Twitter und die Hausratversicherung

Zu meinem ersten Urlaubsposting aus Miami schickte mir ein Finblog-Leser folgende mahnende Mail:

Es ist wohl mittlerweile schon soweit, daß man es vermeiden sollte, zu posten, daß man zur Zeit im Urlaub und somit länger nicht zu Hause ist. Jeder kann im Impressum Deine Adresse lesen, auch solche Leute mit unlauteren Absichten, sprich Problemen mit fremden Eigentum. Ich poste oder twittere solche Sachen schon länger nicht mehr, denn man muß immer das Schlimmste mit einkalkulieren.

In diesem speziellen Fall war die Sorge unbegründet. Wir haben nicht nur ständig aufmerksame Nachbarn, sondern in dieser Zeit zudem eine Haus- und Hundehüterin gehabt. Bei dieser Gelegenheit noch mal allerbesten Dank an Miri T.

Aber generell ist der Hinweis absolut berechtigt. Was manche Leute via Blogs, Twitter oder Facebook veröffentlichen, ist geradezu eine Einladung für Einbrecher. Die Internetseite „Please rob me“ widmetete sich unlängst genau diesem Thema, hat aber offenbar die konkreten Adressen mittlerweile runtergenommen.

Wie sähe das eigentlich mit dem Versicherungsschutz aus, wenn die leerstehende Wohnung via Twitter der ganzen Welt mitgeteilt wird? In der Hausratversicherung ist der Einbruch-Diebstahl miversichert. Bei grober Fahrlässigkeit allerdings kann eine Versicherungsgesellschaft die Leistung zumindest teilweise verweigern, abhängig von der Schwere des Verschuldens.

Gerichtsklassiker in der Hausratversicherung sind etwa die auf Kipp stehenden Fenster einer Erdgeschosswohnung, die nur ins Schloss gefallene Haustür oder der Reserveschlüssel im Briefkasten sowie der Wohnungsschlüsel mit Adresse im Auto. Solche Verfahren gingen der Vergangenheit häufig zu Ungunsten der Versicherten aus, s. etwa Oberlandesgericht Celle (Aktenzeichen 8 U 255/97) zum Ersatzschlüssel im Briefkasten.

Das unvorsichtige Posting etwa über die Auslandsreise kann daher m.E. durchaus den Versicherungsschutz kosten, wenn der Einbruch dadurch wesentlich begünstigt wurde. Urteile gibt es meines Wissens dazu noch nicht. Eine Hürde für die Hausratversicherer dürfte sein, die Kausalität zu beweisen. Das Posting „Wir sind jetzt mal zwei Wochen in den USA“ ist das eine – dass genau deswegen die Einbrecher kamen, ist das andere. Nur die wenigsten Gauner werden sich voraussichtlich per Kommentar oder Re-Tweet bedanken.

Da aber ein Wohnungeinbruch auch mit Versicherungsschutz kein Vergnügen ist, dürfte etwas mehr Vorsicht bei den Veröffentlichungen angebracht sein.

10 Kommentare

  1. Veröffentlich von Miriam am 15. August 2011 um 22:13

    Wenn man wirklich genug Geld hat, dann braucht man eigentlich gar keine Hausrat!

  2. Veröffentlich von Fexx am 19. März 2010 um 16:36

    Durchaus ist wo ein Wille ist auch ein Weg, und als Einbrecher suche ich mir lieber eine wohlhabende Wohnung aus als einen Webmaster

  3. Veröffentlich von darkpact am 18. März 2010 um 12:51

    Ich gebe NewsShit recht. Das selbe wurde an Argumenten vor fast 30 Jahren zur Einf

  4. Veröffentlich von Michael am 18. März 2010 um 12:42

    Typisches Singleproblem. Ein Einbrecher sollte

  5. Veröffentlich von Christian am 18. März 2010 um 12:15

    Common sense Leute, common sense… Wenn jemand tats

  6. Veröffentlich von Jens am 18. März 2010 um 08:02

    Vorbeugen? Das macht nat

  7. Veröffentlich von Leser am 18. März 2010 um 00:51

    @NewsShit!

    Der Unterschied ist: Beobachtet jemand deinen Tagesablauf erfordert dies eine Handlung der T

  8. Veröffentlich von NewsShit! am 17. März 2010 um 22:58

    Wer mich zwei Wochen lang ausspioniert, wei

  9. Veröffentlich von Rene am 17. März 2010 um 21:59

    Grunds

  10. Veröffentlich von Miri T. am 17. März 2010 um 18:10

    Ui, da hab ich aber Gl

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