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Nigeria-Gewinne und anderer Nepp: So urteilen Gerichte

Lag bei Ihnen auch schon so eine Nachricht im Briefkasten, wonach Sie angeblich 10 000 oder sogar 50 000 Euro gewonnen haben? Vorsicht: Das ist fast immer Nepp. Denn der Empfänger soll zuerst etwas aus dem beigefügten Katalog bestellen, etwa eine Kette. Dann kommt zwar die Ware und die Rechnung – aber kein Gewinn.

Allerdings könnten Sie tatsächlich ein Glückspilz sein – denn solche unseriösen Gewinnversprechen lassen sich neuerdings tatsächlich einklagen (§ 661a BGB).
Ein Verbraucher bekam vom Landgericht Wuppertal sage und schreibe 33.000 Euro zugesprochen (Az. 1 O 14/01). Und 15.000 Euro Gewinn mussten nach einem Urteil vom Oberlandesgericht Frankfurt am Main (Az. 8 U 228/01) ausgezahlt werden.

Die Begründung in beiden Fällen: Versprochen ist versprochen. Die Richter in Frankfurt: Ein „mäßig kritischer“ Empfänger eines solchen Gewinn-Briefes hätte zwar bemerken müssen, dass ihm lediglich etwas verkauft werden sollte. Entscheidend sei aber, dass der „durchschnittlich informierte Verbraucher“ der Zusage glauben würde.

Verbraucherschützer raten aber, einen Prozess möglichst nur mit Unterstützung einer Rechtsschutzversicherung zu führen. Grund: Die Firmen sitzen oft im Ausland, ein Urteil dort zu vollstrecken ist deshalb teuer.

Immer wieder tauchen auch wieder sogenannte Nigeria-Briefe als E-Mails auf – oder neuerdings aus dem Irak. Die Empfänger werden in anrührenden Geschichten mit politischem und tagesaktuellem Bezug aufgefordert, beim Transfer von Millionenbeträgen ins Ausland behilflich zu sein. Wer hierzu sein Bankkonto zur Verfügung stellt, soll 20 Prozent Anteil erhalten.

Auch hier gilt Finger weg. Die vermeintlich offiziellen Bestätigungen sind falsch. Wer an leicht verdientes Geld glaubt, sieht weder seine Vorleistung in Form von Provisions-, Verwaltungs- oder Versicherungsgebühren wieder noch den versprochenen Anteil.


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