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Vorab-Provision bei Fonds etwas mehr verboten

Das Verbot von vollen Vorab-Provisionen bei Investmentfonds ist zu Jahresbeginn verschärft worden, und zwar durch eine Änderung des Paragraphen 125 im Investmentgesetz. Bislang war es möglich und Praxis, das Verbot zu umgehen, indem ausländische Fondsanteile verkauft wurden. Denn der Wortlaut war wie folgt (Hervorhebung von mir):

Investmentgesetz (InvG)
§ 125 Kostenvorausbelastung

Wurde die Abnahme von Anteilen für einen mehrjährigen Zeitraum vereinbart, so darf von jeder der für das erste Jahr vereinbarten Zahlungen höchstens ein Drittel für die Deckung von Kosten verwendet werden, die restlichen Kosten müssen auf alle späteren Zahlungen gleichmäßig verteilt werden; dies gilt nicht für EG-Investmentanteile.

Die Vorabprovisionierung von Fonds ist der gleiche Mist wie bei Lebens- und Rentenversicherungen. Dort wird es Zillmerung genannt. Einziger Zweck ist es, die Verkäufer bei Laune zu halten. Denn sie bekommen die Provision dann nicht mit jeder Einzahlung, sondern gleich zu Beginn auf einen Schlag. Den Nachteil hat der Kunde, wenn er nach ein paar Jahren den Fonds-Sparplan oder die Lebensversicherung beendet. Ein Großteil seines Geldes ist weg für die Provision.

Durch das neue Versicherungsvertragsgesetz ist die Zillmerung bei Lebensversicherungen seit 2008 ebenfalls eingeschränkt worden. Die Kosten müssen zumindest auf die ersten fünf Jahre verteilt werden. Für die Riester-Rente in Form eines Versicherungsvertrages gilt das schon länger.

Für die Riester-Rente in Form eines Fonds-Sparplanes gelten nach Ansicht des Bundesverbandes der Verbraucherzentralen wiederum die neuen Vorschriften des Investmentgesetzes. Eine vollständige Verteilung des Abschlusskosten auf die Laufzeit (was für den Kunden am besten wäre) ist dort aber auch nicht vorgeschrieben. Ein Drittel der Kosten kann weiterhin mit den Einzahlungen des ersten Jahres verrechnet werden. Auch um solche Fonds-Sparpläne würde ich generell einen großen Bogen machen.


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