Lebensversicherungen: Garantiezins geringer als gedacht (Euro am Sonntag)

Rund zwei Drittel der 25 größten deutschen Anbieter haben jahrelang Verträge verkauft, deren Garantiezins unter dem Höchstrechnungszins lag, darunter Allianz, R+V und AachenMünchener. Konkret geht es um die Zeit zwischen Mitte 1994 und Ende 1997. Damals betrug der Höchstrechnungszins 4,0 Prozent, während bei betroffenen Policen lediglich 3,5 Prozent fest zugesagt sind.

Das ergab eine Umfrage der Wirtschaftszeitung Euro am Sonntag. Lese mehr via http://www.finanzen.net/nachricht/private-finanzen/Garantiezinsen-Altersvorsorge-Wenn-Garantien-Glueckssache-sind-2723014.

„Durch diesen Kniff, die Garantieverzinsung niedriger anzusetzen, gewinnt die Überschussbeteiligung für den Kunden erheblich an Bedeutung“, erklärt dazu Axel Kleinlein, Sprecher des Vorstands des Bundes der Versicherten e. V. (BdV). „Angesichts der niedrigen Überschussbeteiligung muss der Kunde in unserem Beispiel eine um etwa 6 Prozent niedrigere Leistung hinnehmen. Die Minderung der Garantieleistung beträgt sogar 10 Prozent.“

Das Problem zeigt sich hier im Detail. Bei einem üblichen Vertrag wollte ein bei Vertragsbeginn 35-jähriger Kunde, in einem Zeitraum von 30 Jahren monatlich 100 Euro einzahlen. Ihm wurde bei Ansatz des alten Rechnungszinses und der älteren Sterbetafel nur eine Versicherungssumme von 44.100 Euro garantiert. Wären aber die tatsächlich damals üblichen Kalkulationsgrundlagen mit einem Garantiezins von 4,0 Prozent angesetzt worden, dann hätte der Versicherer bei gleicher Kostenbelastung etwa 48.500 Euro garantiert. „Der Kunde hätte also eine um etwa 10 Prozent höhere Garantieleistung erhalten“, rechnet Kleinlein vor.

Dass der Garantiezins immer wieder falsch verstanden wird, hatte ich u.a. hier beschrieben. Weniger als erlaubt ist durchaus möglich.

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