Spar-Studie: Konsum jetzt wichtiger als Altersvorsorge

„Konsum/Spätere Anschaffungen“ ist derzeit das wichtigste Sparziel der Deutschen, so eine TNS-Infratest-Umfrage im Auftrag des Verbandes der Privaten Bausparkassen durchgeführte repräsentative Umfrage zum Sparverhalten der Bundesbürger. Altersvorsorge ist nur noch das zweitwichtigste Sparziel.

Die Umfrage zum Sparverhalten wird drei Mal im Jahr durchgeführt, aktuell ist es Nummer 46. Interviewt wurden dabei über 2.000 Bundesbürger im Alter von 14 Jahren und mehr. Laut einer Mitteilung des Verbandes der Privaten Bausparkassen hat „Konsum/Spätere Anschaffungen“ hat im Herbst 2012 „Altersvorsorge“ als wichtigstes Sparziel Spitzenreiter abgelöst. Auf Platz drei kam wie bisher „Erwerb/Renovierung von Wohneigentum“ (s. Graphik).

Das Sparziel „Konsum/Spätere Anschaffung“ legte laut Umfrage im Vergleich zur Sommer-Befragung um sechs Prozentpunkte zu und erreichte 62 Prozent. Das bislang wichtigste Sparziel „Altersvorsorge“ hat eben jene sechs Prozentpunkte verloren. Einen Rückgang von fünf Prozentpunkten auf 46 Prozent verzeichnete das immer noch drittwichtigste Sparmotiv „Erwerb/Renovierung von Wohneigentum“. Mit großem Abstand folgt das Sparziel „Kapitalanlage“, das mit 31 Prozent auf dem bisherigen Niveau verharrte.

Etwas weniger Sparer in Deutschland

Der Anteil der Sparer ist um zwei Prozentpunkte auf 47 Prozent zurückgegangen. Der Anteil der Nicht-Sparer stieg um ein Prozentpunkt auf 52 Prozent. Die aktuell leicht gefallene Sparneigung werde auch beim Sparklima-Index des Verbandes deutlich. Er wird als Saldo aus den Prozent-Anteilen derjenigen, die künftig mehr sparen wollen, und derjenigen, die künftig weniger sparen wollen, berechnet. Er fiel von -4,1 im Sommer auf -5,0 im Herbst 2012.

Aber warum wollen die Deutschen Geld lieber ausgeben als es für die die Altersvorsorge anzulegen? Andreas J. Zehnder, Vorstandsvorsitzender des Verbandes der Privaten Bausparkassen, meint: „Befördert wird dies offensichtlich durch eine wachsende Inflationsfurcht und die von der EZB diktierten niedrigen Zinsen, durch die eigene Ersparnisse jetzt und im Alter entwertet würden.“

Die Finanzwirtschaft wird das nicht gut finden –  für die Binnennachfrage und damit für die Wirtschaftslage ist eine solche Haltung aber durchaus positiv.

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