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Kitaplatz-Klagen: So trommelt DVAG für Rechtsschutz-Versicherungen

Der Eltern-Anspruch auf einen Kitaplatz  ab August 2013 wird wohl tatsächlich bereits für den Verkauf von Rechtsschutz-Versicherungen genutzt (Klagen: Rechtsschutz-Versicherung abschließen?" href="http://finblog.de/index.php/2012/09/06/kitaplatz-klagen-rechtsschutzversicherung/">s. dazu Finblog vom 6.9.12). Der Finanzvertrieb DVAG jedenfalls fordert in einem PR-Artikel Eltern dazu auf, „frühzeitig das persönliche Gespräch mit einem Vermögensberater suchen, um später im Ernstfall gut abgesichert zu sein“.

Ab August 2013 haben Eltern für jedes Kind von ein bis drei Jahren einen Rechtsanspruch auf Betreuung in einer öffentlichen Kindertagesstätte. Jedoch fehlen bislang laut Schätzungen etwa 130.000 Kita-Plätze. Die DVAG schreibt in einem „Presseservice“:

Eltern können ihren Anspruch auf Kindertagesbetreuung auf dem Rechtsweg einfordern, wenn ihre Kita-Bewerbung abgelehnt wurde – und wenn sie erfolglos Widerspruch beim Jugendamt eingelegt haben. Gibt es jedoch keine offenen Kita-Plätze mehr, kann auch die zuständige Kreisverwaltung wenig tun. Dann bleiben den Eltern nur teure Alternativen, wie zum Beispiel eine Tagesmutter.

Die Mehrkosten, die über eine solche private Lösung anfallen, können Eltern allerdings über eine Schadensersatzklage beim Verwaltungsgericht zurückfordern. „Eine bestehende private Rechtsschutz-versicherung ermöglicht den Eltern, die anfallenden Gerichts- und Anwaltskosten abzudecken. Eltern sollten deshalb frühzeitig das persönliche Gespräch mit einem Vermögensberater suchen, um später im Ernstfall gut abgesichert zu sein“, erklären die Experten der DVAG.

Das ist alles soweit vertretbar. Beim ersten Posting zum Thema Kitaplatz-Klagen und Rechtsschutzversicherungen hatte ich schon geschrieben, dass m.E. eine Rechtsschutzversicherung für Eltern durchaus sinnvoll ist. Es wäre gar nicht so verkehrt, wenn so auf die  Kommunen der Druck erhöht wird, den Rechtsanspruch auf Kitaplatz mit Leben zu füllen.

Allerdings beschleicht mich ein mulmiges Gefühl, wenn Finanzvertriebe das Thema nun  aufgreifen. Die Rechtsschutzversicherung wird dann möglicherweise zum „Türöffner“, um zum ersten Ultraschallbild gleich ein Bündel von (vermutlich unsinnigen) Policen zu verticken.


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