Pflicht zum Energieausweis: Noch gibt es ein Wahlrecht

Ab 1. Juli wird in drei Schritten die Pflicht zum Energieausweis (auch „Energiepass“ genannt) eingeführt. Bis Ende September können zahlreiche Immobilienbesitzer aber noch zwischen „Verbrauchsausweis“ und „Bedarfsausweis“ wählen – und dadurch viel Geld sparen.

Die Idee des Energieausweises besteht darin, Anreize für Energie-Sparmaßnahmen zu setzen. Bei schlechten Werten für Heiz- und Warmwasserkosten würden laut EU Mieter und Käufer nur geringere Preise zahlen wollen, was für Vermieter und Verkäufer Anlass sein dürfte, etwa in Wärmedämmung zu investieren. Bislang sind lediglich für Neubauten Energiebedarfsausweise vorgeschrieben.

Künftig muss ein Energieausweis/ Energiepass bei jeder Neu-Vermietung und bei jedem Verkauf von Alt- wie Neubauten auf Anfrage gezeigt werden – ansonsten droht ein Bußgeld von bis zu 15.000 Euro. Als erstes trifft das ab 1. Juli Eigentümer von Wohngebäuden, die bis 1965 fertig gestellt wurden. Ab 1. Januar 2009 gilt das dann auch für Eigentümer von Wohngebäuden ab Baujahr 1966. Für gewerbliche genutzte Immobilien ist der Energie-Ausweis ab 1. Juli 2009 zwingend.

Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis jeweils 10 Jahre gültig

Wichtig: Ab 1. Juli wird es keine Kontrollen geben, ob der Energiepass in der Schublade liegt. Wenn keine Neu-Vermietung oder kein Verkauf ansteht, ist die Frist 30. September bedeutsamer. Denn zwei Varianten von Ausweisen hat der Gesetzgeber zugelassen, den Verbrauchsausweis und den Bedarfsausweis. Beide sind zehn Jahre gültig. Bis 30. September besteht noch ein Wahlrecht.

Der „Bedarfs-Ausweis“. Bei dieser Variante kommt es auf den Bauzustand der Immobilie an, wofür eine gründliche Untersuchung notwendig ist. Die Energie-Einstufung der Immobilie etwa durch einen Ingenieur oder Architekten ergibt sich dann aus dem Zustand der Heizanlage und der Gebäudedämmung sowie dem daraus resultierenden Wärmeverlust. Die Kosten liegen laut Bundesbauministerium zwischen 80 und 120 Euro pro Wohneinheit, je nach Gebäude und Aufwand kann es aber auch deutlich mehr sein.

Der „Verbrauchs-Ausweis“. Hier wird die in den Vorjahren tatsächlich verbrauchte Energie benotet. Der weniger genaue „Verbrauchs-Ausweis“ war der Wunsch von Eigentümerverbänden, um die Kosten für den neuen Energiepass möglichst gering zu halten. Pro Wohneinheit müssen Vermieter mit jeweils etwa 25 bis 50 Euro rechnen.

Ab 1. Oktober ist zumindest für Gebäude, die vor 1978 mit maximal vier Wohnungen errichtet wurden, nur noch der teurere Bedarfs-Ausweis zulässig. Deshalb kann es für Eigentümer älterer Mehrfamilienhäuser sehr sinnvoll sein, sich vorher um einen „Verbrauchsausweis“ zu kümmern. Für andere Eigentümer ist der „Verbrauchs-Ausweis“ auch nach 1. Oktober noch ausreichend, wenn das Gebäude nachträglich auf den Stand der 1997 erlassenen Wärmeschutzverordnung gebracht wurde, das Gebäude nach 1978 gebaut wurde oder mehr als fünf Wohnungen hat.

Dena bietet Datenbank der Energiepass-Aussteller

Wer die Immobilie selbst bewohnt und daran auch nichts ändern will, kann wegen des Stichtages gelassen sein. Eine generell Passpflicht für Eigentümer gibt es nicht. Weitere Informationen zum Thema sowie eine Datenbanksuche nach Passaustellern bietet die staatliche Energieagentur Dena auf der Internetseite http://www.gebaeudeenergiepass.de.

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