Die Auswahl möglicher Spendenziele ist groß. Grundsätzlich sollten die eigenen Interessen und Werte im Mittelpunkt stehen. Rund drei Viertel der Spender entschieden sich für humanitäre Zwecke und unterstützten Organisationen wie die Welthungerhilfe, Aktion Deutschland Hilft oder Plan International, die Menschen in akuter Notlage helfen.
Etwa acht Prozent der Spenden flossen in den Tierschutz, beispielsweise an den Deutschen Tierschutzbund oder den WWF. Drei Prozent kamen Umwelt- und Klimaprojekten wie NABU oder BUND zugute, während der Rest in Kultur-, Sport- oder sonstige Projekte investiert wurde.
Die zentrale Frage lautet: Möchte man einen größeren Betrag gezielt für ein einzelnes Projekt einsetzen oder lieber mit mehreren kleineren Beträgen verschiedene Initiativen unterstützen? Jeder Euro kann etwas bewirken – auch kleine Beträge, die regelmäßig oder spontan gegeben werden, summieren sich zu beachtlichen Summen.
Woran erkenne ich vertrauenswürdige Organisationen?
Transparenz und Nachvollziehbarkeit sind zentrale Kriterien. Vertrauenswürdige Organisationen informieren offen über ihre Projekte, ihre Finanzen und ihre Verwaltungsstrukturen. Jahresberichte geben Auskunft über Einnahmen, Ausgaben und konkrete Maßnahmen.
Auch die Höhe der Verwaltungs- und Marketingkosten kann ein Hinweis darauf sein, wie effizient eine Organisation handelt. Ein moderater Anteil ist nötig und üblich, sollte aber klar kommuniziert werden. Ein weiterer Hinweis auf Seriosität sind gut erreichbare Ansprechpartner – ob per Telefon, E-Mail oder über die Website.
Welche Spendensiegel gibt es?
Das wohl bekannteste ist das Spendensiegel des Deutschen Zentralinstituts für soziale Fragen (DZI). Es wird jährlich nach einer umfassenden Prüfung vergeben und steht für transparente Strukturen, angemessene Werbung und klare Mittelverwendung.
Auch das Siegel des Deutschen Spendenrats e. V. spielt eine wichtige Rolle. Es wird an Organisationen verliehen, deren Finanzen von externen Wirtschaftsprüfern begutachtet wurden und die besonders offen mit ihren Zahlen umgehen. Die Initiative Transparente Zivilgesellschaft (ITZ) vergibt ebenfalls ein Siegel, das Organisationen zur Offenlegung zentraler Informationen verpflichtet, beispielsweise der Satzung, der Entscheidungsträger oder der Mittelherkunft.
Wichtig dabei:
- Ein fehlendes Siegel ist jedoch kein Ausschlussgrund. Viele kleinere Initiativen arbeiten ehrenamtlich und können sich den formalen Aufwand eines Prüfverfahrens nicht leisten. Ihr Vorteil liegt nicht selten in der besonders direkten Verwendung der Spendengelder, die nahezu vollständig in konkrete Projekte fließen.
- Aus anderen Branchen, etwa der Finanzbranche ist bekannt, dass Siegel nur vergeben werden, wenn ein Unternehmen erhebliche Summen dafür zahlt bzw. für die Verwendung des Siegels. Auch die Stiftung Warentest lässt es sich bezahlen, wenn ein Unternehmen mit einem Testsiegel werben will. Dass kein Siegel gezeigt wird, kann also auch ein Indiz für sparsamen Umgang mit Spenden sein.
Geld- oder Sachspende – was ist besser?
Grundsätzlich sind Geldspenden ohne Zweckbindung zu empfehlen, da diese flexibler einsetzbar sind und dort verwendet werden können, wo sie am dringendsten benötigt werden. Zudem entfallen Transport- und Lagerkosten, die bei Sachspenden oft erheblich sind. Nicht selten sind benötigte Produkte am Zielort günstiger und stärken durch ihren Kauf die lokale Wirtschaft.
Sachspenden sind dennoch wertvoll, wenn sie gezielt erbeten werden. Kleidung, Haushaltswaren oder Hygieneartikel können Menschen in Not unmittelbar helfen, sofern sie sinnvoll sortiert und verteilt werden. Wer Gegenstände spenden möchte, die er nicht mehr benötigt, kann dafür beispielsweise Oxfam-Läden oder regionale Hilfseinrichtungen nutzen. Auch das Portal “Wohin damit?” bietet passende Anlaufstellen, indem es Einrichtungen nach Postleitzahl und Art der Sachspende auflistet.
Wie kann ich Spenden steuerlich geltend machen?
Spenden können steuerlich geltend gemacht werden, die Angabe in der Steuererklärung ist jedoch freiwillig. Bis 300 Euro genügt ein einfacher Kontoauszug als Nachweis. Bei höheren Beträgen ist eine Spendenbescheinigung erforderlich.
In der Regel wird diese automatisch zugesandt, entweder zeitnah nach der Spende oder im darauffolgenden Jahr. Bleibt sie aus, sollte man unbedingt bei der Organisation nachfragen.
Welche Alternativen gibt es zur Geldspende?
Wer finanziell nicht spenden kann oder möchte, findet zahlreiche Möglichkeiten für Sachspenden. Oxfam-Shops, kommunale Sammelstellen oder lokale Tierheime nehmen Futter, Decken und Spielzeug gern an.
Gezielter zu spenden ist dabei besonders effektiv: Wer einige wenige Projekte zuverlässig unterstützt, verursacht weniger Verwaltungsaufwand und kann nachhaltig mehr bewirken.
Woran erkenne ich unseriöse Spendenorganisationen?
Spenden sind freiwillig. Seriöse Organisationen werben mit Informationen und Aufklärung, nicht mit Druck und mitleiderregenden Übertreibungen. Wer sich bedrängt fühlt, egal ob an der Haustür, auf der Straße oder durch penetrante Post, sollte Abstand von der jeweiligen Organisation nehmen.
Einige Einrichtungen stehen zudem auf Warnlisten, weil ihre Strukturen und Werbemethoden als fragwürdig eingestuft werden. Im Zweifel hilft ein Blick auf diese Listen oder eine Recherche bei den genannten Prüfinstitutionen.
Quellen: Arag, eigene Recherchen
