Skip to main content

Altersvorsorge: Netto besser als Brutto

Lutz Reiche vom Manager-Magazin hat sich in einem lesenswerten Artikel mit den vielen Altersvorsorge-Studien befasst, etwa mit der in der BILD-Zeitung aufgepusteten Fidelity-Studie. MM-Autor Reiche hat unter anderem bei der Fondsgesellschaft Fidelity nachgefragt, warum nur von einer Brutto-Versorgungslücke die Rede ist. Denn:

So lässt die Erhebung etwa den steuerlichen Aspekt außen vor: Zum einen sinkt der Steuersatz im Ruhestand und damit die Belastung für ältere Menschen. Zum anderen ist zumindest noch in den kommenden Jahren ein Teil der gesetzlichen Rente von Steuern befreit. Rentner zahlen zudem keine Beiträge zur gesetzlichen Renten- und Arbeitslosenversicherung. Kosten für private Altersvorsorgeverträge dürften nicht mehr anfallen, weil die Verträge mit Eintritt in das Rentenalter zumeist beendet sind.

Fidelity meint, man könne die Netto-Einkommen schwer vorhersagen. Stimmt, alle auf die Zukunft gerichteten Prognosen sind ziemlich schwer. So viel lässt aber wohl vorhersagen: Netto werden die Versorgungslücken immer kleiner ausfallen als brutto. Mit meinem Kollegen Hans W. Fröhlich* habe ich dazu ein paar Berechnungen angestellt. Dabei ist u.a. herausgekommen: Wer derzeit mit 75 Prozent seines früheren Bruttoeinkommens in Rente geht, hat netto sogar etwas mehr als vorher.

Das hat folgende Gründe.
Einkommenssteuer: Aufgrund der Steuerprogression in Deutschland steigt die Steuerlast mit steigendem Einkommen überproportional an – andererseits fällt sie überproportional, wenn das Einkommen sinkt. Das kommt Rentnern zu Gute. Vereinfacht gesagt: Halbiert sich das Einkommen, wird sich die Steuer mehr als nur halbieren.

Sozialabgaben: Der Abzug von Sozialabgaben für gesetzliche Renten- und Arbeitslosenversicherung entfällt bei einem Rentner. Allein der Arbeitnehmeranteil an der gesetzlichen Rentenversicherung schmälert das Bruttoeinkommen eines Berufstätigen derzeit um knapp zehn Prozent.

Hier die Berechnungen, die nicht im Auftrag einer Bank, Versicherung oder Fondsgesellschaft entstanden sind:
nettorente.jpg

*Buch-Tipp: „Steuererklärung für Rentner“ von Hans W. Fröhlich, Stiftung Warentest, Dezember 2006, 160 Seiten, 12,90 Euro.


Kommentare

Andreas Kunze 19. April 2007 um 11:49

@Pr

Antworten

pr 19. April 2007 um 11:02

Ein guter Hinweis, den fast alle "Berater" gerne vergessen. Allerdings steigt die Belastung von Renten in den kommenden Jahren durch das Alterseink

Antworten

Du hast eine Frage oder eine Meinung zum Artikel? Teile sie mit uns!

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind markiert *


Beliebte Suchen mit Google


netto (40)
Bewertungen & Erfahrungen: Finanzexperte Andreas Kunze » Finanzwissen » Altersvorsorge: Netto besser als Brutto