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Was ist Tagesgeld? Die wichtigsten Fakten

Tagesgeld gehört laut einer Umfrage zu den beliebtesten Geldanlagen der Deutschen. Aber im Alltag erlebe ich immer wieder, dass manche Sparer sich unter Tagesgeld noch gar nichts vorstellen können oder recht seltsame Vorstellungen haben, etwa zur Sicherheit, zu Steuern oder darüber, wie man ein Tagesgeldkonto eröffnet. Also mal ganz simpel: Was ist Tagesgeld, worauf sollten Geldanleger achten?

Tagesgeldkonto-Definition

Bei Wikipedia ist Tagesgeld und Tagesgeldkonto kurz und knapp definiert: Ein Tagesgeldkonto ist demnach ein verzinstes Konto ohne festgelegte Laufzeit. Der Kontoinhaber kann täglich in beliebiger Höhe über sein Guthaben verfügen, er kann also alles oder auch nur ein paar Euro abheben. Ein Tagesgeldkonto wird als reines Guthabenkonto geführt, eine Überziehung ist nicht möglich. Für Zahlungsverkehr wie Überweisungen oder Daueraufträge kann das Tagesgeldkonto nicht genutzt werden.

Tagesgeldkonto-Eröffnung

Wer ein Tagesgeldkonto bei einer Filialbank einrichten will, geht einfach zur nächsten Filiale und stellt einen Kontoeröffnungsantrag. Die Personalien sind bekannt und müssen nicht weiter nachgewiesen werden. Bei Direktbanken werden Tagesgeldkonten per Telefon oder Internet eröffnet. Zumindest bei Neukunden ist es notwendig, dass sich der Tagesgeld-Sparer per Postident-Verfahren legitimiert. Das ist eine persönliche Identifikation von Personen durch einen Mitarbeiter der Deutschen Post AG – deshalb heißt das Postident.

Für die Eröffnung des Tagesgeldkontos muss ein Referenzkonto angegeben werden. Das ist ein Girokonto, auf das Auszahlungen des Tagesgeldkontos erfolgen sollen. Das Girokonto/Referenzkonto kann generell bei jeder beliebigen Bank bestehen, es muss nicht unbedingt beim Tagesgeld-Anbieter geführt werden. Eine Ausnahme gilt, wenn der Tagesgeld-Anbieter vorschreibt, dass ein Tagesgeldkonto nur zusammen mit einem Girokonto und/oder Depot eröffnet werden kann.

Tagesgeld-Mindestanlage

Wer ein Tagesgeldkonto bei einem Geldinstitut eröffnet, muss in der Regel keine Mindesteinlage tätigen. Es können also selbst Kleinstbeträge vom Girokonto auf das Tagesgeldkonto überwiesen werden. Und auch mit nur einem Euro Guthaben könnte das Tagesgeld-Konto bestehen bleiben. Einige Geldinstitute bieten ihren Kunden an, mit kleinen regelmäßigen Beträgen zu sparen, also als Sparplan. Mitunter gibt es allerdings Höchstbeträge für das Tagesgeld. Das machen Banken vor allem dann, wenn sie eine Werbeaktion mit einen besonders guten (subventionierten) Zinssatz laufen haben und nicht wollen, mit Anlegergeld zugeschüttet zu werden.

Tagesgeld-Zinsen

Die Zinsen für ein Tagesgeldkonto sind variabel und können von den Geldinstituten jederzeit angepasst werden. Bei einigen Geldinstituten erhalten Neukunden einen festen Zinssatz für einen festen  Zeitraum als Bonus für die Eröffnung eines Tagesgeldkontos, meist ein paar Monate. Ein Indikator für die Zinsberechnungen bei Tagesgeldern ist der Leitzins der Europäischen Zentralbank. Wird der Leitzins gesenkt, sinken auch die Zinsen für Tagesgeldkonten – und umgekehrt. Allerdings lassen sich die Banken bei Zins-Erhöhungen gerne mehr Zeit als bei Zins-Senkungen. Die Verzinsung der Tagesgeldkonten kann monatlich, quartalsweise oder jährlich erfolgen. Dabei gilt: Bei monatlichen Zinsen fürs Tagesgeld ist die Rendite besser, da es einen Zinseszinseffekt gibt.

Tagesgeld-Zinsen sind in der Regel besser als auf dem immer noch beliebten Sparbuch. Um sich die besten Zinsen zu sichern, sollten Geldanleger die unterschiedlichen Angebote miteinander vergleichen. Durch geringeren Verwaltungsaufwand bieten Direktbanken oft höhere Zinsen als Filialbanken an. Der Zinssatz sollte möglichst die aktuelle Inflationsrate ausgleichen oder zumindest nahe am aktuellen Inflationssatz liegen.

Tagesgeld und Kündigung

Für Tagesgeldkonten gibt es keine Kündigungsfristen. Da der Anleger per Definition täglich über sein Geld verfügen kann, kann er auch täglich kündigen. Wenn doch von Kündigungsfristen irgendwo die Rede sein sollte, muss der Sparer aufpassen. Eventuell verbirgt sich hinter dem „Tagesgeld-Konto“ ein Art Sparbuch, bei dem nur bestimmte Beträge jederzeit abgehoben werden können. Wegen der fehlenden Kündigungsfrist bei typischen Tagesgeldkonto, müssen anders als bei Sparverträgen auch keine Zinsabschläge bei einer Kündigung befürchtet werden .

Tagesgeldkonten und Einlagensicherung

Tagesgeldkonten von EU-Banken sind bis zu 100.000 Euro zu 100 Prozent gesichert. Bei Gemeinschaftskonten verdoppelt sich die Einlagensicherung. In Deutschland wird die EU-Mindestsicherung bei Privatbanken umgesetzt durch die Entschädigungseinrichtung deutscher Banken (EdB). Viele Privatbanken (aber nicht alle) bieten Kunden zusätzlichen Schutz durch eine freiwillige Einlagensicherung, wodurch das Tagesgeld in Millionenhöhe abgesichert wird. Sparkassen und Volksbanken haben eigene Sicherungssysteme, die ebenfalls einen vollständigen Schutz gewährleisten. Wird Tagesgeld bei einer ausländischen Bank mit Niederlassung in Deutschland angelegt, die aber keine deutsche Banklizenz hat, gelten die gesetzlichen Bestimmungen des jeweiligen Landes. Darüber sollten sich Sparer gründlich informieren.

Tagesgeld und Steuern

Die Zinserträge eines Tagesgeldkontos unterliegen wie andere Kapitalerträge auch der Abgeltungssteuer (25 % plus Solidaritätszuschlag. Bei Kirchenmitgliedern kommt Kirchensteuer hinzu, so dass rund 28 Prozent dem Finanzamt zustehen – aber nur dann, wenn der Sparer-Freibetrag von 801 Euro je Sparer überschritten wird. Hat der Sparer der Tagesgeld-Bank einen Freistellungsauftrag erteilt, bleiben die Zinsgutschriften bis zur Höhe des im Freistellungsauftrag genannten Betrages von der Abgeltungssteuer verschont. Für Zinsgutschriften darüber hinaus führt die Bank die Abgeltungssteuer direkt ans Finanzamt ab. Über die Steuererklärung lässt sich eventuell noch was zurückholen, jedenfalls dann, wenn der persönliche Steuersatz geringer ist als 25 Prozent.


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