Verbraucherzentralen-Hotlines im Test

Wie gut beraten Verbraucherzentralen am Telefon zu Finanzthemen? Dazu hat die Zeitschrift procontra mit dem Finanzvertreter-Verband AfW-Bundesverband Finanzdienstleistung einen Test durchgeführt. „Das Ergebnis war in Teilen verheerend“, heißt es in einer Pressemitteilung. Auszüge:

Getestet wurden kostenpflichtige Hotlines der Verbraucherzentralen der einzelnen Bundesländer zu den Themen Altersvorsorge und Versicherungen. Im Test rief jeweils ein zuvor entwickelter Musterkunde an, welcher Bedarf für eine Beratung zu einem fällig werdenden Anlagebetrag von 10.000 Euro zeigte.

Das Positive vorab: Bei der überwiegenden Zahl der von procontra und dem AfW getesteten Hotlines wurde von einer telefonischen Beratung Abstand genommen und auf die Notwendigkeit einer persönlichen Beratung vor Ort hingewiesen. Nichts anderes hätte man von einem seriösen Berater erwarten dürfen. Ärgerlich für die Anrufer, die bis zu 2 Euro pro Minute für diesen Verweis zahlen müssen. Aber immer noch günstiger, als es für den Testkunden von procontra in zwei besonders dramatischen Fällen hätte kommen können.

Dem Testkunden wurde in einem Fall empfohlen, sein Geld lieber in Einzelwerte statt in teure Aktienfonds zu investieren und sich auf diese Weise seinen eigenen Aktienfonds zusammenzustellen. (…)

Die Berater der Verbraucherzentralen in NRW und Berlin verstießen überdies gegen die eigenen Empfehlungen und Checklisten der Verbraucherzentralen. „In der telefonischen Beratung fehlten klare Fragen nach konkreten Bedürfnissen und zur Risikoabsicherung des Testkunden. Stattdessen wurden teilweise nach wenigen Minuten konkrete Produkte empfohlen. Wer zu Recht auf der einen Seite Qualität in der Finanzberatung fordert und dabei kein Blatt vor den Mund nimmt, steht natürlich besonders in der Verpflichtung, in der eigenen Beratung alles besser zu machen – und nicht vieles schlechter“, resümiert Philipp B. Siebert, Chefredakteur bei procontra.

Wenn überwiegend eine telefonische Beratung abgelehnt wurde, dann haben die Verbraucherzentralen sich überwiegend richtig verhalten. Das Testergebnis wird vielleicht etwas überzogen negativ dargestellt.
M.E. ist es gleichwohl längst überfällig, etwa wegen solchen Vorfällen, dass die Verbraucherzentralen selber vor Ort getestet und kontrolliert werden. Nahelliegend wäre es, wenn das die Stiftung Warentest täte. Warum gehen die da nicht ran?

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von Der Goblin am 21. April 2010 um 19:38

    Warum gehen die da nicht ran?

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