Skip to main content

Steuererklärung 2012: Wer zur Abgabe verpflichtet ist

Für viele Steuerpflichtige ist es derzeit wieder an der Zeit, sich mit der Einkommensteuererklärung zu befassen, und zwar für für 2012. Der Neue Verband der Lohnsteuerhilfevereine e.V. (NVL) erklärt, wer diese abgeben muss und warum sich auch eine freiwillige Steuererklärung fast immer lohnt.

Nicht nur Selbständige, auch viele Arbeitnehmer sind verpflichtet, ihr Vorjahreseinkommen gegenüber dem Finanzamt zu erklären. Rund die Hälfte aller Arbeitnehmer muss nach den Erfahrungen des NVL eine Einkommensteuererklärung abgeben. Verpflichtet sind berufstätige Ehegatten, wenn sie die Lohnsteuerklassen III und V oder IV mit Faktor gewählt haben. Diese Steuerklassen-Kombinationen empfehlen sich für Paare mit unterschiedlich hohen Einkommen oder im Vorgriff auf Lohnersatzleistungen, um beim betreffenden Partner die Bezüge zu erhöhen.

Ehepaare bei Lohnsteuerklassen III und V oder IV mit Faktor müssen Steuererklärung machen

Ebenfalls zur Abgabe verpflichtet sind Steuerpflichtige, die sich auf der Lohnsteuerkarte einen Freibetrag beispielsweise für die eigene Fortbildung, Wegekosten zur Arbeit oder Kinderbetreuungskosten eintragen ließen. Von der Abgabepflicht befreit sind in diesem Fall nur Alleinstehende mit Arbeitseinkommen bis zu 10.200 Euro oder zusammenveranlagte Ehegatten bis zu 19.400 Euro. Eine Steuererklärung muss ferner einreichen, wer im Jahr 2012 neben dem Arbeitslohn weitere steuerpflichtige Einkünfte von mehr als 410 € bezogen hat, beispielsweise aus der Vermietung von Immobilien. Das Gleiche gilt bei Bezug von Lohnersatzleistungen wie Elterngeld, Mutterschaftsgeld, Kurzarbeitergeld oder Arbeitslosengeld I. Diese Bezüge werden zwar steuerfrei ausgezahlt, erhöhen aber den Steuersatz für das übrige zu versteuernde Einkommen. Dieser sogenannte Progressionsvorbehalt kann zu Steuernachzahlungen führen.

Für Rentner gilt spätestens seit 2005 ohnehin, am Jahresende durchzurechnen, ob Steuerzahlungen fällig werden. Denn mindestens 50 Prozent der Altersbezüge sind seitdem steuerpflichtig. Und infolge verbesserter Kontrollen der Finanzverwaltung steigt das Entdeckungsrisiko jährlich. Bloßes „Wegducken“ ist damit für die Betroffenen keine Lösung, “ warnt Markus Deutsch, Leiter Steuern und Medien beim Neuen Verband der Lohnsteuerhilfevereine. Frist für die Abgabe der Einkommensteuererklärung 2012 ist der 31. Mai 2013. Steuerpflichtige mit einem Berater, zum Beispiel einem Lohnsteuerhilfeverein, haben Aufschub bis zum Jahresende 2013.

Gerade für Arbeitnehmer kann aber auch die freiwillige Abgabe einer Steuerklärung bares Geld wert sein, bestätigt Markus Deutsch. Grund ist, dass beim Lohnsteuerabzug nur wenige Pauschalen berücksichtigt werden. Höhere Aufwendungen für Werbungskosten, Sonderausgaben, außergewöhnliche Belastungen oder Steuerermäßigungen aus Handwerkerleistungen werden erst über eine Einkommensteuerklärung wirksam. Aber auch Günstigerprüfungen – wie bei der Abgeltungsteuer – erfolgen nur im Rahmen einer steuerlichen Veranlagung.


Keine Kommentare vorhanden


Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *



Bewertungen & Erfahrungen: Finanzexperte Andreas Kunze » Finanzwissen » Steuererklärung 2012: Wer zur Abgabe verpflichtet ist