argument ins Spiel gebracht, der Kostenvoranschlag sei ohnehin aus Basis von vier Stunden erstellt worden. Schneller sei es gegangen, weil der Handwerker besonders fleißig gewesen sei.

„Der Kunde muss aber nur die tatsächliche Zeit bezahlen“, sagt der Mönchengladbacher Rechtsanwalt Sascha Kremer. Ebenfalls beliebt: Der Handwerker will sich für „Materialbeschaffung“ eine Fahrt zum Baumarkt bezahlen lassen (der zufällig nahe der Imbissbude liegt). Es ist aber allein Sache des Handwerkers, das notwendige Material dabei zu haben.

Pärchen-Bildung: Handwerker sind offenbar gesellig: Auch bei einfachen Arbeiten kommen sie gerne mal zu zweit, obwohl einer alleine den Job hätte ebenfalls erledigen können. Der zweite Mann hilft nur beim Tragen, schaut ansonsten viel zu und reicht gelegentlich das Werkzeug. Tauchen die Arbeitsstunden von beiden auf der Rechnung auf, sollte der Kunde protestieren. Kremer: „Es ist schließlich die freie Entscheidung der Firma, zwei Leute zu schicken.“

Fahrtkosten-Pauschale: Dem Kunden wird oft die volle Fahrtkostenpauschale berechnet, obwohl der Handwerker möglicherweise gerade von einem anderen Kunden in der Nähe kommt. Die Tourenpläne der Firmen sind in der Regel so aufgestellt, dass der Handwerker mehrere Kunden hintereinander abklappert. Bei der Terminvereinbarung sollte sich der Kunde erkundigen, wann die Handwerker ohnehin in der Gegend sind und auf einen Nachlass pochen.

Materialkosten-Nepp: Ein günstiger Stundenlohn kann sich als Köder erweisen, wenn der Handwerker schließlich für Material happige Preise in Rechnung stellt, die weit über dem Einkaufspreis eines Großabnehmers liegen. Vor der Auftragsvergabe sollte der Kunde also sowohl über Stundenlohn als auch über Materialpreise sprechen. Mit einem Besuch im Baumarkt oder einer Internet-Recherche lässt sich klären, was realistische Preise etwa für Fliesen oder Farbe sind.

Arbeitswerte-Umrechnung: Um den Preis je Handwerker-Stunde zu verschleiern, wird oft in so genannte „Arbeitswerte“ umgerechnet – ein Begriff, der in der Industrie verwendet wird. Das wirkt für den Laien günstig und erschwert den Vergleich. Wie viele Stunden der Handwerker abgerechnet hat, kann der Kunde nur wissen, wenn er eine Umrechnung in Stundenlohn verlangt.

Kleinteile-Liste: Manche Rechnung wird durch die Liste der angeblich benötigten Kleinteile lang und länger. In der Summe können die Kleinteile dann einen erheblichen Posten ausmachen. Eine nachträgliche Kontrolle ist kaum möglich. Während der Arbeitsausführung kann der Kunde aber zu verstehen geben, dass er ein Auge auf die Arbeiten hat und verlangen, dass ihm die ersetzten Kleinteile übergeben werden.
Auf der sicheren Seite der Kunde grundsätzlich, wenn er einen Festpreis vereinbart hat, etwa für das Streichen des Flurs. Rechtsanwalt Kremer: „Ein unverbindlicher Kostenvoranschlag kann um bis zu 15 Prozent vom Handwerker überzogen werden. Ein verbindlicher Festpreis muss dagegen eingehalten werden.“

Das Problem beim Festpreis: Der Umfang der zu leistenden Arbeiten müssen im Auftrag umfassend und verbindlich festgehalten werden – sonst entsteht für den Handwerker das Hintertürchen: Er berechnet Arbeiten, die nicht absehbar waren, weil der Kunde eine ungenauen Auftrag erteilt habe.

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Jens am 26. Juli 2006 um 02:35

    Wo kann man denn gerade diesen Text herbekommen? W

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