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Rügen für GDV und AWD wegen Schleichwerbung

Der Versichererverband GDV („Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft“) sowie der Finanzvertrieb AWD („Allgemeiner Wirtschaftsdienst“) sind vom Deutschen PR-Rat (DRPR) wegen Schleichwerbung gerügt worden.
Aus den vom DRPR teilweise veröffentlichten Stellungnahmen von GDV und AWD lässt sich herauslesen: Die Propagandaarbeit von GDV und AWD dürfte vermutlich genau so weitergehen. Denn sowohl GDV als auch AWD sind sich keiner Schuld bewusst. Der AWD drohte laut PR-Rat sogar mit rechtlichen Schritten, sollte sich der PR-Rat negativ über den Finanzvertrieb äußern.

Der GDV wurde wegen des „Marienhof“-Skandals (ARD) gerügt. Auszug aus dem DRPR-Bericht:

In seiner Erwiderung auf die Anfrage des DRPR bestreitet der GDV, Schleichwerbung betrieben zu haben. Gegenstand der Darstellungen im „Marienhof“ seien keine „entgeltlichen Waren, Produkte oder Dienstleistungen (…) für die man hätte
werben können“ gewesen. (…) Dass der GDV von den Produktionskostenzuschüssen seiner von ihm beauftragten Agentur K+W an die Produktionsgesellschaft nichts gewusst hat, hält der Rat in Anbetracht der hohen Summe von 208.607,09 Euro für unwahrscheinlich. Es ist sogar zu vermuten, dass der GDV seinen Verbandsmitgliedern darüber Rechenschaft erstattet hat und der Kreis der Mitwisser daher noch größer ist.

Der AWD wurde wegen des SAT1-Skandals gerügt. Auszug aus dem DRPR-Bericht:

Der DRPR geht in seiner Urteilsfindung davon aus, dass die seitens AWD gezahten Beträge in starkem Maße für die getarnte Platzierung von Themen und AWD-Experten in SAT 1-Sendungen gezahlt wurden und damit der Tatbestand unzulässiger Schleichwerbung gegeben ist. (…) Der AWD nahm auf Anfrage des DRPR dazu Stellung. Sein Sprecher Béla Anda schreibt: „Der AWD hat weder TV-Beiträge produziert noch platziert, noch auf Art und Weise der Produktion etc. inhaltlich Einfluss genommen. (…) Zu Beginn seines Briefes an den Rat bestreitet Béla Anda die Zuständigkeit des DRPR und droht mit rechtlichen Schritten „für den Fall, dass Sie sich in irgendeiner Art und Weise negativ oder gar in Form einer Rüge etc. über unser Unternehmen äußern.“

Ebenfalls gerügt wurden, wie der GDV wegen des Schleichwerbung im „Marienhof“, die Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände (ABDA) und der Bundesverband der Arzneimittelhersteller (BAH). Es gibt aber einen wesentlichen Unterschied zu m Versichererverband:

Die beiden Verbände unternahmen in ihren Stellungnahmen keinen Versuch einer Rechtfertigung, sondern erkannten die Problematik ihrer Aktivitäten an. Sie betonten, „die Zusammenarbeit mit dem Vermittler sofort eingestellt“ zu haben und „derartige Aktivitäten nicht mehr vorzunehmen.“

 


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