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Wie soll ich das nur wieder gutmachen?

Dass Zeitungsleser auf einen Artikel mit positiver Kritik reagieren, kommt selten vor. Meist wird in Leserbriefen gemeckert. Der Autor habe keine Ahnung, habe nicht richtig recherchiert, sei parteiisch etc. Erfreulich anders war ein Leserbrief zu einem Artikel über Telearbeit, erschienen in einer Wochenendbeilage. Jederfalls der Anfang war erfreulich. Aber dann…

Sehr geehrter Herr Andreas Kunze !
Wer am Samstag Ihren Artikel in der YXZ gesehen und/oder gelesen hat, wird sich verwundert die Augen gerieben haben. Der Inhalt des Artikels ist m.E. einwandfrei, gut recherchiert und gut geschrieben. Mit dem Foto allerdings führen Sie den Artikel nicht nur ad absurdum sondern erweisen den Bemühungen, Telearbeit im Interesse der Mitarbeiterschaft und eines Arbeitgebers auszuweiten einen Bärendienst. Alle Telearbeiter/innen wissen: Genauso darf Telearbeit nicht aussehen !!! Die Symbolik, die das Foto vermitteln soll ist klar: Vereinbarkeit von Familie und Beruf. So wie auf dem Foto dargestellt dient die Telearbeit aber weder der Familie (die Mutter kann nicht ungestört arbeiten sondern ist zusätzlich gestresst, dem Kind wird nicht die notwendige Aufmerksamkeit zu Teil) noch dem Beruf (eine ordnungsgemäße Aufgabenerledigung ist sehr unwahrscheinlich).

Auf andere negative Nebeneffekte (z.B. Datenschutz, etc) gehe ich des Umfangs wegen gar nicht erst ein. Ein wesentlicher negativer Nebeneffekt ist allerdings, dass dieses Foto“Wasser auf die Mühlen“ der Gegner von Telearbeit ist. Wie sollen Vorgesetzte und Entscheidungsträger von der Sinnhaftigkeit und Wirtschaftlichkeit der Telearbeit für die interessierte Mitarbeiterschaft und den Arbeitgeber überzeugt werden, wenn dies mit derart plakativer falscher Symbolik unterlaufen wird ? Ich vermute, dass die Bedenkenträger und Voreingenommenen, von denen es nach meinem Eindruck noch sehr viele gibt, nach Betrachten des Fotos den Artikel erst gar nicht lesen. Die wohlfeile Diskussion um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf ist das Eine, die praktische Unterstützung zur Umsetzung über die Befürwortung von Telearbeit das Andere. Der falsche Eindruck, den Ihre Veröffentlichung vermittelt, wird wohl nicht zu reparieren sein. Ein solches Bild „Mutter mit Kind auf dem Schoß bei der Arbeit zu Hause vor dem PC“ prägt sich leider mehr ein als ein sachlich fundierter Artikel. Wie wollen Sie das wieder gut machen?

Frau mit Kind vor dem PC als Illustration für Telearbeit – kann man drüber streiten. Eine dralle Blondine im Bademantel vor dem PC wäre sicher der bessere Hingucker gewesen.


Kommentare

Isabella Hinterreine 25. August 2011 um 21:04

Ich bin eigentlich eher durch Zufall bei einer Netzrecherche hier gelandet, aber bei diesem engagierten Leserkommentar konnte ich nicht einfach weiterklicken 😀

Insgesamt kann man dem Autor aber nur beipflichten. Telearbeit ist gut und sinnvoll f

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Lucas Appelmann 11. Januar 2011 um 19:50

Eine dralle Blondine, die sich ihres Bademantels entledigt? Solche Art von Telearbeit ist schon

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