„UBS Stars Express“: Noch mehr Zertifikate-Opfer

Geldanleger haben offenbar mit dem 2007 verkauften Zertifikat UBS Stars Express“ ähnlich horrende Verlust gemacht wie mit Lehman-Zertifikaten. Berichten zufolge wurde UBS Stars Express in Deutschland unter anderem von der Hamburger Sparkasse (Haspa) unters Volk gebracht. Der auf Kapitalanlagerecht spezialisierte Hamburger Rechtsanwalt Raoul Sandner schreibt:

Möglich gemacht hat diesen enormen Verlust die spezielle Konstruktion des Zertifikates: Das auf 10 DAX-Werte bezogene Stars Express-Zertifikat sollte sich nach den Anlagebedingungen verlustfrei entwickeln, sofern bis zum Laufzeitende im Mai 2011 keine der zugrunde gelegten 10 Aktien an den jährlichen Beobachtungsstichtagen unter 50 % ihres Ausgangswertes fallen würde. Neben Titeln wie der BASF AG, DaimlerChrysler AG, Deutsche Bank, Deutsche Telekom AG, E.ON AG, RWE AG, Thyssen Krupp AG befand sich auch die Aktie der Hypo Real Estate Holding AG unter den in Bezug genommenen Basiswerten. Infolge der HRE-Verstaatlichung machte UBS Gebrauch von den in Anlagebedingungen enthaltenen, aus Anlegersicht geldvernichtenden Kündigungsklauseln.

Mit dem Stars Express-Zertifikat wurde der Anleger so gestellt, als hätte er von vornherein sein gesamtes Geld in den schlechtesten aller 10 zugrunde gelegten Aktientitel investiert. Wir gehen nicht davon aus, dass diese dem Papier innewohnende Negativauswahl dem Willen eines ordnungsgemäß informierten Anlegers entsprach. Zudem haben wir bis heute keinen Anleger kennen gelernt, der von seiner Bank über das Kündigungsrecht, auf das sich UBS nunmehr beruft, aufklärt wurde. Damit wurde den Anlegern ein wesentliches Risiko der Anleihe, welches sich jetzt verwirklicht hat, verschwiegen. Schadensersatzansprüchen gegen die beratenden Banken messen wir deshalb hohe Erfolgsaussichten bei.

Bei einer Falschberatung dürfte aber noch die alte dreijährige Verjährungstfrist gelten, so dass es bei einem Verkauf 2007 langsam eng wird, Ansprüche gegebenefalls gerichtlich durchzusetzen.