Steuererklärung 2012: Die 10 wichtigsten Tipps

Sie brüten über der Steuererklärung 2012? Um kein Geld ans Finanzamt zu verschenken, gibt der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (NVL) Tipps, die Steuerpflichtige in ihrer Einkommensteuererklärung 2012 beachten sollten, etwa bei Kindern oder Ausbildung.

Kinderbetreuung: Eltern können ab 2012 Kinderbetreuungskosten nun ohne Angabe von Gründen wie Berufstätigkeit, Ausbildung oder Krankheit von der Steuer abziehen. Der Abzug gilt für Kinder bis zum 14. Lebensjahr. Das Finanzamt erkennt zwei Drittel der Aufwendungen an, höchstens 4.000 Euro pro Jahr und Kind. Nicht abzugsfähig sind allerdings Kosten für Sport- oder Freizeitaktivitäten.

Kindergeld: Als weiterer Vorteil für Familien ist die Hinzuverdienstgrenze für volljährige Kinder weggefallen. Bis 2011 durfte der Nachwuchs zwischen 18 und 25 Jahren im Jahr nur maximal 8.004 Euro verdienen. Anderenfalls fielen das Kindergeld oder die Kinderfreibeträge komplett weg. Diese Rechnerei können sich Betroffene nun sparen. Einziger Wermutstropfen: Für Kinder in Zweitausbildung oder -studium besteht für Nebentätigkeiten eine Begrenzung auf 20 Arbeitsstunden pro Woche. Als positiver Aspekt spielt es in der Steuererklärung 2012 auch beim „Ausbildungsfreibetrag“ von 924 Euro keine Rolle, ob das auswärtig untergebrachte Kind Einkünfte erzielt oder BAföG erhalten hat.

Berufsausbildung: Die Kinder selbst dürfen für die erste Berufsausbildung oder das Erststudium im Jahr 2012 bis zu 6.000 Euro als Sonderausgaben ansetzen. Dazu zählen beispielsweise die Fahrten zur Ausbildungsstätte, Kosten für den Laptop, das Arbeitszimmer oder die Semestergebühren. Sind keine Einkünfte vorhanden, mit denen die Sonderausgaben verrechnet werden können, sollten die Auszubildenden dennoch die Belege aufbewahren und einen Antrag auf Feststellung der Kosten stellen. Möglicherweise dreht sich hier die Rechtslage zu Gunsten der Steuerpflichtigen. Kinder in Zweitausbildung oder im Zweitstudiengang, hierzu zählt auch schon der „Master“, sowie im Rahmen einer Fortbildung können alle Aufwendungen uneingeschränkt bereits jetzt als Werbungskosten abziehen.

Betreuungsfreibetrag:Einer Übertragung des Freibetrags für Betreuung, Erziehung und Ausbildung kann der andere Elternteil widersprechen, wenn er selbst Aufwendungen hierfür getragen hat. Groß- und Stiefeltern können von dem Freibetrag profitieren, wenn sie unterhaltspflichtig sind oder das Kind in den Haushalt aufgenommen haben.

Pendlerpauschale: Für Pendler besteht eine wichtige Veränderungen. Danach ist die Vergleichsrechnung zwischen Entfernungspauschale von 30 Cent pro Kilometer und tatsächlichen Kosten für öffentliche Verkehrsmittel für das gesamte Jahr vorzunehmen. Infolge dessen entfällt die frühere taggenaue Abrechnung. Diese Pauschalierung kann sich allerdings in einigen Fällen, z.B. bei Nutzern von „Park & Ride“, nachteilig auswirken.

Gebäudesanierung: Glück im Unglück haben Steuerpflichtige, die zwingend eine Gebäudesanierung, zum Beispiel aus gesundheitlichen Gründen im Rahmen einer Asbestbeseitigung, durchführen müssen. Die dabei anfallenden Kosten können nach neuer Rechtsprechung immerhin als außergewöhnliche Belastungen gelten und sind damit abzugsfähig. Bloße Renovierungen des privaten Heims fallen jedoch nicht hierunter und können allenfalls der Höhe nach begrenzt als Handwerkerleistungen beim Steuerbonus angesetzt werden.

Anlage KAP: Viele Anleger ersparen sich für 2012 das oft mühevolle Ausfüllen der Anlage KAP. Grund: Wer außergewöhnliche Belastungen wie Krankheits- oder Scheidungskosten geltend machen will, muss einen zumutbaren Eigenanteil selbst tragen. Bei der Berechnung sind nun etwaige Kapitalerträge wie Zinsen oder Dividenden ausgenommen. Gleiches gilt bei Ermittlung des Spendenhöchstbetrages.

Rentner-Freibetrag: Ruheständler, die 2012 erstmals eine Altersrente bezogen haben, erhalten nur noch einen Freibetrag von 36 Prozent auf die Renteneinnahmen. Dieser Betrag wird auch für die Folgejahre fortgeschrieben und gilt für Renten aus berufsständischen Versorgungswerken sowie aus Rürup-Verträgen gleichermaßen. Laufende Rentenerhöhungen gehen sogar voll in die Besteuerung ein. Der Abzug von Aufwendungen für die Altersversorgung dagegen steigt im Jahr 2012 auf 64 Prozent von maximal 20.000 Euro.

Kirchensteuer: Erstattete Sonderausgaben – wie Kirchensteuer oder Beiträge zur Krankenversicherung – aus den Vorjahren werden in der Einkommensteuererklärung 2012 mit den gleichen Aufwendungen verrechnet. Sind die Erstattungen höher, erfolgt eine Verrechnung mit anderen Sonderausgaben. Die alten Steuerbescheide werden nicht mehr aufgerollt.

Ortsübliche Miete: Vermieter haben schließlich darauf zu achten, dass die vereinbarte Miete in 2012 mindestens 66 Prozent der ortsüblichen Miete betragen hat. Nur dann gilt die Vermietung, beispielsweise an Angehörige, steuerlich als voll entgeltlich.In diesem Fall sind sämtliche Werbungskosten wie Abschreibung oder laufende Reparaturen abzugsfähig. Damit ist die frühere Überschussprognose weggefallen.

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