Telefonrechnung: Anruf mit „0900“ kann bis zu 30 Euro kosten

Statt den in Verruf geratenen 0190er-Nummern sind in jüngster Zeit bei Telefondiensten immer öfter Vorwahlen mit „0900“ zu sehen. Damit sollte sich der Verbraucher vertraut machen, denn feste Preise dafür gibt es nicht mehr.

Über die so genannten „Mehrwertdienst-Rufnummern“, die mit den Ziffern (0)190 oder (0)900 beginnen, können kostenpflichtige Informationen per Telefon oder Fax abgerufen werden. Gezahlt wird später mit der Telefonrechnung. Oft stecken hinter diesen Serviceangeboten unseriöse Geschäftemacher, die lediglich eine nutzlose Bandansage laufen lassen oder per Fax seitenweise Daten liefern, die im Internet umsonst erhältlich sind.

Um den Nutzer vor diesen Abzockern zu schützen, hat der Gesetzgeber mit dem „Gesetz zur Bekämpfung des Missbrauchs von Mehrwertdienste-Rufnummern“ einige wichtige Vorschriften geschaffen. So hat jeder Nutzer das Recht, bei der Regulierungsbehörde für Telekommunikation und Post (RegTP) Auskunft über den Namen und Anschrift desjenigen zu verlangen, der eine Dienstleistung über eine Servicenummer anbietet.

Bei 0900er Nummer nur Inhaltekennung

Bei einer 0190er Rufnummer muss die Anfrage schriftlich bei der RegTP erfolgen. Das dafür notwendige Formblatt kann im Internet heruntergeladen werden (www.regtp.de). Bei den 0900er Rufnummern – die die 0190er Nummern bis zum 31.12.2005 vollkommen ablösen – hat die RegTP eine Datenbank mit Angaben zu Anbietern erstellt, die im Internet eingesehen werden kann. Wer keine Internetzugang hat, bekommt die Auskünfte auch telefonisch bei der RegTP (02 08/4 50 70).

Während der Verbraucher bei den bisher verwendeten 0190er-Nummern oder den 0180er-Nummern anhand der nachfolgenden Ziffer den Preis pro Minute erkennen konnte (s. Graphik), kann der Nutzer bei den neuen 0900er-Nummern anhand einer Ziffer lediglich auf den Inhalt der angebotenen Dienstleistung schließen. Folgt der 0900 die Ziffer 1, so erwartet ihn Informationen. Bei der Ziffer 3 gibt es Unterhaltung ohne erotischen Bezug und die Ziffer 5 steht für alle übrigen Unterhaltungsangebote. Hinter der Ziffer 9 verbergen sich Leitungen für „Dialer“, also Einwählprogramme für den Computer.

Was der Spaß kostet, darf der Anbieter bis zu Obergrenzen frei festlegen. Allerdings müssen Anbieter von Mehrwertdiensten vor Beginn des Gesprächs den vollständigen Preis nennen. „Die Angaben müssen kostenlos sein und spätestens drei Sekunden vor Beginn der Entgeltpflicht gemacht werden“, so die Regulierungsbehörde.

Der Höchstpreis liegt bei 2 Euro pro Minute. Bei so genannten Blocktarifen darf der Anbieter höchstens 30 Euro pro Einwahl verlangen. Außerdem wird die Verbindung automatisch nach einer Stunde getrennt. Ein Fax-Anbieter muss vorab aufklären, wie viele Seiten er übermitteln will.

Wichtig: Wurde nicht in der vom Gesetz vorgeschriebenen Weise über den Preis informiert wurden, besteht kein Anspruch auf Zahlung des Entgeltes (§ 43b, Abs. 2 Satz 6 Mehrwertdienstegesetz).

1 Kommentar

  1. Veröffentlich von thorben am 7. August 2006 um 17:25

    nunja, was soll man dazu sagen, ausser "schwindel" gaaanz schnell aufgeflogen 😉

    hatte das mal mit eplus, dass die mir zu base raten wollten, da ich vieel zu eplus und ins festnetzkunde telefoniere, was ja auch stimmt, aber naja irgendwie fand ich das be

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