Google-Daten: Provisonen in Bayern am meisten gesucht

Ob Provision für Versicherungsvermittler oder Provision für Immobilienmakler: Kaum ein Thema ist in den vergangenen Monaten in Politik, Gesellschaft und Finanzbranche so intensiv diskutiert worden wie Vermittlungsprovisionen. AVL Finanzvermittlung hat nun erstmals die Trenddaten von Google dazu ausgewertet – mit erstaunlichen Ergebnissen: In Bayern ist das Interesse an Provision demnach bundesweit am größten, während in mehreren Ost-Bundesländern niemand danach sucht.

Weit über 90 Prozent aller Suchanfragen auf deutschen Computern werden über Google gemacht, die daraus gewonnenen Daten zeigen ein teilweise detailliertes Stimmungsbild. Eine Studie* des Wirtschaftswissenschaftlers Dr. Tobias Preis kam unlängst sogar zum Schluss, dass sich die Börsenentwicklung anhand von Google-Suchtrends vorhersagen lässt. Ein Anlass für AVL Finanzvermittlung, die Investmentfonds ohne Abschlussprovision vermittelt, zu untersuchen, welche Bedeutung „Provision“ bei Google-Suchen in Deutschland hat. Dabei wurde der Beobachtungszeitraum 2004 bis 2014 (heute) in der Rubrik Finanzen ausgewählt.

Tausende suchen „Null Provision“

Ein Ergebnis: Zwischen den Bundesländern gibt es demnach erhebliche Unterschiede. Mit Abstand sind Internetnutzer in Bayern führend, wenn es um Google-Suchen rund um „Provision“ geht. Ein weiteres Ergebnis: „Null Provision“ ist laut Google-Trenddaten zunehmend gefragt. Dieser Begriff kommt derzeit auf 22.000 monatliche Suchen, während „Provision“ lediglich etwa 6.600 Mal von deutschen Google-Nutzern jeden Monat gesucht wird. Zum Vergleich: Das überaus beliebte Tagesgeld kommt auf 135.000 Such-Anfragen im Monat.

Bei dem regionalen Interesse ist auffällig, dass „Provision“ offenbar eher in wirtschaftlich starken Bundesländern von Interesse ist. Nach Bayern folgen laut Google-Trenddaten Baden-Württemberg, Hamburg und Nordrhein-Westfalen. Hingegen sind vor allem in den neuen Bundesländern offenbar wenige bis gar keine Internetnutzer an dem Thema interessiert.

Provisions-Abgabe bei Versicherungen weiter verboten

„Bei der Interpretation der Daten muss man natürlich vorsichtig sein, denn es bleibt offen, für welche Provision sich die Leute interessieren“, sagt AVL-Chef Uwe Lange. „In den ohnehin teuren Städten wie München, Stuttgart oder Düsseldorf könnte der Antrieb groß sein, zumindest Immobilienmakler-Provision zu sparen.“ „Aber möglicherweise besteht ein Zusammenhang zwischen Wohlstand und kritischem Umgang mit Kosten“, so der AVL-Chef. Nach seiner Beobachtung sind es häufig Besserverdienende, die darauf achten, bei Geldanlagen überflüssige Kosten zu vermeiden. „Auch Geringverdiener sollten viel mehr die Abschlussprovisionen im Blick haben, etwa bei der Riester-Rente“, meint Uwe Lange.

Laut Google-Trend gehören zu den zunehmenden Suchanfragen unter anderem „lebensversicherung provision“ oder „provision versicherungsmakler“. Die anhaltende Diskussion der vergangenen Jahre könnte das Bewusstsein geschärft haben, sich zu diesen Kosten zu informieren. „Aber dabei darf es nicht stehen bleiben“, meint AVL-Chef Uwe Lange: „Wie bei Investmentfonds sollten Versicherungskunden die Möglichkeit bekommen, an Provisionen beteiligt zu werden oder sie erstattet zu bekommen.“

[box type=“info“ size=“large“]*Die Studie „Quantifying Trading Behavior in Financial Markets Using Google Trends“ wurde mitverfasst von Helen Susannah Moat sowie H. Eugene Stanley und 2013 veröffentlicht in „Scientific Reports“, online zu lesen per

http://www.nature.com/srep/2013/130425/srep01684/full/srep01684.html[/box]

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